Stand: 17.01.2015  0 Kommentare

Nach dem überraschenden Ende des Schweizer Mindestkurs hat Gold sofort reagiert und ist auf das höchste Niveau seit Mai 2013 geklettert. Der Euro dagegen stürzte auf ein Rekordtief gegenüber dem Schweizer Franken.

Nach Bekanntwerden der Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Donnerstag (15.01.15), ihren seit September 2011 durchgesetzten Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro aufzugeben, haben die Märkte sofort reagiert und den Goldpreis in Euro innerhalb nur einer Stunde am Donnerstag um mehr als 40 Euro über die Marke von 1080 Euro pro Unze steigen lassen - der höchste Wert seit Mai 2013. Am Freitagnachmittag begann der Goldpreis bereits die Marke von 1.100 Euro zu testen. Auch der Goldpreis in Dollar hat am Donnerstag innerhalb kurzer Zeit mehr als 30 Dollar auf über 1260 Dollar pro Unze zugelegt. Am Freitagnachmittag übersprang er 1270 Dollar pro Unze, so viel wie seit vier Monaten nicht mehr.

Goldpreis reagiert heftig auf Entscheidung der SNB

Die Märkte waren in keiner Weise auf den überraschenden Schritt der SNB vorbereitet. So hatte die SNB noch vor einem Monat bekräftigt, dass "der Mindestkurs das zentrale Instrument der SNB" bleiben werde. Die durch die überraschende Nachricht ausgelösten Gewinne bei Gold erklärt der Analyst Ole Hansen von der Saxo Bank gegenüber Reuters: "Niemand hatte erwartet, dass die Schweizer Zentralbank den Mindestkurs aufgeben würde, und das könnte vielerorts zu großen Verlusten führen, was offensichtlich eine Flucht in sichere Anlagen auslöst".

Der Goldpreis in Euro ist seit einem Vierjahrestief vor zwei Monaten um mehr als 150 Euro gestiegen, der Goldpreis in Dollar immerhin noch um 120 Dollar. Der Verlierer war indes der Goldpreis in Schweizer Franken. Nach Bekanntwerden der SNB-Mitteilung stürzte der Goldpreis in Schweizer Franken innerhalb nur einer halben Stunde um mehr als 200 Franken von rund 1250 Franken auf 1050 Franken pro Unze ab. Bis Donnerstagabend konnte er allerdings wieder gut 100 Franken auf rund 1150 Franken pro Unze gutmachen. Am Freitag handelte er im Schnitt bei um die 1.100 Franken, immer noch 150 Franken weniger als am Morgen davor.

Devisen kalt erwischt

Unterdessen ging es an den Devisenmärkten nach der SNB-Mitteilung und dem Ende vom Schweizer Mindestkurs dramatisch zu. Der Euro verlor kurzfristig bis zu 30 Prozent gegenüber dem Franken und war zeitweise bis auf 0,84 eingebrochen - ein Rekordtief! Am Freitag handelte das Währungspaar EUR/CHF weitgehend auf Parität, was immer noch große Verluste bei hoch gehebelten Long-Positionen bedeutet. So manchen Devisenhändler hat es denn auch kalt erwischt. Medienberichten zufolge sind erste Forex-Broker bereits zahlungsunfähig. Wie das Portal Godmode Trader meldet, muss der britische Broker Alpan UK wegen des Einbruchs beim Euro bereits Insolvenz anmelden. Auch beim US-amerikanischen Forex-Broker FXCM hätten Kunden wegen des Anstiegs des Schweizer Franken "erhebliche Verluste" erlitten. Dort seien negative Kundenvermögen in Höhe von 225 Millionen Dollar entstanden, hieß es. Es ist demnach zu erwarten, dass weitere Forex-Broker in Turbulenzen geraten sind, dies lediglich noch nicht öffentlich gemacht haben. 

Ende von Schweizer Mindestkurs ein brisantes Signal

Die unmittelbare und scharfe Reaktion der Märkte hat gemäß Analysten nicht nur mit dem brisanten Inhalt der SNB-Mitteilung zu tun, sondern auch und gerade mit deren Zeitpunkt - genau eine Woche vor dem nächsten Treffen der Europäischen Zentralbank (EZB). Zerohedge zitiert Goldman Sachs mit den Worten: "Das ist eine gewaltige Nachricht von der SNB an die Märkte: Die EZB wird mit quantitativer Lockerung beginnen, und es wird massiv werden".

Gerade auf den Devisenmärkten wurde die SNB-Mitteilung und das Ende vom Schweizer Mindestkurs offenbar als brisantes Signal gewertet. Immer mehr Anleger dürften sich jetzt vom Euro trennen wollen. Denn wenn die SNB die Mindestkurs-Stütze abzieht, wie es jetzt überraschend am Donnerstag geschehen ist, dann entfällt auch einer der größten Käufer der europäischen Gemeinschaftswährung. Der Euro könnte noch weiter abwerten, und der Schweizer Franken könnte deutlich teurer werden. Eine Situation, die die SNB eigentlich seit Jahren anhand ihrer massiven Euro-Stützkäufe zu vermeiden suchte.

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