Stand: 13.03.2019 von Florian Grummes 14 Kommentare

Nachdem sich der Goldpreis ab Mitte August bis Ende Februar von 1.160 US-Dollar bis auf 1.346 US-Dollar nachhaltig erholen konnte, kam es in den letzten drei Wochen zu einem deutlichen Rücksetzer.

Mit dem Bruch der Unterstützung um 1.320 US-Dollar gelang den Bären dabei nach langer Pause wieder einer der für den Goldmarkt leider typischen wasserfallartigen Ausverkäufe. Erst bei 1.281 US-Dollar wurde, zumindest vorübergehend, ein Boden gefunden. Im Zuge des katastrophalen US-Arbeitsmarkt Berichts konnte sich der Goldpreis dann am vergangenen Freitag wieder in Richtung 1.300 US-Dollar erholen.

Das technische Bild bleibt aktuell aber angeschlagen. Ein weiterer Anstieg bis zur entscheidenden Widerstandszone um 1.350 bis 1.375 US-Dollar ist längerfristig zwar sehr wahrscheinlich, charttechnisch im kurzfristigen Bild aber (noch) nicht abzulesen.

Goldpreis Tageschart - Zwei Szenarien

Tatsächlich kam es am Goldmarkt zu dem vor vier Wochen angekündigten Finale. Allerdings fiel das Ganze jedoch sehr kurz und überschaubar aus.

Mit 1.346 US-Dollar hat der Goldpreis dabei mehr oder weniger das Kursziel von 1.350 US-Dollar abgearbeitet. Die vor zwei Wochen geäußerte Vermutung, dass die Korrektur bereits oberhalb von 1.300 US-Dollar enden sollte, war hingegen eindeutig zu optimistisch.

Goldpreis in US-Dollar Tageschart 12032019

Im größeren Bild sollte es klar sein, dass Gold nach einer über sechs Monate währenden Aufwärtsbewegung nun durchaus auch wieder mehrere Monate lang korrigieren kann. Das würde gut zum saisonalen Muster passen, wodurch es möglicherweise bis in den Sommer (ca. Juni bis August) hinein zu einem undurchsichtigen und irritierenden korrektiven Abwärtstrend kommen könnte.

Alternativ gelingt den Bullen in den kommenden zwei Monaten zunächst doch noch eine weitere Aufwärtswelle. Dies wäre dann die möglicherweise noch fehlende fünfte Welle, welche vor allem den Silberpreis deutlich nach oben schieben könnte.

Die Wahrscheinlichkeiten für dieses bullische Szenario sind mit dem starken Rücksetzer und der bis gestern bärisch eingebetteten Stochastik allerdings nicht sehr hoch. Nur ein nachhaltiger Wochenschlusskurs oberhalb von 1.320 US-Dollar würde dieses bullische Szenario bestätigen.

Andernfalls müsste der Goldpreis zunächst zwischen 1.275 und 1.320 US-Dollar hin- und herschwanken, bevor es dann ab Mai vermutlich eine oder zwei Etagen tiefer gehen sollte.

Das Hauptziel der Korrektur ist mittelfristig in jedem Fall die seitwärts verlaufende 200-Tagelinie (1.246 US-Dollar), welche momentan noch recht deutlich unterhalb des aktuellen Preisgeschehens notiert. Darüber hinaus ist auch ein noch stärkerer Ausverkauf bis in die Unterstützungszone 1.205 bis 1.215 US-Dollar nicht ganz unwahrscheinlich.

Goldpreis in Euro Tageschart 12032019

Erwähnenswert sind nun endlich wieder die CoT-Daten zur Positionierung am Papiergoldmarkt der Comex in New York (Commitment of Trades Report). Diese werden eigentlich wöchentlich von der US-Behörde CFTC (Commodity Futures Trading Commission) veröffentlicht.

Durch den wochenlangen Stillstand (government shutdown) in den USA wurde die Veröffentlichung dieser aufschlussreichen Daten jedoch vorübergehend eingestellt und erst in den letzten Wochen schrittweise wieder zur Verfügung gestellt. Mit dem am letzten Freitag veröffentlichten Report gibt es nun erstmals seit längerer Zeit wieder die Möglichkeit, die Konstellation am Gold Terminmarkt zumindest halbwegs aktuell zu analysieren.

Goldpreis in Euro Tageschart 12032019

Demnach hat die monatelange Aufwärtsbewegung bislang nicht zu einer dramatischen Konstellation am Gold Terminmarkt geführt. Vielmehr kann man die zuletzt gemeldete Short Position der kommerziellen Händler (Profis) in Höhe von 113.997 leer verkauften Terminkontrakten als neutral bis leicht positiv einstufen.

Eine stark übertriebene Spekulation lag offensichtlich auch am kürzlich erreichten Top (1.346 US-Dollar) wohl noch nicht vor. Der aktuelle CoT-Bericht steht einer möglichen fünften Aufwärtswelle derzeit also nicht entgegen.

Insgesamt betrachtet sollten wir uns ab jetzt jedoch grundsätzlich auf die übliche saisonale Schwächephase einstellen. Physische Zukäufe machen auf dem aktuellen Niveau noch keinen Sinn. Vermutlich wird uns der Goldpreis erst wieder zwischen Juni und August unterhalb von 1.250 US-Dollar eine antizyklische Kaufchance liefern.

Versierte und erfahrene „Swing-Trader“ können jedoch mit relativ engem Stopp (1.275 US-Dollar) eine Wette auf eine mögliche fünfte Welle (Kursziel ca. 1.255 - 1.275 US-Dollar) riskieren. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist zwar nicht herausragend gut, mit ca. 1 zu 2,5 aber noch halbwegs akzeptabel.

Tageschart Gold in Euro - Aus dem Aufwärtskanal gerutscht

Goldpreis in Euro Tageschart 12032019

In Euro gerechnet konnte der Goldpreis in den letzten fünf Monaten ebenfalls deutlich zulegen. Das Hoch wurde am 20.Februar bei 1,186 Euro erreicht. In der Folge kam es zu einem überfälligen und bislang noch gesunden Rücksetzer.

Ausgehend von 1.133 Euro kämpfen sich die Bullen bereits wieder nach oben. Allerdings ist der monatelange Aufwärtstrendkanal durch den brachialen Rücksetzer in der zweiten Februarhälfte zerstört worden. Damit ist momentan ähnlich wie beim Gold in US-Dollar unklar, ob die übergeordnete notwendige Korrektur bereits begonnen hat oder ob die Bullen zuvor doch noch ein weiteres Hoch erzielen können.

Solange sich der Euro-Goldpreis um die 50-Tagelinie (1.146 Euro) halten kann, bleibt das bullische Szenario auf dem Chart. Zudem hat die Stochastik ein neues Kaufsignal generiert und lässt zumindest für die nächsten Tage eine Fortsetzung der Erholung erwarten. Unterhalb von 1.130 Euro sind alle bullischen Optionen zunächst vom Tisch und die Korrekturen wird ihren weiteren Lauf nehmen.

Antizyklisches Kaufchance nur bei Rücksetzer an die 200-Tagelinie

Alle im letzten Jahr empfohlenen Kauflimits liegen weiterhin klar im Plus. Die nächste antizyklische Kaufchance ist allerdings noch nicht in Sicht. Diese wäre erst wieder bei einem Rücksetzer an die weit entfernte 200-Tagelinie (1.084 Euro) gegeben. Gold bleibt daher eine Halteposition.

Bitte erwarten sie grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!

Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

Florian Grummes
Technischer Analyst, Goldnewsletter.de
Quelle: Gold.de

Goldpreis - Typische Frühjahrs-Korrektur oder doch die 5.Welle?
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
Webseite des Autors:
www.goldnewsletter.de
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Kommentare [14]
  • von Katzengold | 18.03.2019, 07:53 Antworten

    Das Dümmste was ich bisher verzapft habe ist, dass ich mir vor einigen Jahren Gold gekauft habe. Statt Wertzuwachs nur Frust, bei nächster sich bietender Gelegenheit werde ich den Ramsch verkaufen.

    • von Lupe | 18.03.2019, 18:41 Antworten

      Und noch eins sollten Sie bedenken. Die Welt ist heute unsicherer denn je und noch unsicherer als zu Zeiten des "kalten Krieges" .
      Solange der durchgeknallte, gierige, kranke und machtbessene Waffenhändler Donald T./ der Falschspieler und Wolf im Schafspelz Wladimir P./ der selbsternannte Sultan vom Bosporos Recep E. der jeden Kritiker wegsperren läßt, / nicht zu vergessen die Bestie Baschar al-A. / und viele viele weitere Despoten am Ruder sind, solange werden die Krisenherde weiter bestehen. Alleine die beiden erst genannten D. werden dafür sorgen, dass die Krisenherde nicht weniger werden, eher noch mehr dazu kommen. Und dass wird noch lange Jahre so weiter gehen. Und dann noch die Engeländer die sich mit ihrem Scheiss-Brexit in beiden Kniescheiben geschossen haben und nicht wissen sie wollen.
      Mein Rat behalten Sie Ihr Gold und kaufen wenn es zum Sommer günstiger wird noch dazu. Es wird der Tag kommen wo Sie froh sind, sich einen Goldschatz zugelegt zu haben.

    • von Lupe | 18.03.2019, 16:59 Antworten

      Aus meiner Sicht haben Sie nichts falsch gemacht. Sehen Sie es mehr als Krisenschutz. Denn es wird der Tag kommen wo uns diese "EURO-MONOPOLY-WÄHRUNG" um die Ohren fliegt. Und dann werden Sie nochmal froh sein in Gold investiert zu haben.
      Mein Dümmstes wars nen AUDI gekauft zu haben. Der hat mir in 5J. bei knapp 250 Werkstattbesuchen 20000€ gekostet. Zu der Zeit war ein gewisser "Martin W." noch Chef der Qualitätssicherung bei AUDI. Jeder kann sich sein Teil denken.....Wie auch immer......
      So ein DESASTER wird mir nie wieder passieren !!!
      Heute fahre ich nen Corsa B 22J. alt und der läuft und läuft......
      Und das Gute ist, ich kann da noch selber Hand anlegen.
      Sorry DASS musste mal raus.



  • von Goldmann | 15.03.2019, 14:59 Antworten

    Der Goldpreis spiegelt den Verfall des Geldes. Hoher Geldumlauf fördert die Inflation.
    Der Preis des Geldes....also der Zins wurde abgeschafft.
    Die Druckmaschinen laufen auf AK . Wer das nicht versteht dem wünsche ich GUTE NACHT !!

  • von Goldhamster | 15.03.2019, 11:12 Antworten

    Derartige Kommentare sind immer ein untauglicher Versuch etwas interpretieren zu wollen. Es werden Argumente pro und kontra gebracht und kaum eine klare Stellung bezogen.
    Ich halte hier mal fest: "Physische Zukäufe machen auf dem aktuellen Niveau noch keinen Sinn." Es geht also abwärts. Hätte man im Artikel kürzer und klarer formulieren können. Ich behalte diese Meinung mal im Auge, aber meist sind solche Meinungen eher als Kontraindikator zu sehen.

    • von dummkopf^2 | 15.03.2019, 17:41 Antworten

      Auch der Autor kann nicht in die Zukunft sehen. Würde er, wie von Ihnen gefordert, behaupten, es geht zu 100% abwärts (und Sie sollten jetzt sofort alles verkaufen), dann hätte er schlicht und ergreifend bereits im Vorfeld gelogen und noch dazu eine beratende Funktion eingenommen. Auch müsste er dann damit rechnen, dass solche Menschen wie Sie (Beratung darf nichts kosten), versuchen würden ihn bei nicht eintreten zur Rechenschaft zu ziehen. Er kann aufgrund vergangener Daten nur Vermutungen aufstellen und dies auch nur so darstellen. Im übrigen ist mir unklar, wie sie aus Ihrem Zitat das Ergebnis "Es geht also abwärts" ziehen können, denn es kann auch seitwärts gehen und Zukäufe machen keinen Sinn.
      "Ich halte hier mal fest:" Wenn Sie lieber belogen werden wollen, dann gehen sie zu Ihrer Bank und lassen Sie sich in Sachen Goldumtausch in Aktien beraten. Dort erhalten Sie die geliebten klaren Aussagen von Leuten, welche mehr für ihre klare Aussage verdienen als Herr Grummes für seinen Artikel. (Und trotzdem wird die Bank keine Verantwortung übernehmen.)

      • von Goldhamster | 15.03.2019, 20:17 Antworten

        Verstehendes Lesen hätte Ihnen helfen können. "Physische Zukäufe machen auf dem aktuellen Niveau noch keinen Sinn." Sorry, aber ich bin über 15 Jahre drin und bei unter 400 Euro im Goldpries pro Unze eingestiegen. Dies als Konsequenz der new economy. Derartige "Empfehlungen" wie oben zeigen eigentlich nur, ob man es hat oder nur "beratend" unterwegs sein muß. Ihre Geiz-ist geil-Mentalität dürfen Sie für sich behalten und sinnvolle Investionen erfordern klare Positionen und kein Geschwurbel. Man kann nur hoffen, dass ihrem Namen sonst keine Ehre erweisen.

        • von dummkopf^2 | 16.03.2019, 16:23 Antworten

          Also hat scheinbar niemand außer Ihnen den Topf am Ende des Regenbogens gefunden. Interessant, Herr Kobold.
          Um das richtig zu stellen: Da ich Ihnen leider etwas aus Ihrem Topf entwenden konnte, bin ich tiefenentspannt. Es ist mir total egal, ob Sie ihren Resttopf versuchen wieder aufzufüllen oder nicht. Mein Anteil bleibt da wo er ist, egal was der Markt gerade macht (streng nach dem Motto: Nach mir die Sinnflut). Ich berate Sie kein Stück, weil mir ihre (Kauf-/Verkauf-/Halte)-Reaktionen Jacke wie Hose sind. Ich weise lediglich darauf hin, dass Sie hier wahrscheinlich zu hohe Erwartungen an die Klarheit der Glaskugeln der Internetportale stellen.
          Um aber positiv zu bleiben: Das schöne ist, dass es den selbsternannten "Experten" nicht anders geht, die formulieren es nur blumiger und den Crash dramatischer. Sie haben auf alle Fälle das unangefochtene Recht mein Geschwurbel zu ignorieren und mit dem Gewissen bereits Reserven für den Notfall zu haben das schöne Wetter zu genießen ;-) Beste Grüße, nichts für Ungut und viel Erfolg für die Zukunft

  • von Max Schneider | 14.03.2019, 17:44 Antworten

    Danke, Herr Grummes!
    Klasse, wie immer!
    Max Schneider

  • von Mr. Silver | 14.03.2019, 13:58 Antworten

    Das wir bald einen Finanzcrash haben werden, daran glaube ich auch. Deutschland der Vorreiter bei Klimaquatsch und Co. Unsere Regierung fährt die Karre in den Sand. Aber die Leute sind so verdrossen, das es keinen interessiert, bis der große Knall kommt. Wer reich genug ist, packt seine Koffer und verläßt den Narrenzirkus, doch die Normalverdiener, stecken im Schlamm fest.

  • von kuhn walter | 13.03.2019, 19:35 Antworten

    Wieso weiss niemand wieviele Tonnen Gold die USA besitzen.

    • von Fritzthecat | 13.03.2019, 21:58 Antworten

      Das weiß man doch. Die offiziellen Zahlen belaufen sich auf etwas mehr als 8.100 Tonnen

  • von Lupe | 13.03.2019, 16:10 Antworten

    Ich kann nur jeden dazu raten sich ein gutes Polster Edelmetalle Gold und Silber zuzulegen.
    Denn es wird der Tag kommen, an dem uns Allen diese " EURO-MONOPLY-WÄHRUNG " um die Ohren fliegen wird.

    • von Katze | 19.03.2019, 14:26 Antworten

      Hallo Lupe,
      Mit den Edelmetalle würde ich ihnen Recht geben..........aber ihre politische Meinung, schlechter geht es nicht!!!!

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