| GOLD | 4.133,46 $/oz | 3.621,95 €/oz | 116,45 €/g | 116.448 €/kg |
| SILBER | 59,62 $/oz | 52,25 €/oz | 1,68 €/g | 1.679,88 €/kg |
Doch diese positiven Signale aus dem Umfeld der Notenbanken vermochten den Goldpreis nicht zu stützen: Das Edelmetall fiel am Freitag unter seine 200-Tage-Linie und generierte dadurch aus charttechnischer Sicht ein starkes Verkaufssignal. Dies passt in die gegenwärtige Gemengelage, dass gute Fundamentaldaten allein kurzfristig nicht den Goldpreis nach oben treiben.
Mit einem Zukauf von rund 14 Tonnen war die Polnische Nationalbank im April die klare Nummer eins. Insgesamt hat Polen im laufenden Jahr 2026 bereits über 45 Tonnen Gold erworben und ist damit weltweit der größte Einzelkäufer. Die Goldreserven des Landes belaufen sich inzwischen auf rund 595 Tonnen, was fast 30 Prozent der gesamten polnischen Währungsreserven entspricht.
Die Volksbank Chinas (PBoC) kaufte im April weitere 8 Tonnen Gold und stockte ihre Reserven damit seit nunmehr 18 aufeinanderfolgenden Monaten kontinuierlich auf. Chinas offizielle Goldreserven liegen mittlerweile bei rund 2.322 Tonnen, was etwa 9 Prozent der Gesamtreserven entspricht. Peking verfolgt damit konsequent das Ziel, den Anteil westlicher Währungen – allen voran des Dollars – in seinen Staatsreserven zu reduzieren.
Ebenfalls bemerkenswert: Die Tschechische Nationalbank erwarb im April weitere 2,5 Tonnen Gold – dies war der 38. Monat in Folge mit einem Nettokauf. Prag hat seine Goldreserven damit auf rund 79 Tonnen ausgebaut, was weniger als sieben Prozent der Währungsreserven entspricht.
Der Aprilwert von 17 Tonnen mag auf den ersten Blick überschaubar erscheinen. Im größeren Zusammenhang betrachtet bestätigt er jedoch einen langfristigen Trend. Bereits im ersten Quartal 2026 summierten sich die weltweiten Nettokäufe der Zentralbanken auf rund 244 Tonnen. Damit lag die Nachfrage sogar über dem Niveau des Vorquartals und über dem Fünfjahresdurchschnitt.
Seit 2022 kaufen Notenbanken weltweit in außergewöhnlich großem Umfang Gold. In den Jahren 2022 bis 2024 wurden Käufe von jeweils deutlich über 1.000 Tonnen registriert. Auch wenn das Tempo zuletzt etwas nachgelassen hat (2025: 850 Tonnen), bleibt die Nachfrage historisch betrachtet weiterhin hoch. Hintergrund sind unter anderem geopolitische Spannungen, die zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft sowie der Wunsch vieler Staaten, ihre Abhängigkeit vom Dollar zu reduzieren.
Die Bedeutung dieser Entwicklung zeigt sich auch in den weltweiten Reservestrukturen. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank hat Gold Ende 2025 sogar US-Staatsanleihen als wichtigste Reserveanlage der Zentralbanken überholt.
Zwar spielte dabei der starke Preisanstieg des Edelmetalls eine wesentliche Rolle, dennoch unterstreicht dies den hohen Stellenwert von Gold im internationalen Währungssystem.

Für langfristig orientierte Anleger hat sich das grundlegende Umfeld für Gold – trotz dessen Preiseinbruchs – kaum verändert. Geopolitische Konflikte bleiben ein ständiger Risikofaktor. Gleichzeitig erreichen die Staatsverschuldung vieler Staaten neue Rekordhöhen, während zahlreiche Regierungen weiterhin hohe Haushaltsdefizite finanzieren müssen.
Gold besitzt zudem Eigenschaften, die sich von Finanzanlagen wie Aktien, Anleihen oder Bankguthaben stark unterscheiden. Das Edelmetall trägt kein Kontrahentenrisiko, ist nicht von der Bonität eines Schuldners abhängig und stellt einen Sachwert außerhalb des Bankensystems dar. Darüber hinaus hat Gold über Generationen hinweg seine Funktion als Wertspeicher und Inflationsschutz bewiesen.
Die jüngsten Käufe der Zentralbanken zeigen, dass viele Währungshüter diese Eigenschaften weiterhin schätzen. Auch wenn steigende Zinsen und negatives Momentum kurzfristig belasten können, bleibt die strategische Nachfrage der Notenbanken ein wichtiger Stabilitätsfaktor für den Goldmarkt. Für Anleger könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass Gold trotz zwischenzeitlicher Rückschläge weiterhin einen festen Platz in einem breit diversifizierten Vermögensportfolio einnehmen sollte.
Am Donnerstag wird die EZB die Leitzinsen aller Voraussicht nach um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent erhöhen und damit die seit zwei Jahren zu beobachtende Zinssenkungsrunde beenden. Für den Goldpreis wäre dies aufgrund der steigenden Opportunitätskosten (Zinsverzicht) ein negativer Begleitumstand.
Doch eines sollten Investoren dabei stets im Hinterkopf behalten: Sollte künftig die Inflation höher ausfallen als die Anleiherenditen, sprächen diese negativen Realzinsen eher für Gold.
Dank des Tankrabatts der Bundesregierung rutschte die jährliche Teuerung im Mai von 2,9 auf 2,6 Prozent ab, während in der Eurozone ein Anstieg von 3,0 auf 3,2 Prozent registriert worden war. Nur zur Info: Bundesanleihen rentieren aktuell bei etwas mehr als drei Prozent p.a. Am Mittwoch dürften die zur Bekanntgabe anstehende US-Inflationsrate (Mai) für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich diese von 3,8 auf 4,2 Prozent erhöht haben.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Über kurz oder lang dürfte sich unter den Anlegern folgende Erkenntnis durchsetzen: Auf lange Sicht bietet vor allem Gold einen wirksamen Vermögensschutz.
Ich gehe davon aus, dass der Goldpreis und Silberpreis nach dem Gewinnmitnahmen und Umschichtungen weiter steigen wird. Die Zinssteigerungen für US-Staatsanleihen werden keine große Rollen spielen. Die US-Schulden werden bis zum Jahresende 2026 auf zirka 42 Billionen US-Dollar steigen. Alleine um die Zinsen für die 42 Billionen US-Dollar bezahlen zu können, ebenfalls nur auf Kredit möglich.
Solange es Papiergold gibt wird Gold nie auf seinen wahren Wert steigen. …
Hallöchen, der Goldpreis ist ein Indikator der wirtschaftlichen Lage im Westen und die ist schlecht. So und nun zur Frage, wer bescheißt beim Goldpreis?