| GOLD | 4.605,00 $/oz | 3.957,57 €/oz | 127,24 €/g | 127.239 €/kg |
| SILBER | 88,79 $/oz | 76,31 €/oz | 2,45 €/g | 2.453,42 €/kg |
Zum Wochenstart zeigt sich der Goldpreis in US-Dollar nach dem Preissprung am Freitag im Zuge sehr enttäuschender US-Arbeitsmarktdaten stabil, trotz Erholung an den Aktienmärkten zum Wochenauftakt.
Aktuell liegt der Preis pro Feinunze (31,1 g) am Spotmarkt bei knapp 3.370 US-Dollar. Die Notierungen absolvierten am Freitagnachmittag deutscher Zeit einen Preissprung in kürzester Zeit um fast 60 US-Dollar pro Unze.

Der Silberpreis, dessen Performance am Freitag geringer ausfiel, kann sich heute weiter steigern und liegt aktuell bei ca. 37,33 US-Dollar pro Unze:

Silber leidet stärker als Gold unter den sich eintrübenden globalen Konjunkturaussichten. Bis Freitag waren die von US-Präsident Trump angekündigten Importzölle für die meisten Staaten der Welt sukzessive gestiegen – teilweise drastisch von 10 auf bis zu 50 Prozent (Brasilien).
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Schweiz mit einem Zollsatz von 39 Prozent geschockt wurde, aber Gold und Silber von diesen Zöllen ausgenommen sind. Zusammen mit Pharmazeutika, die ebenfalls nicht bezollt werden sollen, macht dies zusammen 60 Prozent aller Exporte der Schweiz in die USA aus.
Die sehr schlechten US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag (Nonfarm-Payrolls, NFP, 14:30 Uhr MESZ) dürften ein echter „Gamechanger” für den Goldpreis gewesen sein.
Die Daten und Revisionen haben die Märkte schockiert. Die Nonfarm-Payrolls (neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft) für Juli verfehlten die Erwartungen deutlich.
Analysten hatten im Vorfeld mit einem Stellenzuwachs von rund 110.000 gerechnet, doch das Bureau of Labor Statistics (BLS) meldete lediglich 78.000 neue Jobs.
Besonders brisant ist, dass die Zahlen für Mai und Juni um insgesamt 258.000 Stellen nach unten korrigiert wurden.

Diese Zahlen deuten auf eine rapide Abkühlung des US-Arbeitsmarktes hin, obwohl sich die Wirtschaft offiziell in einer Expansionsphase befindet.
Die Kombination aus schwachem Beschäftigungswachstum und rückläufigen Reallöhnen verstärkt die Diskussion um eine mögliche Rezession und bringt die US-Notenbank (FED) nun verstärkt unter Zugzwang, die Zinsen bereits nach der Sommerpause im September zu senken. Die Märkte preisen inzwischen mit über 85 % Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung im September ein.
Für politischen Zündstoff sorgte das unmittelbare Handeln von Präsident Trump, der noch am Freitagabend per Dekret die Chefin des Bureau of Labor Statistics (BLS), Dr. Karen Whitmore, entließ.
In einer scharf formulierten Pressemitteilung warf er ihr "mangelhafte Kontrolle und unprofessionelles Datenmanagement" vor – Kritiker hingegen sehen darin einen autoritären Akt, der das Vertrauen in die Unabhängigkeit statistischer US-Behörden beschädigt.
Die Goldmärkte reagierten prompt mit einem Sprung über die Marke von 3.360 US-Dollar pro Unze, getragen vom steigenden Rezessionsrisiko und wachsender Unsicherheit.
Selten zuvor stand der Goldmarkt vor einer derart mit wichtigen Ereignissen aufgeladenen Handelswoche, daher hier eine kurze Übersicht zur Orientierung:
US-Zölle & Handelskrieg: Präsident Trump kündigt für den 7. August das Inkrafttreten neuer Zölle für fast 70 Handelspartner an und weist Forderungen nach Nachverhandlungen zurück.
Zentralbank-Signale: Analysten sehen fast 90 % Chance für Fed-Zinssenkung bereits im September und sogar kumuliert Zinssenkungen von 0,645 bis 1,0 Prozent bis Jahresende.
Am 8. August läuft das Ultimatum gegen etwa 20 betroffene Drittstaaten bezüglich der Einführung von Strafzöllen in Höhe von 100 Prozent wegen ihres fortgesetzten Energiehandels mit Russland ab.
Ebenfalls am 8. August soll ein Total-Embargo gegen den Export russischer Energieträger aller Art verhängt werden (Erdgas, Erdöl, Uran und Kohle).
Wichtige Termine für den Goldpreis in der Kalenderwoche 32:
Montag, 4. August: Schweizer Verbraucherpreisindex (CPI) für Juni, chinesischere Einkaufs-Manager-Index Caixin Services PMI Juli – (für die Weltkonjunktur wichtige Konjunkturindikator aus dem Reich der Mitte, zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt), US-Factory Orders Juni (Frühindikator für die US-Industriesektor).
Dienstag, 5. August: US-Handelsbilanz-defizit im Juni (zollbedingt leichter Rückgang erwartet), US-Einkaufsmanager-Index ISM Service-PMI für Juli (Stimmungsindikator für den wichtigen US-Dienstleistungssektor), Deutsche Produzentenpreise im Juni und Daten zur deutschen Industrie-Produktion.
Mittwoch, 6. August: Eurozone-Einzelhandelsumsätze im Juli (Konsum-Dynamik im Euroraum), US-Fed-Vorstandsmitglied Mary Daly äußert sich zur Geldpolitik der FED (Signalwirkung für mögliche Lockerung der Geldpolitik).
Donnerstag, 7. August 2025: Bank of England Zinsentscheid (BoE; erwartet: -0,25 Prozentpunkte p. a. | mögliches Signal auch für EZB und FED), US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (zunehmend anzuzweifelnde Zahlen nach dem jüngsten Datenskandal des BLS), FED-Gouverneur Raphael Bostic äußert sich zur US-Geldpolitik.
Freitag, 8. August 2025: St. Louis US-Fed Präsident Alberto Musalem äußert sich zur Konjunkturlage und der Geldpolitik (Einfluss auf Zinserwartungen), Veröffentlichung der Eurozonen Kerninflation (Core CPI), Terminmarktdaten der US-Aufsichtsbehörde CFTC (COT-Report) für Gold, Silber & Co. (21:30 Uhr MESZ).
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Der Handelsstreit und die expansive Fiskalpolitik in den USA befeuern die Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen.
Die zuletzt sehr schwachen US-Arbeitsmarktdaten und die zunehmenden Spekulationen über Zinssenkungen der Fed unterstützen die Notierungen des gelben Edelmetalls ebenfalls.
Auch Signale vonseiten großer Zentral- bzw. Notenbanken (BoE, Fed-Vertretern) schaffen positive Preisimpulse.
Die globalen Konjunkturdaten aus China, der EU und den USA offenbaren zudem unsichere Wachstumsaussichten und fördern damit die Flucht in Gold (Stagflationsbefürchtungen).
Goldanleger sollten in dieser Woche aufgrund der Brisanz der globalen Gemengelage aktiv die Veröffentlichungen und generell den Nachrichtenfluss verfolgen, denn sie bestimmen nicht nur die kurzfristige Volatilität, sondern auch den Trend für den Goldpreis bis zum Jahresende.
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