Stand: 13.12.2016 von © Gold.de Redaktion JB/GW 0 Kommentare

Im Oktober verlor der Goldpreis 3,3 Prozent und im November sogar 8,1 Prozent an Wert.  In der vergangenen Handelswoche musste er mit minus 1,4 Prozent den fünften Wochenverlust in Folge hinnehmen. Derzeit überwiegen an den Goldmärkten eindeutig die Molltöne. Neue Impulse könnte das Edelmetall nach der Fed-Sitzung am Mittwoch erhalten.

Der Bedarf am Krisenschutz Gold hält sich weiterhin in Grenzen. Risikoaversion scheint angesichts der starken Kapitalzuflüsse an den Aktien- und Rohstoffmärkten weiterhin nicht opportun zu sein. Und auch die Opportunitätskosten von Gold, die aus dem Verzicht auf Zinsen resultieren, sprechen derzeit eher gegen ein Goldinvestment. So bieten zum Beispiel US-Staatsanleihen mit zehn bzw. 30 Jahren Laufzeit mittlerweile Renditen von 2,47 bzw. 3,15 Prozent. Zur Erinnerung: Am Tag der US-Präsidentenwahl lagen sie bei lediglich 1,86 bzw. 2,62 Prozent.

Während in den USA vor allem institutionelle Investoren bewusst keine Goldinvestments eingehen möchten und deshalb vor allem Gold-Futures und Gold-ETFs abstoßen, sieht die Situation im besonders goldhungrigen Indien völlig anders aus.

Dort können aufgrund der seit Wochen für Chaos sorgenden Bargeldreform und dem daraus resultierenden Bargeldmangel kaum noch Goldkäufe getätigt werden – trotz der anstehenden Hochzeitsaison. Medienberichten, wonach der indische Premierminister Narendra Modi sogar ein Importverbot von Gold erwägt, haben sich bislang nicht bewahrheitet, doch nach der Entwertung alter 500er- und 1.000er-Rupien-Scheine dürfte auf dem Sub-Kontinent diesbezüglich nichts unmöglich sein. So meldete zum Beispiel „Asia Times“ bereits Anfang Dezember, dass Steuerfahnder im Zuge von Hausdurchsuchungen 60 Millionen Rupien und sieben Kilogramm Goldschmuck beschlagnahmt haben. Aber es könnte für indische Goldfans noch schlimmer kommen, schließlich hatte Indien 1963 mit dem Gold Control Act den Goldbesitz pro Personen auf zwei Kilogramm und für Familien auf vier Kilogramm beschränkt.

American-Eagles-Goldmünzen ausverkauft

Wieder einmal gehen der nationalen Münzprägeanstalt US Mint kurz vor dem Jahreswechsel die besonders beliebten American-Eagles-Goldmünzen aus. Nicht mehr lieferbar sind die „Gewichtsklassen“ eine Unze sowie die Zehntel- und Viertel-Feinunzen-Variante. Ausweichen können Goldkäufer (noch) auf den Golden American Eagle (halbe Unze) und den American Buffalo (eine Unze). 2016 verkaufte die United State s Mint bislang 984.500 Feinunzen Gold, was gegenüber dem Gesamtjahr 2015 einer Steigerung von 23 Prozent entspricht. Der Löwenanteil von über 83 Prozent ging dabei auf das Konto der schwersten Variante (1/1 Unze) ging, gefolgt vom „Leichtgewicht“ Zehntel-Münze (9,4 Prozent). Erheblich weniger gefragt waren in diesem Jahr die Gattungen Viertel-Unze (3,9 Prozent) und Halb-Unze (3,7 Prozent). Nun darf man gespannt sein, ob die magische Marke von einer Million Feinunzen auf Gesamtjahressicht noch erreicht wird. Dies gelang den US-Amerikanern letztmals im Jahr 2011.

American-Eagles-Goldmünzenverkäufe seit 2000

Jahr Feinunzen Änderung in  %
2000 164.500 -
2001 325.000 98 %
2002 315.000 -3 %
2003 315.000 0 %
2004 536.000 70 %
2005 449.000 -16 %
2006 261.000 -42 %
2007 198.500 -24 %
2008 860.500 334 %
2009 1.435.000 67 %
2010 1.220.500 -15 %
2011 1.000.000 -18 %
2012 753.000 -25 %
2013 856.500 14 %
2014 524.500 -39 %
2015 801.500 53 %
2016 984.500 23  %

Quelle US Mint; Stand: 09.12.2016

American-Eagles-Goldmünzenverkäufe seit 2000

Während das Wahlvolk in den USA nach dem Triumph von Donald Trump über Hillary Clinton tiefgespalten scheint, kann man auch beim Anlegervolk zwei gegensätzliche Stimmungen ausmachen. Die Mehrheit verkauft im großen Stil US-Staatsanleihen, Gold-Futures und Gold-ETFs, während eine kleine Minderheit auf physisches Gold vertraut.

Nur zum Vergleich: Die in diesem Jahr verkauften American Gold Eagles kommen auf ein Gesamtgewicht von fast 31 Tonnen. Allein beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares sind seit dem Anfang Juli erreichten Jahreshoch aber bereits insgesamt 125,27 Tonnen Gold abgeflossen. Massiver Verkaufsdruck kam aber vor allem von der Terminbörse. Dort haben per Saldo große und kleine Terminspekulanten ihre Netto-Long-Position (Optimismus dominiert) seit dem Jahreshoch von Ende Juli um 244.079 Kontrakte abgebaut. Auf dem Papier entspricht dies einem Goldgewicht von immerhin 759 Tonnen.

Ausblick für die laufende Woche

Seit Monaten fiebern die Akteure einem Termin entgegen: der zweitägigen Dezember-Sitzung der US-Notenbank Fed, deren Ergebnis am Mittwoch verkündet wird. Vor genau einem Jahr wagten Yellen & Co. ein Anheben der US-Leitzinsen um 25 Basispunkte, nachdem im Juni 2006 letztmals ein Zinsschritt nach oben erfolgt war. Sieben Jahre lang lag der US-Leitzins mit 0,13 Prozent nur marginal über der Nulllinie. An den Finanzmärkten rechnet eine große Mehrheit von Analysten und Investoren nun mit einem erneuten Anheben.

Langeweile dürfte am Mittwoch aber kaum aufkommen, schließlich könnte die anschließende Pressekonferenz mit Janet Yellen durchaus den einen oder anderen „Aufreger“ generieren. Je nach Tenor könnte dies natürlich auch beim Goldpreis zu starken Kursreaktionen führen. Grundsätzlich können Goldbesitzer aber relativ entspannt sein, da eine Risikokennzahl derzeit für Gold spricht: die relativ niedrige Volatilität. Mit aktuell 18,7 Prozent beim CBOE-Volatilitätsindex auf Gold-ETFs weist das gelbe Edelmetall derzeit ein erheblich geringeres Risiko als die vergleichbaren Pendants auf Silber (25,1 Prozent), Rohöl (35,2 Prozent) oder Goldminen (46,6 Prozent) aus. Und eine solche Eigenschaft steht einem Krisenschutz sehr gut zu Gesicht.

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