| GOLD | 5.006,44 $/oz | 4.350,74 €/oz | 139,88 €/g | 139.880 €/kg |
| SILBER | 80,74 $/oz | 70,28 €/oz | 2,26 €/g | 2.259,55 €/kg |
Das gelbe Edelmetall hat zuletzt deutlich angezogen und rückt wieder in Reichweite seiner bisherigen Höchststände bzw. hat heute bereits ein neues Allzeithoch in Euro erreicht. Auffällig ist dabei: Viele der „alten“ Kaufargumente, die Gold seit Jahrzehnten stützen, erleben derzeit ein starkes Comeback.
Sicherer Hafen und Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten: Das wohl bekannteste Argument für ein Investment in Gold ist seine Rolle als „sicherer Hafen“. Wenn geopolitische Risiken zunehmen, politische Allianzen brüchig werden und militärische Konflikte eskalieren, steigt die Nachfrage nach Vermögenswerten, die unabhängig von einzelnen Staaten oder Währungen funktionieren. Gold ist weder eine Forderung gegenüber einem Schuldner noch an die Zahlungsfähigkeit eines Landes gebunden. Gerade in Zeiten erhöhter Unsicherheit fungiert es deshalb als wirksamer Stabilitätsanker im Portfolio. Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat diese Eigenschaft wieder einmal bewiesen. Anleger suchen Schutz und finden ihn traditionell im Sachwert Gold.
Schutzfunktion durch negative Korrelation zu Dollar und Aktien: Ein weiteres zentrales Kaufargument ist die Diversifikationswirkung von Gold. Historisch zeigt das Edelmetall häufig eine negative oder zumindest geringe Korrelation zu Aktienmärkten. Kommt es an den Börsen zu Turbulenzen, kann Gold stabilisieren oder sogar zulegen. Auch gegenüber dem Dollar zeigt sich immer wieder eine gegenläufige Tendenz: Schwächelt die Weltleitwährung, profitiert häufig der Goldpreis. In einem Umfeld, in dem sowohl Aktienmärkte als auch Währungen stark schwanken, gewinnt diese Schutzfunktion erheblich an Bedeutung. Investoren setzen Gold gezielt ein, um Risiken im Gesamtportfolio abzufedern und die Volatilität per Saldo zu reduzieren.
Inflationsrisiken durch steigende Ölpreise: Ein dritter Faktor ist die Gefahr eines neuen Inflationsschubs. Geopolitische Konflikte wirken sich unmittelbar auf die Rohstoffmärkte aus – insbesondere auf den Ölpreis. Steigende Energiepreise verteuern Produktion und Transport, was sich in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen kann. Gold gilt seit jeher als Absicherung gegen Inflation. Wenn die Kaufkraft von Papierwährungen sinkt, steigt die Attraktivität eines realen, begrenzt verfügbaren Vermögenswerts. Sollte der Ölpreis infolge der Spannungen dauerhaft erhöht bleiben, könnte dies die Inflationserwartungen anheizen – ein klassischer Treiber für einen steigenden Goldpreis.
Wachsende Schuldenberge und Kontrahentenrisiken:Kriege sind teuer. Staaten finanzieren militärische Einsätze und wirtschaftliche Stützungsmaßnahmen in der Regel über neue Schulden. Bereits heute sind viele Volkswirtschaften (insbesondere die USA) stark verschuldet. Steigende Defizite erhöhen jedoch langfristig die Risiken für Gläubiger. Staatsanleihen sind letztlich Forderungen gegenüber einem Schuldner – Gold hingegen ist ein physischer Vermögenswert ohne Kontrahentenrisiko. In einem Umfeld wachsender Schuldenberge gewinnt dieses Argument an Gewicht. Je größer die Zweifel an der langfristigen Stabilität staatlicher Finanzen, desto stärker rückt Gold als wertbeständiger Gegenpol in den Fokus. Diesen Trend belegt der weltgrößte Gold-ETF besonders gut, schließlich hat sich dessen gehaltene Goldmenge seit Anfang 2025 um 26 Prozent auf 1.101,33 Tonnen erhöht und (dank des stark gestiegenen Goldpreises) im selben Zeitraum zu einem Anstieg des Marktwerts um 153 Prozent auf über 188 Mrd. Dollar geführt.

Auf einen Schlag befindet sich das Rekordhoch des Goldpreises wieder in Reichweite. In den kommenden Tagen dürften vor allem die Ereignisse im Nahen Osten weiterhin einen starken Einfluss auf den Goldpreis ausüben. Sollte das iranische Militär nicht deutlich geschwächt werden und das Mullah-Regime möglicherweise Israel und seine arabischen Nachbarstaaten weiterhin mit Drohnen- und Raketen angreifen, dürfte ein neues Allzeithoch – dann auch in US-Dollar – nur noch eine Frage der Zeit sein.
Unter fundamentalen Aspekten dürften sich die Marktakteure aber auch für die anstehende Datenflut vom US-Arbeitsmarkt stark interessieren. Eröffnet wird der Zahlenreigen vom ADP-Monatsbericht (Mittwoch), gefolgt vom Challengerbericht über Stellenstreichungen und den wöchentlichen Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe (beide Donnerstag).
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Als Highlight gilt allerdings der Monatsbericht des US-Arbeitsministeriums(Freitag). Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich die Arbeitslosenrate im Februar mit 4,3 Prozent nicht verändert haben und die Zahl neu geschaffener Stellen von 130.000 auf 60.000 deutlich gesunken sein. Ein schwacher Arbeitsmarkt erhöht erfahrungsgemäß die Chance auf eine Zinssenkung durch die Fed – und sinkende Zinsen (Opportunitätskosten) gelten als vorteilhaft für Gold.