Stand: 02.06.2021 von Florian Grummes
In den vergangenen zwei Monaten konnte sich der Goldpreis ausgehend vom Doppeltief bei 1.676 US-Dollar um satte 240 US-Dollar erholen. Unsere genannten Erholungsziele um 1.785 US-Dollar und 1.855 US-Dollar wurden dabei zügig abgearbeitet.
Goldpreis – Rücksetzer wird absehbar

Aktuell arbeiten die Bullen an einer Zugabe und bemühen sich an einer Rückeroberung der psychologischen Marke von 1.900 US-Dollar.

Im besten Fall reichen die Kräfte noch für einen Vorstoß bis zum harten Widerstand um 1.950 US-Dollar.

Andernfalls leitet schon in Kürze das 61,8%-Retracement bei 1.923 US-Dollar einen gesunden Rücksetzer ein. Dieser könnte die Goldnotierungen im Juni oder Juli nochmal in Richtung der 200-Tagelinie (1.843 US-Dollar) zurückführen.

Im Anschluss wäre dann im Rahmen der übergeordneten Erholungsbewegung ein Angriff auf die Marke von 2.000 US-Dollar im späteren Hochsommer zu erwarten. Insgesamt hat sich das Bild im Edelmetallsektor dank der starken Erholung deutlich aufgehellt.

Goldpreis-Chart in US-Dollar – Abwärtstrendkanal klarer Ausbruch

Goldpreis-Chart in US-Dollar – Abwärtstrendkanal klarer Ausbruch

Auf dem Wochenchart gelang dem Goldpreis Mitte Mai der mühelose Sprung über den Abwärtstrend der vorangegangenen neuneinhalb Monate. Damit ist die Korrektur, welche mit dem neuen Allzeithoch bei 2.075 US-Dollar am 7.August 2020 begann, mittlerweile beendet. Letztlich wurde diese gesunde Korrektur in einer bullischen Flagge abgearbeitet.

Gleichzeitig stößt der Goldpreis nun an die Oberkante des dreijährigen Aufwärtstrendkanals (aktuell ca. 1.925 US-Dollar) an. Zudem wartet bei 1.923 US-Dollar das 61,8%-Retracement der Korrekturwelle.

Damit liefert die Zone zwischen 1.920 US-Dollar und 1.925 US-Dollar eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein kurzfristiges Hoch und einen Rücksetzer.

Die Tatsache, dass sich der Goldpreis aktuell um 1.900 US-Dollar bereits schwertut und Höchstkurse bei 1.912 US-Dollar und 1.916 US-Dollar zuletzt jeweils eine deutliche Gewinnmitnahmen aktivierten, unterstreichen diese Vermutung.

Im besten Fall wäre noch eine mehr oder weniger direkte Fortsetzung bis auf ca. 1.950 US-Dollar denkbar. Hier scheiterte der Goldpreis allerdings Anfang November und Anfang Januar jeweils kläglich.

Insgesamt ist der übergeordnete Aufwärtstrend ungefährdet intakt.

Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen für einen baldigen Rücksetzer. Dieser könnte die Goldnotierungen zurück an die Oberkante des ehemaligen Abwärtstrendkanals im Bereich um 1.840 US-Dollar führen. Hier würde sich dann kurz vor der saisonal besten Phase des Jahres vermutlich eine sehr gute Kaufgelegenheit ergeben.

Goldpreis Tageschart in US-Dollar – Stochastik bullisch festgezurrt

Goldpreis Tageschart in US-Dollar – Stochastik bullisch festgezurrt

Auf dem Tageschart hat der Goldpreis seit dem Tief bei 1.676 US-Dollar eine beeindruckende Erholungsrally aufs Parkett gezaubert. Allerdings hat diese Aufwärtswelle viel Kraft gekostet und dürfte daher in Kürze ein Durchschnaufen benötigen, noch ist der Stochastik Oszillator mit beiden Signallinien klar oberhalb von 80 bullish eingebettet.

Damit ist der Aufwärtstrend kurzfristig festgezurrt und ein Anstieg bis zum 61,8%-Retracement bei 1.923 US-Dollar höchstwahrscheinlich.

Für den Vorstoß bis zum nächsten harten Widerstand um 1.950 US-Dollar würde es allerdings einen deutlichen Kraftakt benötigen. Nicht auszuschließen, dass die Bullen im aktuell für die Edelmetalle sehr günstigen Marktumfeld dazu noch Kraftreserven aktivieren können.

Das Chancen/Risiko-Verhältnis ist auf dem aktuellen Preisniveau jedoch nicht mehr günstig.

Einer potenziellen Chance von kurzfristig vielleicht noch ca. 50 US-Dollar auf der Oberseite steht ein Risiko von ebenfalls mindestens 50 US-Dollar auf der Unterseite gegenüber. Besser ist es, auf den bald fälligen Rücksetzer zu warten. Dieser könnte den Goldpreis noch im Juni oder spätestens im Juli in Richtung der leicht fallenden 200-Tagelinie (1.843 US-Dollar) führen.

Hier würde sich dann eine gute Einstiegs- bzw. Nachkaufchance präsentieren, schließlich beginnt die saisonal beste Phase am Goldmarkt typischerweise Mitte/Ende Juli.

Zusammengefasst ist der Tageschart aktuell aufgrund der eingebetteten Stochastik fest in der Hand der Bullen. Viel Luft nach oben ist aber auf Sicht der kommenden Wochen nicht mehr vorhanden. Ein absehbarer Rücksetzer sollte entweder um ca. 1.920 US-Dollar oder spätestens um ca. 1.950 US-Dollar starten und für eine kleine Bereinigung am Goldmarkt sorgen.

Die Zielzone für diesen Rücksetzer liegt im Bereich 1.820 US-Dollar bis 1.850 US-Dollar. Solange sich Gold dabei aber oberhalb von 1.800 US-Dollar halten kann, ist die Welt der Bullen in Ordnung und eine Fortsetzung der Erholung in Richtung 2.000 US-Dollar nur eine Frage der Zeit.

Gold neues Kauflimit bei 1.525 Euro

In Euro fällt die Erholungsrally beim Goldpreis bislang aufgrund des schwächeren US-Dollars etwas dezenter aus. Die fallende 200-Tagelinie (1.537 US-Dollar) konnte aber auch hier problemlos zurückerobert werden.

Sollte der Goldpreis in den kommenden Wochen ungefähr in Richtung 1.840 US-Dollar zurücksetzen und gleichzeitig das Währungspärchen EUR/USD vielleicht auf ca. 1,20 zurückfallen, würde sich um ca. 1.520 Euro bis 1.535 Euro eine Nachkauf Chance beim Gold ergeben. Wir erhöhen daher unser Kauflimit auf 1.525 Euro.

Autor: Florian Grummes
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von Hans im Glück | 14.06.2021, 15:12 Antworten

Falle hat zugeschnappt. Kaufkurse mit Limit bietet zumindest ein deutschlandweit operierendes Unternehmen aus Österreich an. Endlich ist der RSI heute stark gefallen und der MACD fast am Tiefpunkt. Kaufkurs von 1524 €/Unze war möglich. Wer jetzt über tiefere Nachkaufkurse fabuliert, handelt sicher unredlich.

2 Antworten an Hans im Glück anzeigen
von bei 1772 Wie gewonnen, so zerronnen! | 17.06.2021, 23:37 Antworten

"Unsere genannten Erholungsziele um 1.785 US-Dollar und 1.855 US-Dollar wurden dabei zügig abgearbeitet."

von Reinhard | 03.06.2021, 09:09 Antworten

Sehr gute Analyse

2 Antworten an Reinhard anzeigen
von Danke für die Bestätigung | 02.06.2021, 17:48 Antworten

von Hans im Glück | 01.06.2021, 11:14

Wir sind momentan in einer überkauften Phase (vergleiche dazu RSI und Bollinger Bänder). Es wird Zeit dass sich diese Übertreibungen abbauen und da sind demnächst sinkende Preise nur logisch. Einfach nur warten können und Cash bereit halten.

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"