Stand: 01.08.2017 von Jörg Bernhard 1 Kommentare

Obwohl der Goldpreis aktuell mehr als 630 Dollar von seinem vor fast sechs Jahren erzielten Rekordhoch entfernt ist, verzeichnet Xetra-Gold erhebliche Zuflüsse und neue Rekorde bei den physisch hinterlegten Goldbeständen.

Xetra-Gold: Neue Rekorde bei gehaltener Goldmenge

In diesem Jahr feiert neben dem iPhone von Apple auch das von der Deutsche Börse Commodities GmbH im Dezember 2007 lancierte Finanzprodukt Xetra-Gold (WKN: A0S9GB) seinen zehnten Geburtstag.

Beide Produkte kann man zweifellos als Erfolgsgeschichte mit hohem Nutzwert bezeichnen. Wer Gold kauft, macht sich meist Sorgen um die geldpolitische und geopolitische Entwicklung sowie die Stabilität der globalen Finanzsysteme Sorgen.

Weil Xetra-Gold diverse Vorteile gegenüber dem bis dato erhältlichen Papiergold aufwies, gab es einen regelrechten Nachfrageboom zu beobachten. Am 27. Juli war bei Xetra-Gold mit 169,8 Tonnen, aufgeteilt in physische Bestände von 164,962 Tonnen und Buchgold im Volumen von 4,838 Tonnen (siehe Chart), ein neues Allzeithoch erzielt worden.

Xetra-Gold-Goldbestand Stand 2017Quelle:www.xetra-gold.com

Diese starke Nachfrage stammt sowohl von Privatanlegern als auch von institutionellen Investoren. Deren Kapital wird in der Finanzwelt häufig als „smart money“ bezeichnet. Obwohl beim globalen Vermögen die Goldquote (noch) relativ gering ausfällt, setzen viele kapitalkräftige Adressen verstärkt auf Gold.

Xetra-Gold kann man gleich mehrere besonders gewichtige Vorteile attestieren. Es verbrieft den in Euro angegebenen Gegenwert von einem Gramm Gold. Konzipiert ist das Wertpapier als Inhaberschuldverschreibung, an dessen Emittentin Deutsche Börse Commodities GmbH neben der Deutsche Börse AG noch die fünf Banken Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, DZ Bank AG, B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA und Bank Vontobel sowie das Edelmetallunternehmen Umicore AG & Co. KG beteiligt sind.

Der alleinige Geschäftszweck dieser Gesellschaft besteht darin, den Handel und das Verwahren des Goldes zu managen. Das investierte Kapital wird größtenteils mit physischem Gold hinterlegt und ein kleiner Teil in Form von Buchgoldbeständen geführt. Ein großer Vorteil besteht darin, dass sich die Inhaber von Xetra-Gold das gelbe Edelmetall ausliefern lassen können, was allerdings zusätzliche Gebühren verursachen würde.

Kostenvorteile beim Handel und Verwahren

Daneben punktet Xetra-Gold aber auch bei den Kosten. Während zum Beispiel die Spanne zwischen An- und Verkauf einer 1 oz Krügerrand Goldmünze derzeit bei über zwei Prozent liegt, lag bei Xetra-Gold die Spanne Ende Juli bei weniger als 0,1 Prozent. Daneben erhebt die Emittentin eine jährliche Managementgebühr in Höhe von 0,025 Prozent, die von einigen Online-Brokern den Inhabern aber gar nicht in Rechnung gestellt wird.

Dies bedeutet: Anleger können via Xetra-Gold extrem kostengünstig Goldinvestments tätigen und gehen dabei kein großes Kontrahentenrisiko ein. Es eignet sich daher sehr gut, um die zweifellos vorhandenen Schwankungen des Goldpreises für kurzfristige Investments zu nutzen.

Wer allerdings einen Zusammenbruch der globalen Finanzsysteme befürchtet, ist wahrscheinlich bei Goldmünzen und Goldbarren besser aufgehoben. Im Worst-Case-Szenario könnte der Staat das von Xetra-Gold in den Frankfurter Tresoren gelagerte Gold relativ leicht beschlagnahmen.

Aktuell beläuft sich dessen Marktwert auf fast sechs Milliarden Euro - Tendenz steigend.

Ausblick für die laufende Woche

Nachdem sich der Goldpreis im Juni um 2,7 Prozent verbilligt hat, weist er für Juli aktuell ein Plus von 2,2 Prozent aus. Ab Mittwoch könnte das gelbe Edelmetall neue Impulse erhalten. Dann steht nämlich eine regelrechte Datenflut zur Entwicklung des US-Arbeitsmarktes auf der Agenda.

Danach könnten neue Zins- bzw. Währungsspekulationen aufkommen und dadurch die Goldpreisentwicklung stark beeinflussen. Mit Argusaugen dürften die Investoren vor allem den für Freitag angekündigten Juli-Bericht des US-Arbeitsministeriums verfolgen.

Laut einer von der Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich die Arbeitslosenrate auf Monatssicht von 4,4 auf 4,3 Prozent reduziert haben und die Zahl neu geschaffener Stellen (ohne Landwirtschaft) von 222.000 auf 180.000 gesunken sein.

Goldpreis: Enorme Kapitalzuflüsse bei Xetra-Gold
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt. Derzeit schreibt er vor allem für diverse Börsenportale und Edelmetallhändler.
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Kommentare [1]
  • von weiter.denken | 05.08.2017, 09:02 Antworten

    Die Nachfrage steigt nicht obwohl der Goldpreis gefallen ist, sondern weil der Goldpreis gefallen ist.

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