Stand: 17.03.2017 von © Gold.de Redaktion EH/GW 1 Kommentare

Nachdem Zins-Ängste in den vergangenen Wochen die Goldpreisentwicklung deutlich belastet hatten, ist nach der Sitzung der US-Notenbank der Goldpreis nach oben geschossen. Dennoch könnte es sich aus saisonalen Gründen lohnen, mit Goldkäufen noch etwas zu warten. Oder könnte in diesem Jahr etliches anders sein im Vergleich zur Historie?

Kräftige Erholung beim Goldpreis: Für Rückenwind sorgt die jüngste Sitzung der US-Notenbank. Fed-Chefin Janet Yellen hat die Leitzinsen um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) angehoben, entgegen der Erwartung vieler Investoren aber keine stärkere Verschärfung der Geldpolitik angekündigt, als Yellen bereits bei der Sitzung im Dezember 2016 signalisiert hatte. Damit sollen die Zinsen im Jahr 2017 weiterhin insgesamt drei Mal angehoben werden, und nicht etwa vier Mal, wie etliche Investoren nach dem starken Inflationsanstieg der vergangenen Monate erwartet hatten. Wegen dieses Ausblicks sind die US-Zinsen für zehnjährige US-Anleihen auf 2,5 Prozent eingebrochen, während der US-Dollar deutlich nachgegeben hat.

Damit hatte der Goldpreis gleich von zwei Seiten Rückenwind: den sinkenden US-Zinsen und dem schwächeren US-Dollar.

Schwierige Monate für den Goldpreis

Trotz der jüngsten Erholung spricht aus saisonalen Gründen nicht viel für steigende Goldpreise. Viele Anleger fragen sich, wann üblicherweise ein guter Zeitpunkt ist, um auf steigende Goldpreise zu setzen und wann es besser ist, aus dem Markt draußen zu sein.

Der renomierte US-Charttechniker Greg Guenthner, der den Morgenbericht „The Rude Awakening“ für den alternativen US-Finanzblog „Daily Reckoning“ schreibt, hat untersucht, wie sich der Goldpreis im Jahresverlauf entwickelt. Dazu hat der Charttechniker die Entwicklung des weltgrößten Gold-ETCs SPRD Gold Trust (Bloomberg-Kürzel GLD) seit seiner Einführung vor 13 Jahren analysiert. Der GLD läuft quasi eins zu eins zum Goldpreis

Goldpreischart immer aktuell in Euro, US-Dollar, Schweizer Franken

Guenthner kommt zum folgenden Ergebnis: Üblicherweise starte der GLD am 23. Dezember eines Jahres einen kräftigen Aufwärtstrend, der sich am Anfang des nächsten Jahres nahtlos fortsetze. „Dieses Kaufsignal beginnt am 23. Dezember, um genau zu sein“, schrieb der Charttechnik-Profi. Der Trend laufe am 22. Februar (des Folgejahres) aus, woraufhin es ein paar Monate unter deutlichen Schwankungen seitwärts und leicht abwärts gehe. „Das nächste Kaufsignal folgt erst am 2. Juni“, so Guenthner.

Was belastet den Goldpreis?

Woran könnte die Schwäche beim Goldpreis zwischen Ende Februar und Anfang Juni liegen? Außer daran, dass die im Sinne der Notenbanken agierenden Banken den Preis nach unten manipulieren, könnte mancher Anleger einwänden. Möglicherweise daran, dass der Aufwärtstrend beim S&P500 üblicherweise von Ende Januar bis Anfang Juni läuft. In einem Umfeld, in dem der US-Aktienmarkt von Rekord zu Rekord läuft, ist Gold üblicherweise als sicherer Hafen nicht gefragt.

Von großer Bedeutung ist zudem die Entwicklung beim US-Dollar und bei den US-Zinsen. So hat seit Mitte 2014 der Dollar gegenüber vielen Währungen deutlich aufgewertet, was den Goldpreis entsprechend belastet hat. Da hat es auch wenig geholfen, dass die US-Zinsen die ganzen Jahre über auf Talfahrt waren, und erst Mitte 2016 begonnen haben, kräftig nach oben zu drehen.

Zinserhöhungen bergen enorme Risiken

In den vergangenen Monaten waren die US-Zinsen aber deutlich gestiegen und haben den US-Dollar etwas mit nach oben gezogen. Das liegt aber ausschließlich daran, dass die Fed die Geldpolitik verschärft, obwohl sich die Konjunkturperspektiven deutlich eingetrübt haben, denn US-Präsident Donald Trump hat bislang keinerlei Details für seine „phänomenale“ Steuerreform vorgelegt.

Damit geht Fed-Chefin Janet Yellen angesichts der hoch verschuldeten US-Wirtschaft ein enormes Risiko ein, denn die Schulden von Staat, privaten Haushalten und Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, sind auf den Rekord von horrenden 67,3 Billionen Dollar gestiegen - das sind 362 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Da können selbst die kleinsten Zinserhöhungen genügen, um das Kartenhaus zum Einsturz zu bringen.

Aus saisonalen Gründen können sich Anleger noch etwas Zeit lassen, um Gold zu kaufen. Anleger sollten allerdings den Dollar und die US-Zinsen genau im Auge behalten. Je nachdem wie es bei ihnen weitergeht, könnte der Einstiegszeitpunkt bei dem gelben Edelmetall in diesem Jahr früher oder später als im Durchschnitt der vergangenen 13 Jahre kommen.

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Kommentare [1]
  • von Goldmann | 20.03.2017, 23:07 Antworten

    Bei null Zinsen müssen die Glocken leuten.Gold......solange es noch welches gibt!!!
    Es soll bereits knapp werden.

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