Stand: 25.06.2020 von Hannes Zipfel
Der Goldpreis in US-Dollar steigt heute auf den höchsten Stand seit 7 Jahren und knapp 9 Monaten. Die Notierungen des gelben Edelmetalls konnten bereits gestern die schon Mitte April begonnene Seitwärtskonsolidierung beenden und nach oben aus der Preis-Range zwischen ca. 1.660 US$/Unze auf der Unterseite und ca. 1.765 US$/Unze auf der Oberseite ausbrechen.
Goldpreis in US-Dollar schafft den Ausbruch nach oben

Die Gewinne wurden auf Tagesschlusskursbasis gehalten und heute Morgen sogar weiter ausgebaut. Aktuell liegt der Goldpreis in US-Dollar bei 1.777 pro Unze und damit drei Prozent über dem Wochenauftaktkurs. Die nächste signifikante Widerstandslinie liegt nun im Bereich von 1.800 US-Dollar. Diese wird der Markt sehr wahrscheinlich zügig anlaufen.

Ein kurzer Rücksetzer auf die Ausbruchslinie wäre charttechnisch dabei nicht ungewöhnlich.

Euro-Gold knapp vor neuem Allzeithoch

In der Gemeinschaftswährung notiert das gelbe Edelmetall aktuell bei 1.571 EUR/Unze und damit nur noch 2,5 Prozent von seinem Allzeithoch vom 15. Mai 2020 entfernt. Die Minenaktien haben den jüngsten Anstieg sehr gut nachvollzogen, wohingegen der Silberpreis, wie so oft, wohl erst mit etwas zeitlicher Verzögerung regieren wird, dann aber meist mit umso mehr Dynamik.

Sorgen vor zweiter Corona-Welle

Vor allem die besorgniserregende weltweite Dynamik der Corona-Pandemie lässt die Anleger wieder vermehrt den sicheren Hafen Gold ansteuern. Die Neuinfektionen sind gestern mit 163.000 Fällen laut Worldometers auf den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie angestiegen. Die bisher höchste Zahl wurde erst am 19. Juni mit 182.00 Fällen festgestellt.

Neben Indien, Brasilien und Russland sind weitere, v. a. lateinamerikanische Staaten, nach wie vor stark von der Seuche bedroht. Auch in der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA, bahnt sich nach den Lockerungsmaßnahmen in vielen Bundesstaaten ein Wiederaufflackern der Ansteckungszahlen an. Auch die Zahl der Todesopfer ist zuletzt wieder deutlich über den abnehmenden gleitenden 7-Tage-Durchschnittswert auf weltweit 5.465 angestiegen.

Noch am 21. Juni lag diese bedrückende Zahl bei lediglich 3.338.

An den Märkten geht nun die Angst vor einer zweiten Corona-Welle und v. a. neuen Eindämmungsmaßnahmen um, die mit erneut drastischen Folgen für die Realwirtschaft sowie die Finanzmärkte einhergehen könnten.

Die Reaktion darauf wären wohl eine noch desperatere Geld- und Fiskalpolitik. Insofern ist die jüngste Aufwärtsbewegung bei den Goldpreisen verständlich.

Schub vom Terminmarkt und den ETF

Darüber hinaus laufen morgen an der bedeutendsten Terminbörse für Gold, der Comex in New York, die Juli-Optionen aus – am Freitag folgt dann der Verfallstermin für die Juni-Future-Kontrakte. Für die noch bis Ende der Woche laufenden Kontrakte liegen zudem die Auslieferungsanträge für physisches Gold mit über 52.000 sogenannten Delivery Notices auf einem neuen Rekordniveau.

Auch die Nachfrage nach mit physisch gedecktem Gold hinterlegten Fonds ist zuletzt wieder deutlich angestiegen und bescherte den Gold-ETF zuletzt neue Rekordbestände. Das gleiche gilt ebenso für die weltweiten Silber-ETF.

Quelle: Comex, World Gold Council, Bloomberg, The Silver Institute

Autor: Hannes Zipfel
Ökonom
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von Mr.Silver | 28.06.2020, 13:24 Antworten

Gold zeigt seine wahre Eigenschaft. Die Leistung für 1 Unze Gold bleibt auf lange Sicht gleich.
Vor 50 Jahren bekam man als mittelmäßig bezahlter Arbeiter oder Angestellter für einen Netto Monatslohn 1 Unze Gold. Dies ist heute nicht anders. Es gab zur Jahrtausendwende mal eine Zeit wo das Gold sehr billig war. Man bekam dort ca 3 Unzen Gold. Man müßte jetzt mal nachforschen wie das Verhältnis von 1 Unze Gold zur Arbeitsleistung bei den Industrienationen über Jahrhunderte war. Doch man sieht wer auf Gold vertraut hat, liegt nicht schlecht. Gerade jetzt wenn eine zweite Coronawelle kommt und ein zweiter Lockdown, dann fliegt uns hier alles um die Ohren

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"