Stand: 06.11.2014  5 Kommentare

Ein Einbruch von zwanzig Dollar innerhalb weniger Minuten ohne erkennbaren Grund - entsprechende Bewegungen sind auf dem Goldmarkt inzwischen an der Tagesordnung. Am Mittwochmorgen ging es erneut bergab - und die Hintergründe des jüngsten Abwärtsschub dürften den Manipulationsverdacht gegenüber dem Edelmetallmarkt erhärten.

Am Edelmetallmarkt herrscht regelrechte Untergangsstimmung - der Goldpreis hat am Mittwoch bereits zum fünften Mal in Folge den Tag mit starken Verlusten abgeschlossen. Und der Tag begann für viele Goldanleger mit einer bösen Überraschung: Die Kursgrafik zeigte am Mittwochmorgen steil nach unten. Der Grund dafür ist inzwischen bekannt: Wie das Internetportal "Zero Hedge" ermittelt hat, wurde ausgerechnet in der Mittagspause des japanischen Handels eine massive Verkaufsorder ausgelöst.

Der Umfang lag bei mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar. Die Folgen für den Goldpreis waren verheerend, um über 20 Dollar rutschte der Preis für eine Unze ab und brach damit weitere charttechnische Unterstützungen.

Welche Motivation steckt hinter einem Goldverkauf in einer Handelspause?

Der anhaltende Manipulationsverdacht, der seit Jahren auf dem Goldmarkt lastet, bekommt mit dieser Beobachtung neues Futter. Denn es steht außer Frage, dass eine Verkaufsorder zu handelsschwachen Zeiten eigentlich anlagestrategischer Unsinn ist - wenn der Verkäufer es nicht auf einen besonders schlechten Verkaufspreis abgesehen hat. Entsprechende Muster sind jedoch inzwischen an der Tagesordnung auf dem Goldmarkt.

Ein Rückblick als Beispiel: Ende September rutschte der Goldpreis gleich mehrfach wiederholt zu handelsarmen Zeiten ab. Innerhalb weniger Stunden verlor der Goldpreis in vier Schüben stückchenweise - bei jedem dieser vier Schübe ging es steil bergab, dann blieb der Goldpreis stabil und rutschte kurz danach weiter ab. Das Chartbild deutet also auf gezielte Eingriffe hin. Geopolitische Nachrichten oder fundamentale Gründe gab es damals nicht, im Gegenteil - von einer möglichen Einigung zwischen Russland und der Ukraine war damals noch nichts bekannt, der Konflikt beherrschte die Tagespresse.

Der Grund für die überraschenden Verkäufe vom September und Oktober ist leicht auszumachen:

An der Terminbörse COMEX sind nur wenige Anleger weltweit aktiv. Privatanleger, Fonds sowie Vermögensverwalter sind an der COMEX nicht vertreten. Und die wenigen Spieler auf diesem Marktplatz können - so der immer wieder geäußerte Vorwurf - die Preise stark beeinflussen. An manchen Tagen werden Goldpapiere im Gegenwert von über 20 Milliarden Euro an der COMEX verschoben - wer ist in der Lage, in dieser Größenordnung zu handeln?

Viele Marktbeobachter kennen die Antwort: Zentralbanken.

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Kommentare [5]
  • von Goldmann | 12.11.2014, 13:53 Antworten

    Manipulation macht doch erst den Nervenkitzel.
    Empfehlen und selbst dagegen wetten bringt doch erst Abwechslung.
    Wer da mitmacht ist nicht zu bedauern.

  • von W.L. | 12.11.2014, 12:00 Antworten

    das die Rohstoff und Edelmetallpreis manipuliert werden ist doch seit langem nicht unbekannt.
    Die etwas daran ändern müssten und könnten, die Regierungen, sind nicht nur wie Justicia auf einem sondern auf beiden Augen blind

  • von juanm. | 12.11.2014, 10:13 Antworten

    I totally agree with Scepticide's view. A fast buck "earned" with intangible assets will most probably be lost soon enough and the fat-cat bankers will make the profit in the end.
    Tangible assets, gentlemen! Gold, which can be bought at very interesting prices at the moment, is for people with common sense.

  • von Scepticide | 11.11.2014, 20:30 Antworten

    Ach, ja? Gähn...
    Aber Moment: Ganz vergessen, "Danke" zu sagen. Also: "Danke"!

    15 Unzen AG pro Monat kann ich Sklave finanziell entbehren, da ich mich dem heiligen, dreifaltigen Konsum (kaufen, transportieren, wegschmeißen) zunehmend verweigere.
    Wenn es dann auf einmal 16 oder 17 oz werden, habe ich aber auch nichts dagegen. So kriege ich als kleiner Sklave noch mehr Wertschätzung für meine Untertanentätigkeit. Und das ist ja ansonsten schon lange her, oder?

    Insofern, ihr Bullionbanker: spielt den Preis gerne noch weiter gegen Null, das wäre sehr sozial!
    Ich will doch nicht mehr die Papierscheinchen oder Zahlen auf meinem Konto vermehren, so wie ihr Euch das vorstellt.
    Und Zinsen? Finde ich eh asozial und abartig wie Euch, könnt ihr gerne behalten. Außerdem ist Euer Geld häßlich, stinken tut es auch. Darauf auch noch Zinsen? Nee!

    Ich möchte gerne etwas Reales haben, um so gut als möglich von Euch Klopapierpriestern unabhängig zu werden.
    Aber, weil ihr das nicht versteht, tut ihr mir permanent einen großen Gefallen.
    Nochmals: "Danke, liebe Banker!". Aber ansonsten leihe ich Euch weder jemals wieder mein Ohr, noch mein Klopapier. Ich meine jetzt das, was ihr als "Geld" verkauft.

    PS: Gebrauchte 1-Dollarscheine sind sowohl im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit, als auch im Hinblick auf Saugfähigkeit am Besten geeignet. Da kann Silber absolut nicht mithalten. Da muss man also schon abwägen.

  • von Goldmann | 06.11.2014, 12:07 Antworten

    Hoch spekulativ,wie der gesamte Börsen Handel.
    Es verdienen immer die gleichen Brüder mit den gleichen Kappen.

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