Stand: 28.05.2017 von Egmond Haidt 1 Kommentare

Die Perspektiven für den Goldpreis hellen sich zusehends auf. Etliche Investoren schauen zwar mit etwas Sorge auf Mittwochabend. Das sollte den Kursanstieg beim Goldpreis aber höchstens kurz bremsen können.

Das Edelmetall Gold ist plötzlich wieder bei Investoren gefragt: Grund sind die anhaltenden Skandal Meldungen über US-Präsident Donald Trump. Laut der "Washington Post" haben die Ermittlungen bezüglich möglichen Verstrickungen zwischen dem Wahlkampfteam um Trump und Russland einen hochrangigen Offiziellen aus dem Weißen Haus erreicht.

Die zunehmende politische Unsicherheit in den USA sollte die  Goldpreisentwicklung deutlich beflügeln. Zwar erscheint es derzeit sehr unwahrscheinlich, dass es zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump kommt, dazu ist der Rückhalt für Trump bei der Republikanern weiterhin viel zu groß.

Allerdings sehen Investoren es als zunehmend unwahrscheinlich an, dass es Trump gelingen wird, seine Steuerreform durch den Kongress zu bringen. Dennoch sind die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen zuletzt etwas gestiegen und liegen bei 2,25 Prozent, womit sie den Dollar ein wenig nach oben gezogen haben.

Für den Zinsanstieg dürfte allerdings ausschließlich die bevorstehende Veröffentlichung der Mitschrift der Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch, 24. Mai sein. Darin dürfte die Fed einmal mehr bestätigen, die Leitzinsen bei der nächsten Sitzung am 14. Juni erhöhen zu wollen.

US-Wirtschaft bleibt schwach

Dabei sind die US-Konjunkturdaten seit der jüngsten Zinserhöhung am 15. März weiterhin schwach, wie zuletzt auch James Bullard, der Chef der Notenbank von St. Louis, eingeräumt hat. Zwar dürfte sich das Wirtschaftswachstum nach dem sehr schwachen ersten Quartal etwas verbessern.

Dennoch werde es im Gesamtjahr ein Wachstum von lediglich rund zwei Prozent geben, sagte Bullard. Die Eintrübung der Konjunktur Perspektiven spiegeln die Zinsen für zehnjährige Anleihen klar wider. Trotz des jüngsten Anstiegs liegen sie deutlich unter dem Niveau von 2,5 Prozent, wo sie am 15. März geschlossen hatten.

Wohl nur die allerwenigsten Investoren hätten in einem Umfeld steigender Leitzinsen mit einem Rückgang bei den Zinsen für zehnjährige Anleihen gerechnet, oder? Das könnte darauf hindeuten, dass die geplanten Zinserhöhungen „übermäßig aggressiv“ sein könnten im Verhältnis zu den hereinkommenden schwachen US-Konjunkturdaten, sagte Bullard.

Zinserhöhung im Juni die letzte für dieses Jahr?

Entgegen der Erwartung vieler Investoren könnte die US-Wirtschaft in den nächsten Quartalen schwach bleiben, zumal weitere Zinserhöhungen der Fed die hochverschuldete Wirtschaft zusehends belasten würden.

Staatsverschuldung der USA 2014-2016

Zwar betont die Fed, dass sie die Zinsen im Verlaufe des Jahres noch zwei Mal anheben möchte. Der Finanzmarkt zweifelt aber zusehends an dieser Vorhersage und geht von lediglich einer Erhöhung aus, zumal die Inflationsraten allmählich zurückgehen. So lagen die Verbraucherpreise im April um 2,2 Prozent über dem Vorjahr, nachdem im Februar noch ein Plus von 2,7 Prozent zu Buche gestanden hatte.

Laut den Schätzungen der Volkswirte soll die Inflationsrate in den nächsten Monaten allmählich weiter sinken. Selbst wenn die Fed die Zinsen am 14. Juni erhöhen dürfte, dürften in einem schwachen Konjunkturumfeld die Zinsen für zehnjährige Anleihen nach unten tendieren und damit den Dollar mit nach unten ziehen. Das würde den Goldpreis beflügeln.

Nach dem Kursanstieg liegt der Goldpreis in Dollar bei einem Kursen von 1.255 Dollar je Unze leicht über der 50- und 200-Tage-Linie, die bei jeweils rund 1.250 Dollar liegen. Damit könnten sie sich als gute Unterstützung erweisen, von der aus die Notierung des Edelmetalls in den nächsten Monaten deutlich nach oben tendieren dürfte. Zwar könnte die Veröffentlichung der Mitschrift der Fed-Sitzung den Goldpreis kurz belasten. Das dürfte sich jedoch als gute Gelegenheit herausstellen, um zu günstigen Preisen Gold zu kaufen.

Goldpreis im Aufwärtstrend durch schwache US-Wirtschaft
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [1]
  • von bling bling | 28.05.2017, 14:46 Antworten

    "Wohl nur die allerwenigsten Investoren hätten in einem Umfeld steigender Leitzinsen mit einem Rückgang bei den Zinsen für zehnjährige Anleihen gerechnet, oder?"

    kann diese suggestivfrage jemand mit fachwissen erklären?
    soweit ich das verstehe werden staatsanleihen mit steigendem leitzins unattraktiver und folglich zu besseren konditionen angeboten. aufgrund der wankelmütigen regierung / wirtschaft sind sie immernoch gefragt, daher der niedrige zins. zugleich rechnete man mit steigenden ölpreisen, was den dollar belastet (?).

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