Stand: 12.11.2014  1 Kommentare

Der jüngste Rückgang des Goldpreises macht immer mehr Goldproduzenten ernsthafte Probleme - schon jetzt machen einige Minen mit jeder Unze, die sie aus der Erde holen, zusätzlichen Verlust. Und weitere Unternehmen stehen laut einem Bericht des Finanzsenders Bloomberg kurz vor dem Sprung über die Verlustgrenze.

Der "Bloomberg"-Berechnung zufolge arbeiten mit dem Sturz des Goldpreises unter die Marke von 1137 US-Dollar bereits sieben von 19 beobachteten Bergbauunternehmen beim aktuellen Goldpreis defizitär, darunter Harmony Gold Mining, das immerhin drittgrößte Förderunternehmen Südafrikas. Auch Primero Mining arbeitet dem Bericht zufolge defizitär. Der Verlust der Unternehmen reicht bis zu 50 US-Dollar pro Feinunze.

Zwei-Klassen-Markt: Profitable gegen defizitäre Minen

Die Auswirkungen des Goldpreisrutsches sind also gewaltig. Wie John Ing, Vorstandschef beim Handelshaus "Maison Placements Canada" weist im Gespräch mit "Bloomberg" darauf hin, dass sich ein Zwei-Klassen-Markt innerhalb der Goldminenbranche entwickelt.  Während eine Gruppe von Unternehmen durch geringe Kosten auffällt, sind andere durch zu hohe Kosten belastet. Und so entwickelt sich vor allem für die Unternehmen mit hohen Kosten eine Abwärtsspirale, weil sich die meisten Marktteilnehmer für die günstige Konkurrenz entscheiden.

Unternehmen haben sich während des Bullenmarktes verschätzt

Die Ursachen für die aktuellen Turbulenzen liegen dem Bericht  von "Bloomberg" in der Zeit des Höhepunktes des zwölfjährigen Bullenmarktes für Gold. Als der Goldpreis auf ein Rekordniveau von 1923,70 US-Dollar pro Unze stieg, wurden viele neue Minen gebaut unter der Annahme weiter steigender Preise.

Die Folgen sind derzeit besonders drastisch zu beobachten: Als der Goldpreis allein in einer Woche um 4,7 Prozent fiel, sackte der "Standard & Poors / TSX Global Gold Sector Index" von 40 Produzenten um 16 Prozent ab. Ungefähr ein Drittel der weltweiten Produktion ist laut "Bloomberg" inzwischen "cash-flow-negativ" bei einem Goldpreis von weniger als 1250 US-Dollar.

Manche Unternehmen arbeiten weiterhin mit Gewinn

Es gibt allerdings noch einzelne Minenbetreiber, die bei den aktuellen Preisen weiterhin Gewinn machen. Dem Bericht zufolge liegen die so genannten "all-in sustaining cash costs", also die kombinierten Förderungs- und Nebenkosten bei Barrick Gold derzeit bei 834 US-Dollar pro Unze. Alacer Gold Corp erreicht sogar einen Durchschnittspreis von 711 US-Dollar pro Feinunze.  Auch Goldcorp, Randgold Resources und Eldorado werden von "Bloomberg" als robust angesehen.

Diese Unternehmen hätten rechtzeitig reagiert, das Management ausgetauscht und die Verwaltung verschlankt. Am anderen Ende der Liste steht Harmony Gold mit "all in"-Kosten von 1245 US-Dollar pro Feinunze, Primero kommt auf 1228 US-Dollar.

Minenbetreiber im Überblick

  • Alacer Gold: 711 US-Dollar (Bloomberg)
  • Barrick Gold: 834 US-Dollar (Reuters vom 29.10.2014)
  • Goldcorp: 850 US-Dollar (Der Aktionär 40/14 vom 19.09.2014)
  • Randgold: (keine Angaben, laut Bloomberg profitabel)
  • Newmont: 1050 - 1120 US-Dollar (Reuters vom 30.10.2014)
  • Eldorado: 809 US-Dollar (Der Aktionär 40/14 vom 19.09.2014)
  • Timmins: 1000 US-Dollar (Wallstreet Online vom 04.11.2014)
  • AngoGold Ashanti: 1027 US-Dollar (Der Aktionär 40/14 vom 19.09.2014)
  • B2Gold: 1080 US-Dollar (Der Aktionär 40/14 vom 19.09.2014)
  • Gold Fields: 1058 US-Dollar (Der Aktionär 40/14 vom 19.09.2014)
  • Kinross: 988 US-Dollar (Der Aktionär 40/14 vom 19.09.2014)
  • Yamana: 915 US-Dollar (Der Aktionär 40/14 vom 19.09.2014)
  • Harmony Gold: 1245 US-Dollar (Bloomberg)
  • Primero: 1228 US-Dollar (Bloomberg)
  • DRDGold (keine Angaben, laut Bloomberg defizitär)
  • Golden Star Resources: keine Angaben, laut Bloomberg defizitär)
  • Alamos Gold (keine Angaben, laut Bloomberg defizitär)
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Kommentare [1]
  • von max glöckner | 16.12.2014, 19:10 Antworten

    mir fehlt der glaube

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