Stand: 12.02.2016  0 Kommentare

Der Goldpreis konnte am Donnerstag (11.02.16) deutlich zulegen und hat sich in der Spitze auf ein sauberes Einjahreshoch geschwungen. Rückendeckung dafür gab es vor allem von einer zögerlichen US-Notenbank.

Am Donnerstagmorgen konnte der Goldpreis die psychologisch wichtige Marke von 1.200 Dollar pro Unze überspringen und erreichte bereits im frühen Handel ein Achtmonatshoch bei 1.204,50 Dollar. Mehr als 1.200 Dollar kostete eine Unze Gold zuletzt am 22. Mai des vergangenen Jahres. Intraday hatte der Goldpreis bereits zu Mittag um gute 3 Prozent zugelegt und konnte bei deutlich mehr als 1.242 Dollar pro Unze sogar bereits ein sauberes und unanfechtbares Einjahreshoch verbuchen. Am Abend legte das gelbe Edelmetall nochmal nach und notierte in der Spitze bei etwas mehr als 1.260 Dollar. Damit hat der Goldpreis in den ersten Wochen dieses Jahres bereits um gute 15 Prozent zugelegt, wenngleich die Niveaus von Mitte bis Ende Januar vergangenen Jahres noch nicht wieder erreicht werden konnten.

Goldpreis profitiert von Verlust des US-Dollar

Die starke Performance von Gold folgt auf Kommentare der Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, vom Mittwoch (10.02.16), die von Investoren auf eine Weise ausgelegt werden konnten, dass es nicht wie erwartet zu einer weiteren Anhebung der US-Leitzinsen im kommenden März kommen wird. Bei einer Frage-und-Antwort-Sitzung im US-Kongress zeigte sich Yellen einerseits zwar optimistisch, was den Ausblick auf die wirtschaftliche Lage in den USA betreffe, verwies aber zugleich auf Turbulenzen in der Weltwirtwirtschaft, allen voran den jüngsten Entwicklungen in China, wo die Aktienmärkte erneut stark unter Druck geraten waren. Außerdem profitiert der Goldpreis von der Tatsache, dass der US-Dollar in den ersten Wochen des neuen Jahres erstmals nach drei Jahren der Kräftigung wieder einen Verlust über 1,2 Prozent gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen hinnehmen musste, womit Gold für Investoren wieder attraktiver wurde. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Donnerstag (11.02.16) zufolge sagte ein Analyst der Société Générale über die wahrscheinliche, künftige Vorgehensweise der US-Notenbank:

"Der vorsichtigere Ton und die Betonung auf ein erhöhtes globales Risikoprofil, insbesondere das von China, deuten darauf hin, dass die künftige Entwicklung bei Leitzinserhöhungen sehr maßvoll verlaufen wird."

Sieben Milliarden Dollar Zinsen in nur wenigen Monaten

Ein weiterer Grund für die zögerliche Haltung der US-Notenbank sehen Beobachter unter anderem in der Tatsache, dass die amerikanische Zentralbank seit ihrer ersten moderaten Anhebung der Leitzinsen im vergangenen Jahr bereits insgesamt rund sieben Milliarden Dollar Zinsen an Banken zahlen musste, die einen Großteil ihrer überschüssigen Reserven bei der US-Notenbank geparkt haben. Trotz nach wie vor extremer Niedrigzinsen profitierten davon laut Bloomberg vor allem Großbanken wie etwa Goldman Sachs, die für ihre geparkten Reserven bereits mehr als 100 Millionen Dollar Zinsen kassierte. Noch üppiger fiel der Zinssegen für JP Morgan Chase aus. Auf die größte Bank der USA ließ die Fed innerhalb nur weniger Monate einen stattlichen Zinsregen von mehr als 900 Millionen Dollar niedergehen.

Goldpreis erhält Rückendeckung von zögerlicher US-Notenbank

All das konnte bei einem Zinssatz von gerade mal 0,25 Prozent geschehen. Doch bereits vergangenen Dezember hatte die US-Notenbank den Leitzins abermals auf 0,50 Prozent angehoben. In 2016 werden also mindestens doppelt so viele Zinsen auf die gewaltigen Bankeinlagen anfallen. Sollte die US-Notenbank ihren Zinssatz kommenden März abermals - wenngleich nur geringfügig um weitere 25 Basispunkte - anheben, würden deren Zinszahlungen nochmals drastisch steigen. Nicht zuletzt deshalb wurde die Praxis, auch überschüssige, also nicht vorgeschriebene Reserven der Banken mit Zinsen zu entlohnen, bei der Anhörung am vergangenen Mittwoch heftig kritisiert, da sie offenbar einer US-amerikanischen Zinswende zusätzlich im Wege steht. ironischerweise scheint es damit nun gerade so, als ob Gold beziehungsweise das zinslose Metall, jetzt indirekt durch Zinsen, die an anderen Stellen anfallen, profitieren könnte. Denn der Goldpreis erhält, wenn auch nicht gezielt oder gewollt, Rückendeckung von einer zögerlichen US-Notenbank.

Goldpreis lässt Fünfjahrestief weit hinter sich

Unterdessen konnte der Goldpreis mit der Entwicklung vom Donnerstag nunmehr an neun der vergangenen zehn Tage mit Gewinnen schließen. Lediglich am Mittwoch, den 9. Februar, musste sich der Goldpreis mit einer Seitwärtsbewegung zufrieden geben. Das bisherige Monatstief für Februar wurde unterdessen am Dienstag, den 02. Februar bei leicht über 1.123 Dollar pro Unze verzeichnet. Zwischen bisherigem Monatstief und dem nunmehr am 11. Februar eruielten Einjahreshoch liegen damit 137 Dollar. Das bisherige Jahrestief wurde derweil am 14. Januar bei etwas unter 1.077 Dollar pro Unze verbucht. Vorausgegangen war das vor knapp zwei Monaten registrierte Fünfjahrestief des Goldpreises. Am 17. Dezember notierte Gold nur noch bei 1.053 Dollar pro Unze. Weniger kostete Gold zuletzt Anfang Oktober 2009. Doch solche Preisniveaus hat das zinslose Edelmetall jetzt offenbar endgültig weit hinter sich gelassen.

Kommentar zum Artikel schreiben
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf gold.de gespeichert wird. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per Mail an info@gold.de widerrufen.
Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung.

Copyright © 2009-2018 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany