| GOLD | 4.131,71 $/oz | 3.620,90 €/oz | 116,41 €/g | 116.415 €/kg |
| SILBER | 59,62 $/oz | 52,25 €/oz | 1,68 €/g | 1.679,88 €/kg |
Der Goldpreis verlor seit Jahresanfang 6,6 Prozent, der Silberpreis büßte 19,0 Prozent ein. Noch stärker fielen die Rückgänge beim Platinpreis mit 22,3 Prozent und Palladium mit 26,1 Prozent aus. Im Vergleich dazu legten der S&P 500 um 8,2 Prozent, WTI-Rohöl um 21,6 Prozent und der Dollarindex um 2,9 Prozent zu. Selbst der DAX behauptete sich mit einem leichten Plus von 0,9 Prozent. Lediglich der Bitcoin entwickelte sich mit einem Minus von 31,5 Prozent noch schwächer als die Edelmetalle.
| Performance 2026 | Performance 12 Monate | 250-Tage-Vola | |
|---|---|---|---|
| Goldpreis (USD) | -6,6 % | 22,2 % | 33,9 % |
| Silberpreis (USD) | -19,0 % | 59,8 % | 81,9 % |
| Platinpreis (USD) | -22,3 % | 18,2 % | 67,4 % |
| Palladiumpreis (USD) | -26,1 % | 13,1 % | 68,2 % |
| WTI-Rohöl | 21,6 % | 7,2 % | 57,5 % |
| Dollarindex (Punkte) | 2,9 % | 4,5 % | 7,1 % |
| S&P-500 (Punkte) | 8,2 % | 19,3 % | 15,1 % |
| DAX (Punkte) | 0,9 % | 3,4 % | 19,2 % |
| Bitcoin (USD) | -31,5 % | -44,1 % | 46,8 % |
Auslöser der Korrektur war vor allem das deutlich veränderte Zinsumfeld. Während zu Jahresbeginn noch Zinssenkungen erwartet wurden, änderte sich das Bild im Laufe des Frühjahrs grundlegend. Die Europäische Zentralbank erhöhte ihren Leitzins auf 2,25 Prozent, während die US-Notenbank unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh überraschend falkenhafte Signale aussandte. Das CME FedWatch-Tool spiegelte diese Entwicklung wider und preist mittlerweile für das laufende Jahr mehrere weitere Zinserhöhungen in den USA ein.
Steigende Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten von Edelmetallen, da diese keine laufenden Zinserträge erwirtschaften. Gleichzeitig gewann der Dollar deutlich an Stärke.
Hinzu kamen umfangreiche Gewinnmitnahmen, nachdem insbesondere Gold in den Jahren zuvor eine außergewöhnlich starke Rallye verzeichnet hatte.
Zum Ende des ersten Halbjahres verschlechterte sich zudem das charttechnische Bild. Wichtige Unterstützungen und Durchschnittslinien wurden unterschritten, wodurch zahlreiche technische Verkaufssignale ausgelöst wurden. Gerade bei Silber, Platin und Palladium verstärkte dies die ohnehin hohe Schwankungsintensität und führte zu überdurchschnittlich hohen Kursverlusten, was auch auf die geringere Marktliquidität zurückzuführen war.
Trotz der schwachen Entwicklung seit Jahresbeginn zeigt der Blick auf die vergangenen zwölf Monate ein wesentlich positiveres Bild.
Gold liegt gegenüber dem Vorjahr immer noch um 22,2 Prozent im Plus. Silber verzeichnet sogar einen Wertzuwachs von 59,8 Prozent. Auch Platin mit 18,2 Prozent und Palladium mit 13,1 Prozent notieren auf Jahressicht weiterhin deutlich höher. Die aktuelle Korrektur relativiert damit vor allem einen Teil der zuvor erzielten Kursgewinne.
Bemerkenswert ist zudem, dass der Dollar derzeit von vielen Marktteilnehmern stärker als sicherer Hafen wahrgenommen wird als Gold. Höhere US-Zinsen und attraktive Anleiherenditen haben Kapital in den Dollarraum gelenkt und das Edelmetall damit in den Hintergrund gedrängt.
Langfristig könnten sich die Vorzeichen jedoch wieder umkehren. Die weltweit zunehmende Diversifizierung der Währungsreserven, die anhaltende Entdollarisierung zahlreicher Schwellenländer sowie die hohe Staatsverschuldung vieler Industrieländer sprechen dafür, dass Gold seine Bedeutung als strategischer Vermögensbaustein behalten dürfte. Hinzu kommt, dass physisches Gold kein Kontrahentenrisiko aufweist und über lange Zeiträume Kaufkraft wirksam erhalten hat.
Auch aus Risikosicht nimmt Gold eine Sonderstellung unter den Sachwerten ein. Mit einer historischen 250-Tage-Volatilität von 33,9 Prozent schwankt das Edelmetall deutlich weniger als Silber (81,9 Prozent), Platin (67,4 Prozent), Palladium (68,2 Prozent) oder auch der Bitcoin (46,8 Prozent). Für langfristig orientierte Anleger bleibt Gold damit trotz der aktuellen Schwächephase das vergleichsweise stabilste Edelmetall – auch wenn kurzfristige Rückschläge nicht ausgeschlossen werden können.
Bevor die USA am Samstag ihren 250. Geburtstag (Independence Day) feiern, stehen noch wichtige Termine auf der Agenda. Mit Spannung dürften die Marktakteure die zahlreichen Indikatoren zum US-Arbeitsmarkt erwarten. Los geht´s am Dienstag mit der Anzahl offener Stellen, gefolgt vom Challengerbericht über Stellenstreichungen und dem ADP-Monatsbericht über die Zahl neu geschaffener Stellen (beide Mittwoch). Eine regelrechte Datenflut steht dann mit den wöchentlichen Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe und dem Juni-Bericht des US-Arbeitsministeriums zur Lage am Arbeitsmarkt an (beide Donnerstag).
Neue Impulse könnte der Goldpreis aber auch von der für Mittwoch angekündigten Rede des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh erhalten. Dessen Töne fielen nach seinem Amtsantritt deutlich „falkenhafter“ als erwartet aus.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Aufgrund des vorgezogenen US-Feiertags dürfte vor dem Wochenende sowohl die Nachrichtenlage als auch die Marktliquidität dünner als gewohnt ausfallen. Wie sich dies auf den Goldpreis auswirken wird, bleibt abzuwarten.