Stand: 17.10.2018 von Florian Grummes 2 Kommentare

Vor knapp acht Wochen fand der Goldpreis nach einer mehrmonatigen Ausverkaufswelle bei 1.160 US-Dollar einen wichtigen Halt. Im Anschluss folgte eine verwirrende und tückische Seitwärtsbewegung zwischen 1.185 und 1.210 USD.

Mit einem letztmaligen Rücksetzer bis auf 1.183 USD startete dann in der vergangenen Handelswoche aus dem Nichts eine dynamische Aufwärtsbewegung.

So konnte der Goldpreis am Donnerstag, den 10.Oktober 2018 aus dem Stand von 1.192 bis auf 1.226 US-Dollar deutlich zulegen und die zähe Seitwärtsphase endlich beenden. Zu Wochenbeginn kämpften sich die Bullen bis auf 1.233 US-Dollar weiter nach oben und scheinen nun die nächste Widerstandszone zwischen 1.236 und 1.242 US-Dollar anzuvisieren.

Dennoch gibt es im größeren Bild noch keinen Grund zur übermäßigen Euphorie. Die letzten Monate haben auf den Goldcharts viel Schaden angerichtet und solange der Goldpreis unterhalb seiner 200-Tagelinie (1.276 US-Dollar) notiert, handelt es sich bei jeder Aufwärtswelle lediglich um eine korrektive Gegenbewegung.

Goldpreis Chart - Nächste Zielzone 1.236 bis 1.242 US-Dollar

Obwohl der Goldpreis seit Mitte April 2018 über 200 US-Dollar verloren hat und im August sowohl kurz- als auch mittelfristig extrem überverkauft gewesen ist, kam es erst in den letzten Tagen zu einer zweiten größeren Erholungswelle.

Die erste hatte sich ausgehend von 1.160 US-Dollar unterhalb von 1.213 US-Dollar schon Ende August festgelaufen. Nun hat der Goldpreis erneut knapp 50 USD zugelegt und steht kurz vor der Widerstandszone 1.236 – 1.242 US-Dollar.

Goldpreis Tageschart US-Dollar

Gleichzeitig ist die Stochastik auf dem Tageschart bereits überkauft und Gold hangelt sich schon den vierten Handelstag in Folge am oberen Bollinger Band weiter nach oben. Die Luft wird damit zunehmend dünner. Gleichzeitig konnte die 50-Tagelinie (1.199 US-Dollar) aber klar hinter sich gelassen werden, wodurch normalerweise ein Anstieg bis zum nächsten Durchschnitt in Form der 200-Tagelinie (1.274 US-Dollar) aktiviert worden sein müsste.

Gold Hedgers Position - Gold Hedgfunds 16.10.2018

Weiterhin äußerst bullisch präsentieren sich die Zahlen an den Terminmärkten. Dort halten die professionellen Spieler mit kumuliert 25.866 Gold-Terminkontrakten die größte Long-Position seit dem Mai 2001. Gleichzeitig sind die „großen Spekulanten“ (Hedgefunds) weiterhin mit einer gigantische Shortposition auf den Goldpreis massiv short.

Sollte diese Gruppe aufgrund steigender Kurse zur Eindeckung gezwungen werden, könnte der Goldpreis in einem Short Squeeze locker 50-100 US-Dollar aus dem Stand zulegen.

Insgesamt wird sich im Bereich um 1.236 – 1.242 US-Dollar das Schicksal für die kommenden Monat entscheiden. Gelingt (mit mehrmaligem Anlauf) der Sprung über das dortige 38,2% Fibonacci Retracement, dürfte Gold zügig mindestens eine Etage weiter bis auf 1.262 – 1.272 US-Dollar ansteigen. Scheitern die Bullen hier jedoch nachhaltig, wird es vermutlich zu einer weiteren Abwärtswelle in Richtung 1.130 US-Dollar kommen.

Goldpreis Chart in Euro - Kurz vor der 200-Tagelinie

Gold in Euro gerechnet kam es in den letzten dreizehn Handelstagen zu einer deutlichen Aufwärtsbewegung. So konnte der Preis für eine Feinunze aus dem Stand heraus von 1.012 Euro bis auf aktuell 1.065 Euro deutlich zulegen. Damit wurde das 38,2% Fibonacci Retracement der vorausgegangenen Abwärtswelle bereits ansatzweise überschritten.

Goldpreis Chart in Euro - Goldkurs

Gleichzeitig ist die 200-Tagelinie (1.070 Euro) als nächstes Ziel in Sichtweite gerückt. Da auch hier der Tageschart überkauft ist, wäre ausgehend von einem Wiedersehen mit der 200-Tagelinie mit einem Rücksetzer zu rechnen, der möglichweise sogar bis zur 50-Tagelinie (1-035 Euro) zurückreichen könnte.

Antizyklisches Kaufchance frühestens wieder unterhalb von 1.040 Euro

Die in den letzten drei Monaten genannten Nachkauflimits unterhalb von 1.050 bzw. unterhalb von 1.040 Euro sind in den letzten Tagen zügig ins Plus gelaufen.

Sollte es in den kommenden Wochen nochmals zu Kursen unterhalb von 1.040 Euro kommen, machen weitere Zukäufe sinn. Ansonsten ist Gold ab jetzt eine Halteposition.

Bitte erwarten sie grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!

Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

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Goldpreis - Erholung hat kurzfristig noch Platz
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [2]
  • von Hans Falladium | 18.10.2018, 17:57 Antworten

    Es kann nur alles noch viel schlimmer kommen, die Goldsteuer ist in den Startlöchern laut Europaparlament

    • von Fritzthecat | 18.10.2018, 19:28 Antworten

      Wo bitte haben Sie diese Informationen her?
      Ich kann weit und breit keine Nachrichten in der Art finden finden!

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