Gold: 4.232,75 € -0,37 %
Silber: 64,62 € -1,06 %
Stand: 28.04.2025 von Hannes Zipfel
Neben der aktuell laufenden Goldpreiskorrektur nach den stürmischen Kursanstiegen der letzten Wochen stehen v. a. Daten aus den Vereinigten Staaten im Mittelpunkt des Interesses. Die Signale für steigende Preise werden anhalten. Das BIP für Deutschland und die USA dürfte bereits im ersten Quartal Bremsspuren in Folge der Trump-Politik aufweisen.
Goldpreis-Korrektur, Handels-Kollaps & US-Arbeitsmarkt

Die "großen" US-Arbeitsmarktdaten für April könnten zum Wochenausklang hohe Schwankungen auslösen. Außerdem wird dies laut US-Außenminister Marco Rubio im Ukraine-Krieg „eine Woche der Entscheidung“.


Goldpreis schaltet in den Korrekturmodus um

Nach dem Touchieren der psychologisch wichtigen Marke von 3.500 US-Dollar pro Feinunze (31,1 g | 99,9 % Feingehalt) sind die Notierungen des gelben Edelmetalls in eine Konsolidierungsphase eingetreten.

Diese Verbilligung des Goldpreises wird flankiert von kurzfristig überkauften technischen Signalen (u. a. Stochastik und RSI) sowie Signalen der vermeintlichen Entspannung im Handelskrieg sowie im Russland-Ukraine Konflikt.

Trotz dieser, vermutlich temporären Faktoren, handelt es sich bislang um eine normale und gesunde Korrektur mit zahlreichen Unterstützungen nach unten.

Aktuell notiert das gelbe Edelmetall bei 3.288,15 US-Dollar pro Unze und damit 6,4 Prozent unter seinem Allzeithoch und 24,6 Prozent seit Jahresbeginn im Plus.:

Goldpreis pro Unze

In der Gemeinschaftswährung hat der Goldpreis bereits eine horizontale Unterstützungslinie gebrochen. Gleichwohl bieten die Aufwärtstrends stabile Unterstützungszonen:

Goldpreis in Euro

Seit Beginn des Jahres notiert der Goldpreis in Euro aktuell mit 14,5 Prozent im Plus. Auf Jahressicht mit 32,7 Prozent.

BIP-Daten und Handelskollaps

Am Mittwoch werden sowohl die deutschen als auch die US-Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) veröffentlicht. Hierzulande erwarten die Wirtschaftsexperten ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal (-0,2 %). Für die USA wird hingegen im Quartalsvergleich von der US-Statistikbehörde Bureau of Economic Analysis mit einer deutlichen Abkühlung von 2,4 Prozent im Schlussquartal 2024 auf 0,4 Prozent im Auftaktquartal 2025 gerechnet.

Die FED des Distrikts Atlanta (Landeszentralbank) erwartet gemäß ihres eigenen Prognosemodells „GDPNow“ mit -2.5 Prozent (25.04.2025) ebenso wie der Analystenkonsens sogar ein "Negativwachstum " des Quartals-BIPs:

Evolution of Atlanta

Besondere Belastungsfaktoren sind die ersten Auswirkungen durch die Konsum- und Investitionszurückhaltung in Folge der Verunsicherung durch den globalen Handelskrieg sowie der Beginn des Wegbrechens von Lieferketten – speziell aus China (Stand: 25. April 2025 | Apollo, Macrobond):

Handel China USA kollabiert

Da im Mai weitere Zollrestriktionen in Kraft treten und die Lagerbestände sukzessive zur Neige gehen, dürfte sich die Herausforderung reißender Lieferketten und steigender Preise (Stagflation) weiter verschärfen.

Arbeitsmarkt mit ersten Schwächesignalen

Zwar gilt der Arbeitsmarkt als nachlaufender Konjunkturindikator, dennoch wird bereits für den April eine Abschwächung in den USA erwartet.

Für die am Freitag um 14:30 Uhr MESZ anstehende Veröffentlichung der "großen" US-Arbeitsmarktdaten wird im Konsens nur noch mit einem Zuwachs von 129.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft gerechnet. Im Vormonat waren es noch 228.000.

Um die Arbeitslosenquote stabil zu halten, müssen unter Berücksichtigung von Demografie, Zu- und Ab-Wanderung von Arbeitskräften etc. mind. 250.000 neue Stellen pro Monat geschaffen werden.

Kurze Woche – praller Datenkalender

​In der feiertags- und brückentagsbedingt kurzen Kalenderwoche 18 in Deutschland (28. April bis 2. Mai 2025) stehen mehrere bedeutende Wirtschafts- und Unternehmenszahlen zur Veröffentlichung auf der Agenda, die sowohl den Goldpreis als auch die Kurse an den globalen Finanzmärkten allgemein beeinflussen werden:​

Montag, 28. April: Arbeitslosenquote Spanien März (akt.: 11,36 % | e: 10,7 % | Ultimo 2024: 10,6 %), Rede von Luis de Guindos (EZB-Vizepräsident).

Dienstag, 29. April: GfK Konsumklima Deutschland (Mai), Verbraucherpreisindex (VPI) Spanien (April, vorläufig), Verbrauchervertrauen Eurozone (April)​, Apple Inc. (Ergebnisse des zweiten Quartals 2025), Microsoft Corp. (Ergebnisse des dritten Quartals 2025).

Mittwoch, 30. April: Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschland (Q1, vorläufig), Verbraucherpreisindex (VPI) Deutschland (April, vorläufig), Bruttoinlandsprodukt (BIP) Eurozone (Q1, vorläufig), US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) Q1/2025 (vorläufige Daten), ADP-Beschäftigungsbericht: Ein Indikator für die Beschäftigungslage im privaten US-Sektor, der Hinweise auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag geben kann.

Donnerstag, 01. Mai: Feiertag (Tag der Arbeit) – Finanzmärkte in Deutschland und vielen europäischen Ländern geschlossen, Eurozone: Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe, US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Freitag, 02. Mai: US-Arbeitsmarktbericht für April 2025 mit Veröffentlichung der Arbeitslosenquote und der Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls | zentraler Indikator für die US-Wirtschaft mit erheblichen Auswirkungen auf die Finanzmärkte und den Goldpreis), Terminmarktdaten der US-Aufsichtsbehörde CFTC (COT-Report) für Gold, Silber & Co. (21:30 Uhr MEZ).

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

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Stand: 28.04.2025
geschrieben von:
Ökonom, Journalist mit Schwerpunkt Wirtschaft und Finanzmärkte
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