Stand: 05.09.2015 von Florian Grummes 0 Kommentare

Nachdem der Goldpreis Ende Juli mit 1.071 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gefallen war, gelang im August vorübergehend eine etwas überraschende und deutliche Erholung bis auf 1.169 US-Dollar.

Trotz der angespannten Lage an den weltweiten Aktienmärkten konnte Gold diese Gewinne jedoch nicht halten, sondern fiel zügig bis auf derzeit 1.124 US-Dollar zurück. Diese doch recht wilden Kursbewegungen hinterlassen einen Goldmarkt der weiterhin angeschlagen wirkt und dessen technische Situation sich trotz der zwischenzeitlichen Erholung nicht verbessert hat. Vielmehr behalten die Bären übergeordnet weiterhin die Kontrolle.

Der sich abzeichnende Wochenschluss unterhalb von 1.130 US-Dollar dürfte die Notierungen in der kommenden Handelswoche vermutlich auch unter 1.110 US-Dollar drücken. Damit wäre das Top bei 1.169 US-Dollar endgültig bestätigt und der Weg in Richtung 1.000 US-Dollar wäre fast frei. Der finale Ausverkauf am Goldmarkt ist also noch immer nicht ausgestanden.

Sollte es aber in den nächsten Woche noch zur Kapitulation mit Kursen in Richtung 1.000 US-Dollar kommen, dürfte die Trendwende nach oben unmittelbar bevorstehen.

Gold in Euro - Wochenchart

Auch in Euro hinterlässt die technische Situation noch keinen wirklich positiven Eindruck. Auf dem Wochenchart hat der Goldpreis in Euro die immer wieder beschriebene Unterstützungszone um 1.000 Euro erreicht. Allerdings ist von einer Gegenreaktion der Bullen bisher nicht viel zu sehen.

Vielmehr oszillieren die Notierungen ohne klaren Fahrplan um diese wichtige psychologische Marke hin und her. Analog der Regel "was nicht steigt, muss fallen", wird der Goldpreis in Euro vermutlich noch den Aufwärtstrend (derzeit bei ca. 968 Euro) testen.

Gold in Euro - Wochenchart September 2015

Sollte der Goldpreis jedoch tatsächlich noch in Richtung 1.000 US-Dollar fallen, würde das natürlich auch in Euro gerechnet nochmals zu tieferen Kursen führen. Da hier auch der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro eine Rolle spielt, lässt sich das mögliche Kursziel nur grob zwischen 950 und 900 Euro kalkulieren. Das Tief im letzten November lag jedenfalls bei 911 Euro.

Gold in Euro - Tageschart

Gold in Euro Tageschart-Kursexplosion

Auf dem Tageschart konstruiert das Kursgeschehen der letzten 12 Monate ein Dreieck. Ein Anstieg über 1.085 Euro wäre ein starkes Kaufsignal und dürfte zu einer Kursexplosion bei Gold führen. Davon sind wir zur Stunde aber ein gutes Stück entfernt. Auf der Unterseite hingegen würden Kurse unterhalb von 968 Euro eine Beschleunigung des seit Ende Januar laufenden Abwärtstrends einleiten.

Die Tatsache, dass sich die Notierungen bis jetzt noch nicht dynamisch von der 1.000 Euro Marke absetzen konnten, spricht eher für eine Fortsetzung des Abwärtstrends. Gleichzeitig fällt die 50-Tagelinie und deckelt seit Monaten die Kurse. Diese wichtige Durchschnittslinie hat zudem die 200-Tagelinie von oben nach unten durchschnitten. Man spricht in diesem Fall von einem "Death Cross", welches ein starkes Verkaufssignal darstellt.

Unterstützend wirkt momentan die positive Saisonalität im September. Zudem ist die Konstellation an den Terminmärkten weiterhin relativ günstig. Darüber hinaus hält sich der Silberpreis in den letzten Tagen etwas besser als Gold und bei den Minenaktien mehren sich die Chancen auf eine Bodenbildung. Solange jedoch an den Finanzmärkten die Deflation die Oberhand behält, dürften es die Edelmetalle schwer haben.

Erst wenn die Zentralbanker das System mit neuen Liquiditätsmaßnahmen fluten, wird sich die Lage am Goldmarkt schlagartig drehen und eine neue nachhaltige Aufwärtsphase beginnen. Das kann schneller kommen als es den Anschein macht. Die negativen Nachrichten aus China haben Politik und Zentralbanker bereits aufgescheucht und könnten schon bald zu einem QE4 oder ähnlichem führen.

Tieferen Goldkurse für Nachkäufe nutzen

Physisches Gold und Silber als Versicherung bleiben damit weiterhin erste Wahl. Insofern sind die tiefen Kurse nach wie vor ein ganz klarer Kauf. Das zuletzt genannte Kauflimit bei 960 Euro wurde bisher nicht erreicht. Ich erhöhe es minimal auf 975 Euro um bereits bei einem Test der Aufwärtstrendlinie zum Zuge zu kommen. Sollte der Goldpreis in den kommenden Wochen auch noch tiefere Kursstände in Richtung 950 bis 925 Euro erreichen, empfiehlt es sich, diese aggressiver zu Nachkäufen zu nutzen.

Goldpreis Euro: Die Bären sind immer noch am Drücker
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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