Stand: 12.12.2013  2 Kommentare

Beim jüngsten Anstieg des Goldpreises handelt es sich nicht um eine langfristige Trendwende, sondern lediglich um eine kurzfristige Gegenbewegung in einem intakten Abwärtstrend, sagt Thorsten Proettel von der Landesbank Baden-Württemberg am 11. Dezember 2013 im "Rohstoffmonitor" des DAF (Deutsches Anleger Fernsehen). Für Silber sieht der Experte hingegen im nächsten Jahr ein Kurspotential von deutlich mehr als 10 %. Der Ölpreis wird nach Proettels Einschätzung 2014 niedriger notieren als heute.

Aktienmärkte und Dollar für Goldpreisanstieg mitverantwortlich

Vom 3. bis zum 11. Dezember war der Goldpreis um fast 50 Dollar auf mehr als 1.260 Dollar gestiegen. Proettel glaubt, dass hierfür die wieder etwas schwächeren Aktienmärkte und ein nachgebender Dollar verantwortlich waren. Auch seien einige kurzfristig orientierte Händler auf dem falschen Fuß erwischt worden und mussten sich mit Gold eindecken, also ihre Short-Positionen schließen.

"Am großen Bild ändert das aber alles nichts", sagt Proettel. "Die Anleger sind weltweit sehr zurückhaltend und die Nachfrage in Indien ist sehr schwach. Der Abwärtstrend seit Anfang des Jahres ist nach wie vor intakt."

Manipulation beim Gold Fixing unwahrscheinlich

Der Analyst der Landesbank Baden-Württemberg glaubt nicht, dass die aktuellen Untersuchungen des Gold Fixing in London mit einer Bestätigung des Manipulationsverdachts enden werden. Anders als bei den nachgewiesenen Zinsmanipulationen des LIBOR würde eine Manipulation beim Gold Fixing sofort durch Preisdifferenzen zum fortlaufenden Goldhandel auffallen.

Nachfrage bei Silber nimmt zu

Silber befinde sich ähnlich wie Gold in einem etablierten Abwärtstrend, hat aber laut Proettel gegenüber dem "großen Bruder" den Vorteil, dass die Nachfrage in fast allen wichtigen Bereichen steigt.

Die Anleger haben 2013 sehr viel mehr Silber gekauft als im letzten Jahr und die Nachfrage aus der Schmuckbranche sei ebenso gestiegen wie die Nachfrage nach Tafelsilber. Die industrielle Nachfrage sei um 1 % gewachsen. Das höre sich zwar nach wenig an, doch bei einem jährlichen Bedarf der Industrie von 15.000 Tonnen Silber entspreche 1 % immerhin 150 Tonnen.

Den deutlichen Rückgang des Silberpreises 2013 erklärt Proettel damit, dass Silber in "Sippenhaft" genommen wurde: Steigt oder fällt Gold, dann steigt oder fällt Silber häufig ebenso. Die im Vergleich zu Gold stärker ausgeprägte Abwärtsbewegung von Silber sei darauf zurückzuführen, dass der sehr kleine Silbermarkt traditionell als Spielweise für Spekulanten diene. Ein hoher Anteil spekulativer Positionen führe zu einer höheren Volatilität, also zu stärkeren Preisausschlägen in beide Richtungen.

"Langfristig werden sich aber die Fundamentaldaten durchsetzen und ich könnte mir gut vorstellen, das Silber im Jahr 2014 wieder deutlich über die 22-Dollar-Marke steigt", sagt Proettel.

Ölpreis

Die Ölpreisentwicklung der letzten Monate bezeichnet Proettel als ein Spiegelbild des hohen Angebots. Die Nachfrage nach Öl sei infolge des weltweit schwachen Wirtschaftswachstums hingegen kaum gestiegen.

Darüber hinaus seien Länder wie die USA aufgrund neuer Fördertechnologien (Fracking ) in der Lage, einen großen Teil der inländischen Nachfrage selbst zu decken. "In der Summe rechnen wir damit, dass der Ölpreis 2014 angesichts der guten Angebotssituation niedriger liegen wird als heute", sagt Proettel.

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Kommentare [2]
  • von Mr Silver | 18.12.2013, 13:28 Antworten

    na ja wer diese Propaganda glauben schenkt, der sollte sich auch einen Vorrat an Lebensmittel für 18 Monate anlegen. Die Schwarzseher gab es schon immer, und im Krieg der Währungen ziehen Gold und Silber den kürzeren. Und immer diese Themen wie Nachfrage in China. Wie dumm haltet Ihr den die Einkäufer. Man kauft große Mengen wenn die Preise stürzen, und gibt dann wieder mit Gewinn ab. So konnte man in den letzten zwei Jahren richtig Gold verdienen. Leute jetzt geht es wieder auf 1000 Dollar, dann auf 870 und dann auf 690 Dollar. Dort kann man sich dann mal ein paar Unzen in den Schrank packen, doch jetzt ist Gold noch viel zu teuer

  • von AldousOrwell | 13.12.2013, 11:38 Antworten

    Was für ein Gefasel.
    Hier ein Auszug aus dem Link, den Sie oben als Beleg anführen, daß die Goldnachfrage in Indien "sehr schwach" sei:
    "Wie Bloomberg berichtete, beliefen sich die indischen Goldimporte im 2. Quartal dieses Jahres auf 338 Tonnen. Im Vergleich zu den 153 Tonnen im 2. Quartal 2012 entspricht die Menge einem Anstieg um knapp 121 %."
    Na, merken Sie was?
    Ist ja auch logisch, daß Indien den Goldimport zu bremsen versucht, weil eh eine "sehr schwache Nachfrage" besteht....gute Nacht Deutschland; die Experten sind da.

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