Stand: 04.01.2017 von © Gold.de Redaktion JB/GW 2 Kommentare

Nach drei Verlustjahren in Folge gelang dem Goldpreis 2016 ein signifikanter Kursgewinn. Doch die Freude darüber ist nicht ungetrübt, schließlich setzte der Krisenschutz in der zweiten Jahreshälfte zu einer signifikanten Talfahrt an.

Die London Bullion Market Association registrierte auf Dollarbasis für das Jahr 2016 ein Plus von 9,1 Prozent auf 1.159,10 Dollar, während in Euro gerechnet ein Anstieg um 12,7 Prozent auf 1.098,36 Euro und in Pfund sogar ein Gewinn von 31,6 Prozent auf 942,58 Pfund zu Buche schlug (siehe Tabelle).

Massiver Ausverkauf an den Terminmärkten

Das Jahr 2016 hat wieder einmal gezeigt, welch starken Einfluss die Terminspekulanten via Gold-Futures auf den Goldpreis ausüben. Einmal pro Woche erfahren die Akteure an den Goldmärkten via Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission, wie sich die Marktmeinung großer und kleiner Terminspekulanten entwickelt hat.

Goldpreis 2016 in wichtigen Währungen

Performance 2016 Jahreshoch Jahrestief Rekordhoch Abstand in %
USD 9,1% 1370,00
am 06.07.2016
1072,70
am 04.01.2016
1896,5
am 05.09.2011
63,6%
EUR 12,7% 1239,71
am 06.07.2016
982,30
am 04.01.2016
1382,2
am 01.10.2012
25,8%
GBP 31,6% 1060,08
am 02.11.2016
725,02
am 04.01.2016
1182,8
am 06.09.2011
25,5%

In der ersten Jahreshälfte – in der sich Gold auf Dollarbasis in der Spitze um 30 Prozent verteuert hat – hat sich deren Optimismus massiv verstärkt. Seit dem Jahreswechsel 2015/2016 hat sich die Netto-Long-Position (mehrheitlich optimistisch gestimmt) der Großspekulanten (Non-Commercials) von 19.102 Futures auf ein Rekordhoch von 368.955 Kontrakte (26.07.2016) vervielfacht, während sich bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) eine Netto-Short-Position (mehrheitlich pessimistisch gestimmt) von minus 3.767 Kontrakten in eine Netto-Long-Position von 34.436 Futures (20.09.2016) verwandelt hat. Dies stellte immerhin den höchsten Wert seit Februar 2013 dar.

Doch die gute Laune der Terminspekulanten – und damit auch der Aufwärtsdrang des Goldpreises – waren nicht von nachhaltiger Natur. Gemessen von den oben erwähnten Höchstwerten hat sich der Optimismus der Großspekulanten bis Ende Dezember um über 73 Prozent auf lediglich 98.343 Kontrakte reduziert. Bei den Kleinspekulanten war ein nicht ganz so dickes Minus von ungefähr 34 Prozent auf 22.624 Futures registriert worden. 

Mit Blick auf 2017 dürfte eines völlig klar sein: Eine erfolgreiche Bodenbildung mit anschließender Goldpreishausse kann nur gelingen, wenn Terminspekulanten optimistischer werden und dadurch Rückenwind generieren.

ETF-Investoren im Achterbahnmodus

Traditionell reagiert der Krisenschutz Gold aber auch sehr stark auf die bei physisch besicherten Gold-ETFs zu beobachtenden Transaktionen. Steigt deren gehaltene Goldmenge überwiegt das Kaufinteresse, was in normalen Marktlagen dem Goldpreis in höhere Regionen verhilft. Bei durch Verkäufe ausgelösten Abflüssen schlägt sich dies meist in einem rückläufigen Goldpreis nieder. Diese Wechselwirkung war 2016 offensichtlich, schließlich hat sich die gehaltene Goldmenge des weltgrößten Gold-ETFs SPDR Gold Shares  von Ende 2015 bis Anfang Juli von 642,37 auf 982,72 Tonnen (+53,0 Prozent) erhöht.

Seither haben massive Verkäufe den Bestand jedoch wieder auf 822,17 Tonnen (Stand: 30. Dezember 2016) zusammenschmelzen lassen. Deutsche Investoren scheinen diese Skepsis eher nicht zu teilen. Beim deutschen Marktführer Xetra-Gold haben sich nämlich die Goldbestände im abgelaufenen Jahr von 59,2 Tonnen auf den Rekordwert von 117,6 Tonnen nahezu verdoppelt, wobei ein großer Teil des Nachfrageboom auf institutionelle Investoren zurückzuführen war.

Xetra-Gold repräsentiert den in Euro umgerechneten Gegenwert von einem Gramm Gold und ist aus folgenden Gründen bei Investoren beliebt: Das von der Deutsche Börse Commodities emittierte Papiergold-Finanzprodukt ist kostengünstig, physisch besichert und verfügt über einen Lieferanspruch. Außerdem sind etwaige Kursgewinne nach einer Haltezeit von mindestens zwölf Monaten steuerfrei.

Dieser Sachverhalt wurde in oberster Instanz vom Bundesfinanzhof bereits im September 2015 bestätigt. Damit gehört Xetra-Gold – wie Goldbarren und Goldmünzen – zu den wenigen Investments, mit denen Anleger steuerfreie Kursgewinne erzielen können.

Ausblick für das Jahr 2017

Das abgelaufene Jahr 2016 erwies sich mit Blick auf den Goldpreis als das Jahr der Enttäuschungen. So hatten zum Beispiel die meisten Analysten und Kapitalmarktexperten die Jahresrally des ersten Halbjahres nicht auf der Karte. Und auch die in Zusammenhang mit dem Brexit und der US-Präsidentschaftswahlen gemachten Prognosen, die eine nachhaltige Verteuerung des Goldpreises voraussahen, trafen allesamt nicht ein. 

Angesichts dieser Erfahrungen sollten Anleger die in Aussicht gestellten Kursziele der „Experten“ nicht für „bare Münze nehmen“. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfassten 30 Prognosen sehen für das vierte Quartal 2017 einen durchschnittlichen Goldpreis von 1.274,82 Dollar, wobei die Spanne der Kursziele von 900 Dollar (Rising Glory Finance) bis 1.800 Dollar (Incrementum AG) reicht. Unsicherheitsfaktoren gibt es 2017 zuhauf. Ab dem 20. Januar, der Amtsübernahme von Donald Trump, muss zum Beispiel der neue US-Präsident beweisen, dass die üppigen Vorschusslorbeeren an den Aktienmärkten und die Hoffnung auf ein Anspringen der US-Konjunktur gerechtfertigt waren.

Diesseits des Atlantiks droht mit den Wahlen in den Niederlanden (März), Frankreich (April/Mai) und Deutschland (September) ebenfalls Ungemach politischer Art. In den kommenden zwölf Monaten scheint in erster Linie eines sicher zu sein, nämlich ein anhaltend hohes Maß an Unsicherheit.

Kommentar zum Artikel schreiben
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Kommentare [2]
  • von Hein Blöd | 07.01.2017, 12:33 Antworten

    Quatsch

  • von Mr. Silver | 07.01.2017, 13:07 Antworten

    Da sollte jemand den Cot Report erstmal lernen zu verstehen. Man sieht sich immer die Positionen der Commercials an, weil die das Geld haben, den Markt in die Richtung zu bringen, wo Sie Ihn hinhaben wollen. Der Trend ist auf langer Sicht abwärts. Damals 2002 waren die Commercials long im Gold und der Preis stieg und stieg. Im November waren die Short Überhänge bei fast null. Das war ein Startsignal für einen Kursanstieg. Der Geldfluss findet immer wieder ein Ende, Jetzt im Januar fließt auch wieder Geld in den Goldmarkt. Die Commercial bauen Short Kontrakte ab, die Sie bei 1300 Dollar verkauft haben. Sie decken sich mit billigem Gold ein, was Sie vor ein paar Monaten teurer verkauft haben. Zur Zeit läuft wieder der Long Hegde. Wenn jemand bei Gold seit 1350 Dollar short ist und hat eine riesige Position, ca 50000 Kontrakte, kann er diese Position nicht einfach schließen, wie ein Kleinspekulant der nur 5 Kontrakte hat. Um seinen Gewinn zu sichern, der in der Spitze bei 220 Dollar pro Kontrakt lag, kann er nach und nach Positionen schließen, aber auch einen Long Hegde ausüben. Das heißt er kauft Long kontrakte dazu, um den Gewinn einzufrieren. Ist der Goldpreis erstmal um 50 bis 80 Dollar gestiegen, kommen die Spekulanten in den Markt zurück. In der Zeit kann der die Long Hedge Positionen schliessen, die er mit 1130 Dollar kaufen konnte, die vielleicht bis 1250 laufen können. Dann verkauft er wieder teures Gold, und der Geldfluss endet auch mal wieder und er kauft das Gold billiger zurück

Copyright © 2009-2017 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany