Stand: 03.07.2018 von Jörg Bernhard 8 Kommentare

Nach den ersten sechs Monaten fällt die Performance des Goldpreises relativ negativ aus, Während auf Dollarbasis seit dem Jahreswechsel ein Minus in Höhe von 3,6 Prozent zu Buche schlug, fiel der in Euro gerechnete Verlust dank der Dollarstärke mit 1,06 Prozent etwas geringer aus.

Goldpreis runter, Volatilität stabil

Nach einem vielversprechenden Start ins neue Handelsjahr markierte das gelbe Edelmetall am 25. Januar mit 1.358,50 Dollar den höchsten Stand des Jahres. Danach folgte eine mehrmonatige Seitwärtsbewegung in einer Bandbreite zwischen 1.313 und 1.350 Dollar.

Weiter bergab ging es dann im „Wonnemonat Mai“, wo vor allem das Unterschreiten der 200-Tage-Linie (charttechnisches Verkaufssignal) auf die Stimmung der Marktakteure drückte. Allein im Juni belief sich der Monatsverlust auf 4,1 Prozent.

Goldpreis in US-Dollar auf 1 Jahr

Noch deutlicher abgestürzt war der Goldpreis letztmals im November 2016 (-7,5 Prozent). Außerdem wurde Ende Juni mit 1.248,25 Dollar ein neues Jahres- bzw. Elfmonatstief markiert. Somit belief sich die Tradingrange im ersten Halbjahr auf 120 Dollar bzw. 9,6 Prozent.

Als besonders interessant kann man allerdings den Umstand betrachten, dass ein Goldinvestment weiterhin als unterdurchschnittlich riskant anzusehen ist. Trotz des rückläufigen Goldpreises gab es bei der Risikokennzahl Volatilität keinen markanten Anstieg zu beobachten. Seit Ende Dezember hat sich der CBOE-Gold-Volatilitätsindex von 10,96 auf 10,8 Prozent (siehe Tabelle) sogar leicht ermäßigt.

Gold: Erstes Halbjahr 2018 in Zahlen

am 29.06.2018

Performance 2018

Jahrestief

Jahreshoch

Goldpreis in Dollar (Feinunze)

1248,25

-4,13 %

1.248,25 (29.06.2018)

1.358,50 (25.01.2018)

Goldpreis in Euro (Feinunze)

1.079,38 €

-1,04 %

1066,63 (08.03.2018)

1.124,99 (15.06.2018)

CBOE-Gold-Volatilitätsindex (Prozent)

10,75

-1,9%

9,73 (14.06.2018)

14,93 (09.02.2018)

Quelle: www.gold.de/kurse/goldpreis/; cboe.com; Stand: 30.06.2018

Deutlich riskanter sind hingegen Investments auf US-Aktien geworden. So hat sich zum Beispiel der VIX (S&P 500) im selben Zeitraum von 11,04 auf 16,09 Prozent erhöht. Angesichts der Tatsache, dass bei letztgenanntem eine Diversifikation auf 500-US-Unternehmen vorliegt, spricht angesichts der zahlreichen aktuellen Krisen politischer, finanzwirtschaftlicher und geopolitischer Natur weiterhin mehr für als gegen Gold.

Am Rande bemerkt:

Als Krisenschutz komplett versagt hat in diesem Jahr der häufig als „digitales Gold“ bezeichnete Bitcoin. Er hat sich nämlich seit Ende Dezember mit minus 55 Prozent mehr als halbiert und eignet sich angesichts einer historischen 250-Tage-Volatilität in Höhe von über 90 Prozent eher nicht als Krisen-, Vermögens- oder Inflationsschutz.

Starkes und überraschendes Dollar-Comeback

Völlig konträr zu Gold entwickelte sich in diesem Jahr der Dollar. Nach einem klassischen Fehlstart gelang ihm Anfang April ein starkes Comeback. Seither genießt er in der Finanz-Community gegenüber der Konkurrenz offensichtlich einen besseren Ruf als „sicherer Hafen“.

Dabei dürfte es sich aber eher um eine temporäre Erscheinung als um einen nachhaltigen Trend handeln. Gegenwärtig profitiert der Greenback davon, dass die US-Wirtschaft einen robusteren Eindruck macht als der europäische bzw. asiatische Wirtschaftsraum.

Mittlerweile wächst die US-Wirtschaft aber seit neun Jahren. Dass dieses Wachstum in erster Linie auf Krediten basiert, wird an den Finanzmärkten regelmäßig ausgeblendet. Das Vertrauen in die „Feuerwehrfähigkeiten“ der Fed scheint grenzenlos zu sein. Man darf gespannt sein, ob dies in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten weiterhin der Fall sein wird.

Vorsichtige Anlegernaturen sollten nicht ausnahmslos auf ihr in Euro bemessenes Geldvermögen, ihre gesetzliche Rente, ihre Kapitallebensversicherungen oder ihr Wertpapiervermögen (Anleihen, Fonds, Aktien, usw.) vertrauen und deshalb auch substanzhaltige Investments in Gold und Silber auf keinen Fall außer Acht lassen.

Ausblick für die laufende Woche

Am Goldmarkt dominieren weiterhin die „Molltöne“. Da die Musik vor allem an den Terminmärkten spielt, sollten Goldanleger diese weiterhin genau im Auge behalten.

Besonders interessant: In der Woche zum 26. Juni haben Großspekulanten (Non-Commercials) ihr Short-Engagement mit über 118.000 Futures auf den höchsten Stand seit elf Monaten ausgebaut. Im vergangenen Jahr wurde im Juli ein Jahreshoch von über 157.000 Kontrakte gemeldet – danach ging es mit dem Goldpreis steil bergauf.

In der kommenden Woche dürften sich die Akteure an den Goldmärkten vor allem für das Fed-Protokoll am Donnerstag und die Flut an US-Arbeitsmarktdaten und deren Wirkung auf den Dollar stark interessieren. Aus charttechnischer Sicht sieht die Lage nach dem Verletzen der 200-Tage-Linie und dem deutlichen Rutsch unter die Marke von 1.300 Dollar alles andere als vielversprechend aus.

Mittlerweile zeigt allerdings der Timingindikator Relative-Stärke-Index eine stark überverkaufte Situation an. Sollte er über 30 Prozent ansteigen, könnte mit dem daraus resultierenden Kaufsignal aber wieder ein bisschen Hoffnung aufkeimen, echte Partystimmung dürfte aber weiterhin auf sich warten lassen.

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Goldpreis - enttäuscht im ersten Halbjahr
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [8]
  • von Dr. Kryptologe | 09.07.2018, 12:44 Antworten

    Ja leute ihr habt berreits das zweite jahr in folge keinen umsatz mit gold und silber gemacht. Im artikel wird erwähnt das bitcoin 50 prozent minus gemacht hat seit dezember. Aber langfristig ist der preis von nahzeu von ca. 900 dollar auf 6800 dollar gestiegen und geblieben. Also klar die preise in silber und gold sind manipuliert damit geldwährungen weiterhin gepusht inflationiert werden..das kann noch jahre so weitergehen wie lange geld gespült wird. Die machthaber wissen das wenn diese zwei assetd steigen ihre währungen ein problem des glaubens bekommen werden. Und viele sind dennoch gewinner geworden. Da die machthaber die kleine nische von krypto noch zu viel außer acht gelassen haben ! Inwzischen wird über krypto.in der mächthaber szene diskutiert ...denkt an die südafrikaner diese können nicht ihr gold silber rumschleppen ..daher in krypto investiert zu sei.

  • von Erika Bunte | 06.07.2018, 10:31 Antworten

    Jetzt kommt eine lange Zeit für Goldeinkäufer, also jetzt kauifen,in 3 Jahren sehen wir dann die 1300 $ wieder.

  • von goldmedail | 03.07.2018, 19:31 Antworten

    Niedrige Kurse sind immer einen Kauf wert.
    Langfristig bleibt nur Gold.

  • von Wolf | 03.07.2018, 18:41 Antworten

    Wenn es so weitergeht , schmeißt man uns die EM bald hinterher. Stehe jetzt,das zweite Jahr im Minus,und verliere bald die Geduld.

    • von Silberfreund | 05.07.2018, 21:35 Antworten

      Sehr geehrter "Wolf".
      Ich verstehe Ihren berechtigten Frust nur zu gut, aber glaben Sie mir, irgendwann wird dieses Manipulations- und Lügenkonstrukt zum Ende kommen und dann erlebt die Welt ein beispielloses Finanzchaos! Vielleicht nicht heute - nicht morgen - aber irgendwann doch! Dann haben Sie immer noch Ihr EM - während Andere mit ihren Papierzzetteln Feuer machen!
      Niemals zuvor mußte die DM in ihrer Geschichte jemals "gerettet" werden - und niemals in 5000 Jahren mußte das Gold "gerettet" werden, während um uns herum NUR noch Rettungspakete aller Art - insbesondere des Euro herum schwirren! Ich persönlich will nicht zwingend reich werden, - ich möchte Kaufkraft erhalten. Mein erlebtes Beispiel: Als ich 1977 aus dem Ausland zurück kam hatte ich mir für 5.000 DM (2500 Euro) fünf Krügerrand gekauft. Leider mußte ich die damals für eine neue Heizung wieder verkaufen. Soll heute mal Jemand versuchen, für 2.500 Euro - deren Kaufkraft sich ohnehin bereits halbiert haben - 5 Krügerrand zu erwerben.
      Mit freundlichen Grüßen - ein trotzdem zuversichtlicher "Leidensgenosse"!

    • von Wolga66 | 03.07.2018, 19:35 Antworten

      Du solltest Dein Geld aufs Sparbuch lege,das bleibt immer im plus.

  • von Ernst Malkowskie | 03.07.2018, 11:20 Antworten

    Ich habs seit langem gesagt,Gold entwickelt sich 24 Monate seitwärts um 1300$

    • von Wolga66 | 03.07.2018, 19:33 Antworten

      Dann hast Du lange in die Glaskugel geschaut oder im Kaffeesatz gelesen.

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