| GOLD | 4.748,73 $/oz | 4.051,65 €/oz | 130,26 €/g | 130.264 €/kg |
| SILBER | 75,99 $/oz | 64,99 €/oz | 2,09 €/g | 2.089,48 €/kg |
In einer Zeit der multiplen geopolitischen und ökonomischen Krisen, in der Vertrauen die knappste Ressource ist, erlebt das gelbe Edelmetall derzeit seinen ultimativen Härtetest. Doch wer glaubt, dass sich sichere Häfen nur durch absolute Stabilität auszeichnen, übersieht das verkannte Wunder dieser Tage: die enorme Absorptionsfähigkeit des Goldmarktes gegenüber massiven Verkäufen durch Nationalstaaten wie der Türkei und Russlands sowie ETFs (Gold-Fonds; Exchange Traded Funds).
In der klassischen Wirtschaftslehre gilt Gold als die „Versicherung der letzten Instanz“. Eine Versicherung ist jedoch nur dann von Wert, wenn sie im Ernstfall auch liquide gemacht werden kann. Genau dieses Szenario beobachten wir aktuell bei Schwergewichten des physischen Marktes. Die Türkei und Russland befinden sich in einer wirtschaftlichen Zangenbewegung. Während Ankara mit einer chronischen Währungsschwäche und dem Bedarf an Devisen für Importe kämpft, sieht sich Moskau mit den anhaltenden Kosten einer isolierten Kriegswirtschaft konfrontiert.
In beiden Fällen dient der Goldpreis als Rettungsanker. Wenn Länder gezwungen sind, ihre Reserven zu veräußern, um Liquidität zu beschaffen, ist dies kein Zeichen von mangelndem Vertrauen in das Metall, sondern ein Beweis für seine exzellente Fungibilität. Gold wird verkauft, weil es verkauft werden kann – und zwar in großen Mengen, ohne den Markt sofort in den Abgrund zu reißen. Diese „Liquiditätsbeschaffung aus der Not“ zeigt die brutale Realität des aktuellen Goldmarkt-Umfelds:
Gold ist die einzige Währung, die keine Verbindlichkeit eines anderen darstellt und daher in Krisenzeiten weltweit akzeptiert wird, um Löcher in Staatsbilanzen zu stopfen.
Normalerweise würde ein massives Überangebot, das durch Notverkäufe von Zentralbanken und Abflüsse aus großen Gold-ETFs (Exchange Traded Funds) getrieben wird, jeden anderen Vermögenswert kollabieren lassen. Wir haben es in der Vergangenheit bei Staatsanleihen gesehen und erleben es regelmäßig bei Kryptowährungen oder Technologietiteln. Sobald große Akteure den „Verkaufen“-Button drücken, schwindet die Liquidität und der Preis stürzt ins Bodenlose.

Stellen wir uns vor, eine Nation müsste ihre Bestände an Blue-Chip-Aktien oder langfristigen Staatsanleihen im gleichen Umfang liquidieren, wie es derzeit am Goldmarkt geschieht. Die Folge wäre eine fatale Kettenreaktion. Bei Aktien würde das Fehlen von Käufern in einem Panikszenario zu einem Flash Crash führen. Bei Anleihen würde ein massives Überangebot die Renditen in die Höhe treiben und somit die Refinanzierungskosten des Staates weiter in die Höhe treiben – ein Teufelskreis.
Gold hingegen profitiert von seiner Einzigartigkeit als Anlage ohne Gegenparteirisiko. Der Markt ist groß genug, um Verkäufe in Milliardenhöhe zu absorbieren, ohne dass die psychologisch wichtigen Unterstützungsmarken nachhaltig unterschritten werden. Andere Anlageklassen hätten bei derartigen institutionellen Verkäufen um 20, 30 oder gar 50 Prozent nachgegeben, Gold hingegen beweist eine relative Stärke, die fast schon stoisch wirkt. Dies liegt vor allem daran, dass physisches Gold – im Gegensatz zu derivativen Finanzprodukten – nicht „gedruckt“ werden kann. Die Knappheit bleibt bestehen – egal, wer aus der Not heraus verkaufen muss.
Die aktuelle Marktstruktur zeigt, dass der Goldpreis nicht mehr allein von der Zinspolitik der Federal Reserve abhängt. Wir haben uns von der alten Korrelation entkoppelt. Früher galt: Steigen die Zinsen, fällt Gold. Heute sehen wir: Die Welt ist so unsicher, dass Anleger Gold halten, obwohl sie bei Anleihen Zinsen bekommen könnten. Die Angst vor einem systemischen Kollaps oder einer weiteren Entwertung der Papierwährungen wiegt schwerer als der Zinsertrag.
Zudem hat sich die Käuferstruktur am Goldmarkt grundlegend gewandelt. Die Nachfrage aus Asien – allen voran aus China und Indien – fungiert als „Floor“ für den Preis. Sobald der Kurs durch Verkäufe von westlichen ETFs oder staatliche Notveräußerungen unter Druck gerät, springt die physische Nachfrage im Osten massiv an. Das Gold wandert von West nach Ost, von Papier- zu physischem Gold. Dieser Prozess untermauert die These vom sicheren Hafen: Wer Gold besitzt, besitzt echte Kaufkraft, die sich im Ernstfall als weitaus robuster erweist als jedes digitale Versprechen auf einem Depotauszug.
Wir stehen am Ende eines langen Zyklus der Kreditexpansion. Die Tatsache, dass Länder wie die Türkei und Russland ihr Gold zur Liquiditätsbeschaffung nutzen müssen, ist kein Argument gegen Gold, sondern das ultimative Argument für Gold. Es ist das einzige Asset, das in der Stunde der höchsten Not seine Funktion erfüllt: Liquidität zu garantieren, wenn alle anderen Türen verschlossen sind.
Dass der Goldpreis trotz dieser Verkäufe und trotz der Abflüsse aus den ETFs stabil bleibt oder sogar neue Stärke aufbaut, sollte jedem Anleger zu denken geben.
Dann aber auch bar kaufen und privat lagern.
Wer z. Zt. per Vorkasse bestellt oder im Schließfach lagert hat vielleicht schon das ein oder andere Gegenparteirisiko selbst mit phys. Gold erlebt.
Hallo ihr Lieben, ich beobachte Gold seit min. 20 Jahre und ich habe noch nie erlebt das der Goldpreis fällt wenn Kriege stattfinden. In Deutschland gibt es auch kein Ölmangel, die Schiffe dürfen nur nicht anlegen um ihre Lieferungen zu löschen. Wir werden mal wieder veräppelt. Wie lange lassen Sie sich das gefallen?
In allen den Turbulenzen und rum die Achterbahnfahrt der Edelmetalle gilt es nach wie vor einen klaren Kopf zu bewahren. Wer jetzt nicht, auch als Privatanleger verkaufen muss oder will, sollte dies auch nicht tun.