Stand: 31.05.2018 von Florian Grummes 12 Kommentare

Nachdem der Goldpreis die Marktteilnehmer fast vier Monate lang mit einer undurchsichtigen Seitwärtsphase an der Nase herum führte, kam es Ende Mai zum lange erwarteten Rutsch unter die Marke von 1.300 US-Dollar. Obwohl die Seitwärtsphase mit einem klaren Verkaufssignal aufgelöst wurde, führte dies jedoch nicht zu einem stärkeren Abverkauf bzw. Absturz. Vielmehr war bereits bei 1.282 US-Dollar vorläufig Endstation für die Bären.

Seitdem versucht sich der Goldpreis an einer Stabilisierung und lässt die psychologische Marke von 1.300 US-Dollar nicht aus dem Blick. Die 200-Tagelinie um 1.307 US-Dollar wirkt dabei wie ein zusätzlicher Magnet. Vermutlich wird das Kursgeschehen in den nächsten vier bis sechs Wochen daher um diesen wichtigen Durchschnitt hin und her pendeln.

Im Anschluss ist dann im Juli mindestens der Start einer fulminante Sommer-Rally für den gesamten Edelmetallsektor zu erwarten. Dabei müsste es auch zum Ausbruch über die harten Widerstandszone 1.350 – 1.375 US-Dollar kommen, womit für den Goldpreis weiteres Anstiegspotential in Richtung 1.500 US-Dollar freigesetzt wird.

Tageschart Gold in US-Dollar – Hin & Her um 200-Tagelinie


Langsam aber sicher fügen sich alle Teile des Puzzles am Goldmarkt wieder zusammen. Vor allem der überverkaufte Wochenchart als auch der überverkaufte Tageschart lassen in den traditionell starken Sommermonaten Juli bis September eine deutliche Aufwärtsbewegung für den Goldpreis erwarten. Hinzu kommen Sentimentwerte die doch klar in Richtung übertriebener Pessimismus deuten. Auch die Konstellation am Terminmarkt sieht zunehmend vielversprechend aus. Hier haben die Profis ihre Leerverkaufspositionen zuletzt in die fallenden Kurse hinein deutlich reduziert.

Außerdem ist der Euro gegen den US-Dollar nach dem Kursdebakel der letzten Wochen völlig überverkauft und hat im Bereich um 1,14 – 1,15 USD eine wichtige Unterstützungszone erreicht. Damit wird auf Sicht der kommenden zwei bis drei Monate zumindest eine Gegenbewegung auf den vorangegangenen Abverkauf sehr wahrscheinlich. Generell wäre ein schwächerer US-Dollar sicherlich hilfreich für einen steigenden Goldpreis.

Charttechnisch betrachtet läuft der Goldpreis weiter in das große, aufsteigende und damit bullische Dreieck hinein. Tatsächlich könnte das Frühsommer-Tief in diesem Jahr bereits bei 1.282 US-Dollar gesehen worden sein. Alternativ hätte der Goldpreis innerhalb des Dreiecks im allerschlechtesten Fall auf der Unterseite noch Platz bis ca. 1.240 US-Dollar. Aber schon ein Unterschreiten der Marke von 1.270 US-Dollar erscheint aktuell kaum noch realistisch. Zu stark sind die Unterstützungen der Bullen im Bereich um 1.280 US-Dollar und zu stark ist mittlerweile auch der unterschwellige Charakter des Goldmarktes. Dennoch muss ein finaler Ausverkauf im schwachen Monat Juni immer mit einkalkuliert werden.

Am wahrscheinlichsten aber ist für die nächsten Wochen ein zäher Handel um die 200-Tagelinie (1.307 US-Dollar) herum. Dabei könnte es durchaus zu Anstiegen bis auf ca. 1.325 US-Dollar als auch zu Rücksetzern in Richtung 1.290 US-Dollar kommen. Im Juli sollte die 200-Tagelinie dann als Sprungbrett für die Sommerrally dienen.

Demnach ist man nun gut beraten, Goldkurse unterhalb von 1.300 US-Dollar unbedingt für Zukäufe auszunützen. Sehr viel billiger wird es wohl nicht mehr werden und ein Panik-Ausverkauf am Goldmarkt ist angesichts der wieder klar zu Tage getretenen Probleme im weltweiten Papierfinanzsystem auch nicht mehr zu erwarten.

Tageschart Gold in €: Letztmalige Kaufchance um EUR 1.100


Aufgrund des Euro-Crashs kommt der Goldpreis in Euro gerechnet nach langer Konsolidierungsphase endlich wieder in Schwung. So konnte der Euro-Goldpreis in den letzten fünf Wochen von 1.080 Euro bis auf 1.133 Euro immerhin um knapp 5% zulegen.

Kurzfristig scheint die neuerliche Euro-Panik aber einen Höhepunkt gefunden zu haben, so dass eine Gegenbewegung bzw. ein Rücksetzer in den kommenden Wochen durchaus realistisch ist. Diese könnte zurück bis an die steigende 50-Tagelinie (1.093 Euro) führen und würde vermutlich nochmals eine letzte Kaufgelegenheit im Bereich um bzw. evtl. unter 1.100 Euro bringen.

Insgesamt sieht der Euro-Goldchart nach langer Schwächephase nun wieder vielversprechend aus! Ein Anstieg bis zur nächsten Widerstandszone um 1.165 Euro dürfte im Sommer erfolgen.


Nachkauflimit unterhalb von 1.105 Euro

Aufgrund des Euro-Crashs empfiehlt es sich jetzt, nicht auf Biegen und Brechen den bestmöglichen Preis erzielen zu wollen. Viel wichtiger ist es nun, mindestens 10% und maximal 25% ihres Gesamtvermögens in physische Edelmetalle angelegt und damit versichert haben. Wer die tiefen Nachkauflimits in den letzten Monaten hingegen genutzt hat, muss sich keine Sorgen machen und hat aktuell bei den etwas gestiegenen Preisen auch keinen Handlungsbedarf.

Bitte erwarten sie grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt! Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

Goldpreis: Tief könnte schon gesehen worden sein!
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [12]
  • von blo-rakane | 02.06.2018, 21:26 Antworten

    Ich kann nur jedem anraten , die „Konjunktiv-durchnässten Sätze“ irgendwelcher Autoren in Gold.de nicht als Faktum bzw. für „bare Münze“ ernst zu nehmen! Es ist eine Meinung von vielen, die zum Nachdenken anregen sollen. Geht nach den Fakten und vertraut eurem gesunden Menschenverstand.

    • von Dummkopf | 03.06.2018, 22:06 Antworten

      Die Frage ist nur, was sind DIE RICHTIGEN Fakten in einem Wirtschaftssystem, welches kein Mensch komplett und rein objektiv versteht. Gäbe es eine solche Institution oder Menschen würde des Weiteren dieser/-s sein Wissen natürlich nie unverfälscht oder gar kostenlos an andere weitergeben. Natürlich muss man sich eine Meinung aus mehreren Quellen bilden und ein quäntchen gesunden Menschenverstand einsetzen. Aber ob die daraus gewonnenen Konsequenzen für das einzelne Individuum richtig sind, kann nur die Zukunft zeigen. Solange keiner in die Zukunft sehen kann, muss es Nachrichten- oder Meinungsportale geben. So hat auch Gold.de eine Daseinsberechtigung. Wer welchen Sätzen zu trauen hat, muss im Kontext und IMMER mit anderen Quellen abgelichen werden. Pauschal zu behaupten "glaubt ihnen nicht" ist etwas zu kurz gedacht. Korrekter wäre: Glaube niemandem uneingeschränkt, der dich in Geldfragen (dein Vermögen) beraten will. Egal ob er vorher oder nachher von dir entlohnt wird oder es sogar kostenlos macht. Immer mehrere Meinungen einholen. Je höher ein mögliches Risiko, desto mehr Meinungen und Quellen abklappern. Und selbst dann kann man Pech haben. 100% Sicherheit gibt es im Leben nie (auch nicht bei den "freien" Reichsbürgerchen). Sicher ist nur der Tod.

  • von Goldsammler | 02.06.2018, 18:38 Antworten

    In zwei Wochen ist FOMC. Die Histrie sagt "immer vor der Fed. geht Gold in den Keller.
    Wer der Meinung ist, mit dem Goldkurs richtig Kohle zu machen, sollte sich dem Papierschnipselmarkt widmen.

  • von Stephan | 02.06.2018, 16:12 Antworten

    Früher haben mich noch die Analysen interessiert und habe sie aufmerksam gelesen und habe daran wirklich geglaubt.
    "Die Krisenwährung Nummer eins, in unruhigen Zeiten."
    Aber jetzt mal ganz ehrlich: unruhiger könnten die Zeiten mit Trump, Kim und Co. doch gar nicht sein. Die Provokationen zwischen Israel und dem Irak. Ferner die Unruhen innerhalb der EU angefangen mit dem Austritt Englands, der drohenden Abspaltung Kataloniens und die aktuelle politisch, brisante Lage in Italien. Um nur einige Beispiele zu nennen.
    Den Goldpreis hat das aber nicht wirklich beeinflusst.
    Das Argument Krisenwährung zieht bei mir persönlich nicht mehr. Trotz alledem finde ich das Edelmetall schön und möchte es nicht missen.

    • von Goldfinger | 03.06.2018, 01:12 Antworten

      Eine Krise erkennen Sie immer daran das sich in Ihrem persönlichen Umfeld etwas rasant ändert, und zwar im negativen Sinn. Alle Krisenherde welche Sie aufgezählt haben betreffen uns Deutsche doch überhaupt nicht. Ob Trump mit Kim, oder Italien. England oder Spanien oder oder ... nichts davon betrifft einen dieser Leser hier wirklich. Und ganz ehrlich, was interessieren mich Zölle auf Stahl und Aluminium. Ich esse keine Erdnussbutter und fahre auch keine Harley. Und den meisten die das hier gerade lesen denen geht es genauso. Und das ist genau der Grund warum der Goldpreis nicht steigt. Es gibt keine Krise! Ja, es kündigen sich Krisen an aber mehr eben nicht.
      Sollten irgendwann die Italiener Zahlungsunfähigkeit anmelden oder wirklich 25 Prozent Zollabgabe auf jedes deutsche Auto erhoben werden ... sollten uns die Saudis oder wer auch immer das Öl abdrehen, oder die Russen das Gas ... dann sprechen wir uns wieder was den Goldpreis angeht.

      • von Stephan | 03.06.2018, 10:03 Antworten

        Das sehe ich etwas anders. Natürlich treffen mich solche Entscheidungen direkt wie die Strafzölle auf Stahl. Nämlich dann, wenn so wie ich, jemand in einem Stahlwerk tätig ist. Und Stahlwerke sind bekannterweise gemessen an den Mitarbeitern und deren Zulieferfirmen nicht gerade klein. Das ist nur ein Beispiel, welches mich direkt betrifft. Na gut, nach Ihrem Verständnis betrifft es dann vielleicht "nur" 20.000 - 30.000 Leute, und von diesen Leuten interessieren sich nur wenn es hoch kommt 10%. Diese Leute beeinflussen den Verlauf des Goldpreises nun wirklich nicht.
        Aber wenn ein gewisser Herr Trump einen anderen Diktator aus dem Zorn heraus mit Feuer und Flamme droht, welches die Welt noch nie gesehen hat, dann kann man nicht so einfach lapidar behaupten, dass das einen selber nicht betrifft.

        • von Goldfinger | 03.06.2018, 12:45 Antworten

          Entschuldigen Sie Stephan wenn ich hier noch einmal nachhake. Wie genau betrifft Sie denn als Mitarbeiter in der deutschen Stahlbranche Trumps Entscheidung? Hat Ihnen Ihr Arbeitgeber das Gehalt gekürzt? Hat man Ihnen persönlich gedroht das Sie Ihren Arbeitsplatz verlieren? Wenn Sie beide Fragen mit nein beantworten können dann sind wir in unserer Meinung doch wieder ganz nah beieinander. Für Sie persönlich ändert sich gar nichts und deshalb ändert sich auch am Goldpreis nichts.
          Und selbst wenn Trump in Nordkorea einmarschieren würde, glauben Sie das dies in Deutschland oder Europa jemanden ernsthaft interessiert? Wie viele Verwandte und Bekannte haben Sie in Nordkorea?
          Man sollte manche Dinge einfach auch mal nüchtern betrachten statt immer nur durch die moralische Brille.

          • von Stephan | 03.06.2018, 14:24 Antworten

            Also, ich für mich fühle mich weitaus wohler, wenn es dem Unternehmen, dass mich beschäftigt, gesund ist. Ich habe glücklicherweise einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Manch Kollege dagegen nicht. Sie können sich ja ungefähr ausmalen, was passiert, wenn im Unternehmen die Gewinne einbrechen. Und das werden sie ja definitiv.
            Was meine persönliche Situation mit dem Goldpreis zu tun haben soll? Ja nicht viel.
            Und das Nordkorea weit weg liegt, das ist mir bewusst. Aber deshalb wiege ich mich nicht in Sicherheit, wenn bei einen der beiden Kandidaten die Sicherung durchbrennt.
            So eine nüchterne Einstellung kann ich mit Ihnen nicht teilen, mir wäre es nicht egal. Und ich denke, dass ich mit dieser Meinung nicht allein da stehe.
            Aber egal. Das wird mir zu politisch.
            Grundsätzlich teile ich die Meinung mit blo-rakane.

        • von Dummkopf | 03.06.2018, 11:14 Antworten

          Wenn dieser andere Diktator bei den Russen oder China wäre, dann wäre es eine Krise. Aber bei dem kleinen Kimy? Der hat weder interessante Resourcen dessen Lieferungen er schlagartig einstellen könnte, noch importiert er große Mengen von Gütern, noch ist er an Deutschland / Europa nahe genug dran, als dass der bei uns eine waschechte Krise auslösen könnte. Die Krise entsteht nur bei den Amerikanern (und ein paar Nachbarstaaten).

  • von Karin Quandt | 02.06.2018, 12:08 Antworten

    Gold bleibt 24 Monate seitwärts

    • von Goldsammler | 03.06.2018, 11:48 Antworten

      2 Jahre Zeit zum nachkaufen... Einfach genial!

    • von Dummkopf | 02.06.2018, 13:21 Antworten

      Grund?? Wunschdenken? Hoffnung? Glaskugel? Berühmter Satz des Kaffee? Zeitreisender? Manipulierst du den Markt und weist es deshalb? Vom Inhalt ist leider "Seitwärts 24 Gold bleibt Monate" genauso aussagekräftig.

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