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Stand: 06.10.2025 von Jörg Bernhard
Mit einer Dollar-Performance von 11,2 Prozent erzielte das gelbe Edelmetall im September die höchste Wertsteigerung seit August 2011 und überwand dabei erstmals die Marken 3.500 bis 3.800 Dollar. Gründe zum Kauf gab es zuhauf.
Goldpreis explodiert: Stärkster Anstieg seit 14 Jahren

Gold überzeugt durch ungebrochenen Aufwärtsdrang

Und das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht zu sein, schließlich „knackte“ die globale Krisenwährung am 6. Oktober sogar die Marke von 3.900 Dollar. Innerhalb von lediglich zwei Jahren hat sich ihr Preis somit mehr als verdoppelt und mit Blick auf das Momentum zu einer überkauften Lage geführt. So bewegt sich z.B. der Timingindikator Relative-Stärke-Index mit 78 Prozent eindeutig in der überkauften Zone (> 70 Prozent).

Den jüngsten Kursschub erhielt der Goldpreis durch den Stillstand mehrerer US-Regierungs-geschäfte („Shutdown“), weil sich im US-Kongress Demokraten und Republikaner nicht über Haushalts- und Überbrückungsgesetze zur Finanzierung der Bundesregierung für das neue Haushaltsjahr einigen konnten. Seit dem 1. Oktober wurden viele Ämter und Behörden geschlossen oder arbeiten stark eingeschränkt. Nur als „essenziell“ eingestufte Dienste bleiben aktiv.

Am vergangenen Freitag hat aus diesem Grund das US-Arbeitsministerium seinen Monatsbericht zur Lage am US-Arbeitsmarkt und die US-Aufsichtsbehörde CFTC ihren wöchentlichen Commitments-of-Traders-Report nicht veröffentlicht.

Im September gab es einige Faktoren und Entwicklungen, die massive Zuflüsse in Gold verursacht haben.

Dies schlug sich an den US-Terminmärkten z.B. in einem allgemein gestiegenen Interesse an Gold-Futures (Anzahl offener Kontrakte) sowie einem wachsenden Optimismus (steigenden Netto-Long-Positionen) unter großen wie kleinen Terminspekulanten nieder.

Aber auch im ETF-Sektor – wo weniger gewettet, sondern in erster Linie investiert wird – überwog eindeutig das Kaufinteresse. Nach Zuflüssen in Höhe von 22,6 Tonnen im Juli und 53,4 Tonnen im August, nahmen die weltweiten ETF-Goldbestände nach vorläufigen Zahlen des World Gold Council um über 100 Tonnen zu.

Jüngste Goldrallye hat mehrere Auslöser

Die relativ schwache US-Wirtschaft lässt mehrere US-Zinssenkungen noch in diesem Jahr immer wahrscheinlicher werden. Das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group zeigt aktuell eine Wahrscheinlichkeit von über 94 Prozent an, dass wir am 29. Oktober eine Zinssenkung um 25 Basispunkte sehen werden. Am 10. Dezember soll dann eine Zinsreduktion um weitere 25 Basispunkte erfolgen.

Sinkende Zinsen führen zu rückläufigen Opportunitätskosten, die bei Goldbesitzern aufgrund fehlender Einnahmen stets anfallen, wodurch das Edelmetall an Attraktivität gewinnt.

Besonders interessant: Bis zur Monatsmitte befand sich der Dollar im Abwärtsmodus und hat dadurch zusätzliches Kaufinteresse generiert – innerhalb und außerhalb des Dollarraums. Von der nachfolgenden Dollarerholung ließ sich das gelbe Edelmetall jedoch nicht irritieren und setzte seine Rekordfahrt nahezu ungebremst fort.

Weder der Dollar noch der Euro genießen angesichts der unsoliden Entwicklung der Schuldenberge und Staatshaushalte ein sonderlich hohes Maß an Vertrauen. Als Zahlungsmittel sind sie zwar unersetzbar, doch bei der Funktion „Wertaufbewahrung“ bzw. „Werterhalt“ schätzen Anleger weltweit andere Alternativen.

Goldperfromance von 2013 bis 2024Quelle: GOLD.DE

Ausblick für die laufende Woche

Ein bisschen unheimlich kann man die diesjährige Performance von bislang mehr als 50 Prozent schon bezeichnen. Noch stärker zulegen konnte der Goldpreis nämlich letztmals im Jahr 1979, als die Ölkrise inkl. der hohen Inflation zu einem Jahresgewinn von 126 Prozent geführt hat.

Lässt man einmal das charttechnisch bedingte und zweifellos vorhandene Korrekturpotenzial außen vor, spricht aus fundamentalen Gründen derzeit wenig für den Verkauf der ewigen Währung.

Als Weltleitwährung wird der Dollar wohl weiterhin an Bedeutung verlieren, was vor allem auf die Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald J. Trump zurückzuführen sein dürfte. Derzeit darf man darauf gespannt sein, wie er das Problem „Shutdown“ lösen wird. Bereits am ersten Tag des Stillstands verkündete er einen Finanzierungsstopp für demokratisch regierte Staaten. Außerdem drohte er mit Entlassungen von Staatsbediensteten und Projektkürzungen.

In einem solch widrigen Marktumfeld dürften sich viele Investoren an die wohltuende Wirkung von Gold erinnern und ihre Goldbestände höchstwahrscheinlich eher auf- als abbauen.

Profilbild von Jörg Bernhard
Stand: 06.10.2025
geschrieben von:
Freier Wirtschaftsjournalist mit Schwerpunkt Börseninvestments
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von Jomei | 09.10.2025, 14:44 Uhr Antworten

Es ist sehr schade, was da mit ICE in US Städten passiert. Wir sind weit weg von solchen Problemen und profitieren durch steigende Goldkurse. Kann man auch als Schmerzensgeld betrachten

von Skatergirl | 07.10.2025, 15:21 Uhr Antworten

Es hat schon seine Gründe warum überall Gardisten positioniert werden.
Ob man mit Gold in de Täsch an Ihnen vorbei kommt?

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