Stand: 14.02.2017 von © Gold.de Redaktion JB/GW 0 Kommentare

Der Goldpreis markierte in der vergangenen Woche ein neues Dreimonatshoch und generierte mit dem Überwinden der 100-Tage-Linie sogar ein charttechnisches Kaufsignal. Lust auf eine nennenswerte Korrektur scheint er derzeit nicht zu haben.

Gefühltes Risiko größer als das messbare

Obwohl an den Finanzmärkten tagtäglich über Unsicherheiten und Risiken berichtet wird, haben eigens hierfür entwickelte Risikobarometer wie Volatilitätsindizes diesem Umstand bislang noch nicht Rechnung getragen. Obwohl diese den Anlegern einen Hinweis auf das zu erwartende Kursschwankungsrisiko eines Investments liefern sollen, bewegen sie sich  überwiegend auf gedrücktem Niveau. So zeigt zum Beispiel der VIX, der das Risiko eines Investments in die 500 wichtigsten US-Aktienunternehmen (S&P-500-Index) bemessen soll, gerade mal einen Wert von 10,9 Prozent an (siehe Tabelle).

Volatilitätsindizes im Vergleich

Indizes
Gold 14,90%
Silber 23,50%
Rohöl 26,40%
Dow-Jones 11,00%
S&P-500 10,90%
NASDAQ 12,30%
Russell-2000 17,90%
DAX 14,80%
Euro Stoxx 50 15,10%

Stand: 10.02.2017

Viel niedriger fiel er in den vergangenen zehn Jahren selten aus, dafür zeitweise bedeutend höher. Zum Beispiel im Spätsommer 2015 als ein Wert von über 50 Prozent registriert wurde oder im Herbst 2008, als die globale Finanzkrise zu einer Explosion auf fast 90 Prozent geführt hat. Es sieht so aus, dass sich diese Volatilitätsindizes als Frühwarnsystem nicht eignen.

Volatilitätsindizes im Vergleich

Der Blick an die Goldmärkte scheint hierfür möglicherweise besser geeignet zu sein. Eine regelrechte Flucht in Gold kann man seit Jahren zum Beispiel dem physisch hinterlegten und mit einem Lieferanspruch verbrieften Wertpapier Xetra-Gold und seit Kurzem auch wieder dem weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares attestieren. Und auch der gestiegene Goldpreis deutet eher darauf hin, dass es derzeit keinen Grund zur Sorglosigkeit gibt. Und es sieht nicht danach aus, dass sich diese Sorgen in den kommenden Monaten in Wohlgefallen auflösen werden.

Massiver Rückenwind von den Terminmärkten

Die Entwicklung an den Terminmärkten hat wieder einmal gezeigt, dass ein steigender Goldpreis meist mit einem wachsenden Optimismus großer Terminspekulanten einhergeht. So hat sich der Goldpreis seit dem Jahreswechsel um 6,4 Prozent verteuert. Seither war ein kräftiger Anstieg der Netto-Long-Position (per Saldo optimistisch gestimmt) der Großspekulanten registriert worden. Einmal pro Woche veröffentlicht die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission ihren Commitments of Traders-Report, der über die Transaktionen der Goldbranche (Commercials) bzw. unter den Kleinspekulanten (Non-Reportables) und Großspekulanten (Non-Commercials) berichtet. Seit Ende Dezember erhöhte sich die Netto-Long-Position der Großspekulanten (mehrheitlich optimistisch gestimmt) nämlich von 98.300 auf 117.100 Futures (+19,1 Prozent). Während innerhalb dieses Zeitraums die Long-Seite um 9.900 Kontrakte erhöht wurde, haben große Terminspekulanten ihr Short-Exposure um 8.900 Kontrakte reduziert. Auf diesen Optimismus konnte der Goldpreis offensichtlich nichts anderes als zulegen.

Charttechnik deutlich aufgehellt

Neben den fundamentalen Kaufargumenten - Stichwort sicherer Hafen - haben aber auch charttechnische Faktoren für erheblichen Rückenwind gesorgt. Nachdem Mitte Dezember der Timingindikator Relative-Stärke-Index mit dem Überwinden der 30-Prozent-Marke ein klares Kaufsignal generiert hatte, zog der Goldpreis um über 100 Dollar an und beendete dadurch den in den Monaten zuvor registrierten Ausverkauf um in der Spitze mehr als 200 Dollar. Ein noch stärkeres Kaufsignal entstünde, falls die langfristige 200-Tage-Linie ebenfalls „geknackt“ werden sollte. Dies wäre dann als Bestätigung für ein langfristiges Trendwechselsignal zu werten. Ein bisschen Sorgen bereitet derzeit allerdings der Timingindikator Relative-Stärke-Index. Dieser notierte noch am Mittwoch an der 70-Prozent-Schwelle und wies dadurch eine charttechnisch überkaufte Lage an. In solchen Phasen wächst erfahrungsgemäß die Gefahr eines technischen Rücksetzers.

Ausblick für die laufende Woche

Gold hat unter Anlegen einen guten Ruf als Inflationsschutz. In dieser Woche kann man die Zahl der anstehenden Termine zu aktuellen Inflationsdaten fast schon als inflationär bezeichnen. In der ersten Wochenhälfte stehen nämlich aktuelle Inflationsdaten aus Indien, China, Deutschland, Großbritannien sowie aus den USA und der Schweiz auf der Agenda. Alles andere als eine beschleunigte Geldentwertung wäre eine große Überraschung. Führt man sich vor Augen, wie ungehemmt diese Länder ihre Staatsschulden nach oben treiben, sollte ein Anziehen der Preise auch als logische Konsequenz dieses Tuns interpretiert werden. Gold wird daneben auch als Vermögens - und Krisenschutz gesehen. Krisenherde gibt es weltweit mehr als genug. Deutsche Anleger haben angesichts von Terrorgefahr und den Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland diesbezüglich offensichtlich kein gutes Gefühl.

Bester Beweis: Seit dem Jahreswechsel hat sich der Goldbestand von Xetra-Gold von 117,6 auf über 155 Tonnen erhöht - und das nachdem er sich 2016 fast verdoppelt hat. In Deutschland wird Gold höchstwahrscheinlich nie aus der Mode geraten.

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