Stand: 10.01.2017 von © Gold.de Redaktion JB/GW 0 Kommentare

Das gelbe Edelmetall startete ausgesprochen vielversprechend ins neue Jahr, erzielte in der ersten Handelswoche ein Plus von 1,9 Prozent und kletterte am Donnerstag mit 1.180 Dollar sogar auf den höchsten Stand seit vier Wochen.

Nach dem mit minus 13 Prozent heftigsten Quartalsverlust seit 2013 „rappelte“ sich der Krisenschutz Gold in der ersten Januarwoche wieder auf. Obwohl der Dollarindex das neue Jahr mit dem Markieren eines neuen 14-Jahreshochs begrüßt hatte, blieben die Akteure an den Goldmärkten ausgesprochen „cool“ - von Verkaufsdruck keine Spur. Robuste US-Arbeitsmarktdaten verhinderten vor dem Wochenende allerdings einen noch stärkeren Aufwärtsdrang des Goldpreises.

Starke Aktienmärkte, steigende Anleiherenditen und ein anziehender Dollar sprechen derzeit gegen Gold. Aber auch Fürsprecher für Gold können auf zahlreiche Kaufargumente zurückgreifen. Potenzielle Krisengefahren gibt es zuhauf. Hier die wichtigsten: Wachsende Kriegs- und Terrorgefahr, drohende Handelskonflikte zwischen den USA und dem Rest der Welt, Brexit-Verhandlungen, drohende politische Verwerfungen in Europa nach den Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland, expansive Geldpolitik der EZB sowie die ungelöste Bankenkrise in Italien.

Fazit: Zahlenmäßig überwiegen bei Gold offensichtlich die Kaufgründe. Für ein hohes Maß an Spannung wäre somit für die kommenden zwölf Monate auf jeden Fall gesorgt.

Inflation auf dem Vormarsch

In der vergangenen Woche wurde für die Eurozone - erstmals seit August 2013 - eine Inflationsrate von 1,1 Prozent p.a. (Dezember) gemeldet. Laut einer vom Wall Street Journal veröffentlichten Umfrage unter Analysten war im Durchschnitt lediglich ein Wert von 1,0 Prozent erwartet worden. Noch höher fiel die  jährliche Quote mit 1,7 Prozent in Deutschland aus. Diese Geldentwertung lässt sich nicht einmal mit 30-jährigen Bundesanleihen ausgleichen. Deren Renditen liegen nämlich derzeit mit 0,99 Prozent unter der Teuerungsrate.

Auch in den USA ziehen die Konsumentenpreise spürbar an. Mitte Dezember wurde zum Beispiel für den Monat zuvor eine Rate von 1,7 Prozent p.a. veröffentlicht. Um diese Geldentwertung mit US-Staatsanleihen auszugleichen, wären Papiere mit einer Laufzeit von „lediglich“ fünf Jahren nötig. Das heißt: Diesseits des Atlantiks ist das Problem negativer Realzinsen erheblich größer als in den USA. Deshalb genießt der Krisenschutz Gold unter deutschen Anlegern derzeit einen erheblich größeren Stellenwert als unter US-Investoren, wo ein starker Dollar und steigende Zinsen dessen Attraktivität belasten.

Charttechnischer Rebound vollzogen

Obwohl der Goldpreis das Jahr 2016 - nach drei Verlustjahren in Folge - mit einem markanten Kursgewinn von neun Prozent beendet hatte, fiel an den Goldmärkten die Freude darüber relativ gering aus. Kein Wunder, schließlich belief sich das Plus zur Jahresmitte zeitweise auf 30 Prozent. Völlig unerwartet rutschte der Krisenschutz - trotz durch Brexit und Trump-Wahlsieg gestiegener Risiken - in den Monaten November und Dezember in der Spitze um über 13 Prozent ab.

Goldpreis in US-Dollar

In der zweiten Dezemberhälfte hellte sich die Stimmung jedoch wieder spürbar auf. Nachdem der Timingindikator Relative-Stärke-Index wochenlang eine überverkaufte Lage angezeigt hatte, bescherte er den Goldmarktakteuren noch vor dem Weihnachtsfest mit dem Überwinden der Marke von 30 Prozent ein starkes Kaufsignal. Dadurch wurde ein Rutsch auf das im Bereich von 1.050 Dollar angesiedelte 52-Wochentief erst einmal verhindert. Der seit vier Wochen zu beobachtende technische Rebound hat den Goldpreis nun wieder in Richtung einer wichtigen charttechnischen Unterstützungszone gehievt, die es nun zu behaupten gilt.

Ausblick für die laufende Woche

Der Start ins neue Handelsjahr kann angesichts des markanten Wochengewinns als gelungen bezeichnet werden - nun heißt es „Nachlegen!“. Inder und Chinesen gelten traditionell als die beiden goldhungrigsten Nationen. Doch ihre Regierungen wollen deren Goldappetit zügeln. In Indien will die Politik das durch hohe Goldimporte mitverursachte Handelsbilanzdefizit eindämmen. Die radikale Bargeldreform von Premierminister Modi hat das Interesse an Gold zwar eher verstärkt als gedämpft, den Indern fehlt nun aber schlicht und einfach das Geld, Gold zu kaufen.

Die chinesische Regierung erschwert seinem Volk durch diverse Einschränkungen des Kapitalverkehrs den Goldkauf und versucht, die massive Kapitalflucht zu stoppen. Ende Januar findet das chinesische Neujahrsfest statt, an dem traditionell besonders viel Gold gekauft wird. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob sich Chinesen von ihrer starken Goldaffinität abbringen lassen. In der ersten Januarwoche sah es eher nicht danach aus, schließlich bewegte sich an der Shanghai Gold Exchange der durchschnittliche Tagesumsatz bei den besonders liquide gehandelten Ein-Kilogramm-Barren mit 32.464 kg auf dem höchsten Niveau seit 14 Wochen. Dies zeigt, dass selbst  Regierungen mit besonders großen Machtbefugnissen Schwierigkeiten haben, den Bedarf am Krisen-, Inflations- und Vermögensschutz Gold erfolgreich zu regulieren.

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