Stand: 31.12.2014 von © Gold.de Redaktion CW/SH 5 Kommentare

Das Jahr neigt sich dem Ende zu - und die letzten Tage des Handelsjahres werden traditionell für einen Rückblick auf die Entwicklung der Finanzmärkte genutzt. Für Gold fallen die Meinungen in diesem Jahr gemischt aus: Experten gehen von einer Stabilisierung des Goldpreises aus, für neue Hausse-Phantasien gibt es jedoch wenig Anlass.

Das Internetportal "finanzen.net" hat Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, sowie Ronald Stöferle, Managing Partner und Fondsmanager der Incrementum AG in Liechtenstein, zu einem Jahresrückblick auf die Finanzmärkte eingeladen. Dabei stellen beide Gold ein zufriedenstellendes Zeugnis für das Jahr 2014 aus. Ronald Stöferle glaubt daran, dass Gold den Nimbus als Krisenmetall nicht verloren habe.

Ronald Stöferle: Gold hat 2014 besser performt als der DAX

Stöferle verweist auf die Entwicklung des Goldpreises in  russischen Rubel oder im japanischen Yen, wo Gold immer noch im Plus rangiert. Außerdem erinnert Stöferle daran, dass der Goldpreis in Euro seit Jahresbeginn knapp 10 Prozent im Plus liegt und damit besser als der DAX steht.  Folker Hellmeyer vermutet, dass die Edelmetalle nicht mehr als Krisenbarometer wahrgenommen werden und erinnert daran, dass dies zu Hochzeiten der Finanzkrise nicht anders war.

Damals fiel der Goldkurs von etwas über 1.000 Dollar auf 600 Dollar. Hellmeyer bleibt trotzdem bullish für Edelmetalle. Er erwartet in den kommenden zwei bis drei Jahren einen Anstieg, der auch über die historischen Höchstkurse hinausgehen werde. Für Hellmeyer gehören Gold und Silber in jedes Depot. Hellmeyer und Stöferle weisen auf den gestiegenen Goldhunger vor allem in Schwellenländern hin und erwarten hier weitere Zuwächse im neuen Jahr.

Thorsten Proettel: Starker Dollar lastet auf schwachem Gold

Allzuviel Euphorie ist bei den Experten jedoch nicht zu beobachten: Für die Edelmetalle war 2014 alles andere als ein glanzvolles Jahr, meint Thorsten Proettel, Rohstoffexperte bei der Landesbank Baden-Württemberg. Im Gespräch mit dem "Deutschen Anleger Fernsehen" erklärt Proettel, dass sich bei Gold und Silber der wirtschaftliche Aufschwung in den USA bemerkbar mache und das Krisenmetall Gold zumindest in den USA weniger gefragt sei. Der starke US-Dollar lastet zudem auf dem Goldpreis, denn Gold wird häufig als Gegenwährung zum Dollar verstanden - und wenn der Dollar erstarkt, schwächt dies den Goldpreis. Proettel ist nicht überrascht, dass der Goldpreis von den Krisen des Jahres nicht profitiert hat.

Der Ukraine-Konflikt oder die Krim-Besetzung seien Beispiele für einen neuen Ost-West-Konflikt, es ist nach Ansicht von Proettel aber keine Krise, die den Geldbeutel berührt. Für 2015 sieht Proettel nur wenig Potenzial für Edelmetalle: Weil sich die Konjunkturperspektiven weltweit eingetrübt haben, sind vor allem die weißen Metalle nicht mehr so stark wie bisher gefragt. Im nächsten Jahr dürfte Gold weiterhin unter Druck stehen, doch die Gefahr einer Erschütterung der Finanzmärkte ist laut Thorsten Proettel nicht gebannt.

Er glaubt daher, dass im kommenden Jahr ein günstiger Zeitpunkt für den Einstieg in Gold gekommen sei, denn Proettel sieht den Goldpreis gegen Ende des Jahres 2015 in Richtung von 1350 US-Dollar steigen.

Schweizer Handelszeitung: Stagnation statt Fortsetzung der Hausse

Eine lesenswerte Perspektive auf die mögliche Entwicklung des Goldpreises bietet die "Handelszeitung" aus der Schweiz - dem Land, welches in diesem Jahr für eine kleine Revolution auf dem Goldmarkt hätte sorgen können. Die Schweizer Journalisten glauben, dass sich der Goldpreis im Jahr 2015 allenfalls leicht erholen werde, wahrscheinlicher aber ist eine stagnierende Entwicklung. "Solange der globale Verschuldungstrend nach oben zeigt, bleibt Gold eine wirkungsvolle und notwendige Absicherung gegen ein Wiederaufflackern der Finanzkrise", sagt Harald Preissler, Chefökonom der Bantleon Bank, gegenüber dem Blatt. Die UBS etwa rät in ihrem Ausblick auf das Jahr 2015 noch nicht zu Goldanlagen: "Wir rechnen mit ETF-Abflüssen von 300 bis 400 Tonnen. Dies würde den Goldpreis auf 1050 Dollar je Feinunze drücken", heißt es in einer Stellungnahme. Weitere Prognosen anderer Banken finden Sie in unserem Artkel Gold Prognosen

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Kommentare [5]
  • von Tom Hofmann, D-Magstsadt | 30.12.2014, 22:26 Antworten

    Die UBS etwa rät
    Ja, wenn die Bank das rät..und unsere Qualitätsmedien das auch raten, dann sollten wir schnell unser wertloses Gold verkaufen...

  • von Mr Silver | 01.01.2015, 16:15 Antworten

    Gold wird das machen was alle anderen Rohstoffe machen. Es wird in eine Preisrange gehen, die noch weit entfernt vom jetzigen Preis ist.
    Jedes Jahrzehnt hat seine Spitzenreiter, wozu Gold auch im letzten Jahrzehnt dazugehörte. Doch die Tops von einem Jahrzehnt waren immer die Flops im nächsten Jahrzehnt. Seit ca 1880 wo man Kurse in einem Chart erfast kann man dies in den Archiven nachforschen. Gold als Rohstoff wird nur geringfügig gebraucht. Elektro und Dental Industrie haben gelernt viel einzusparen. Schmuck läuft nurnoch in Indien. Interesse an hohen Goldpreisen geht von den Minen und den Kupferminen aus. Doch Goldminenaktien sind schon stark gefallen, was mir natürlich anzeigt das die Inhaber damals zu teuren Preisen Ihr Papier verkauft haben. Und wenn die Minen bald geschlossen werden, haben die Unternehmer eine schöne Rücklage aus dem Aktienverkauf..Alle Märkte sind gleich. Was vor 14 Jahren mit den Aktien geschah passiert jetzt mit den Rohstoffen. Anleger beisssen sich immer an den hohen Preis fest. Gold über 1800 Dollar. Seit 1971 wird Gold an der Terminbörse gehandelt. Von den 43 Jahren hatte Gold diesen Preis gerade mal nur fast 1 Jahr erreicht. Es pendelte aber viele Jahre zwischen 350 und 450 Dollar.

  • von HG aus UW | 03.01.2015, 20:00 Antworten

    Ich denke Gold wird immer seinen Wert behalten, es wird ja nicht mehr auf der Welt. Und in schlechten Zeiten hat es immer seinen Wert behalten.

  • von Friedrich | 12.03.2015, 00:58 Antworten

    wenn Du ein Idiot bist, sollst Du dein "wertloses Gold" schnell verkaufen..

  • von Ellen | 12.03.2015, 01:01 Antworten

    ...und hochwertige Euro kaufen!

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