Stand: 08.09.2016  0 Kommentare

Der Goldpreis in australischen Dollar liegt nahe den Rekordniveaus von 2011. Das nutzen die Goldminenbetreiber in Australien und fahren ihre Anlagen an den Auslastungsgrenzen. Zudem werden neue Kapazitäten gebildet. Das hat die Goldproduktion auf dem fünften Kontinent auf ein 15-Jahreshoch getrieben.

Wer in Australien eine Goldmine betreibt, der bezahlt seine Rechnungen mit der dortigen Währung, dem australischen Dollar - logisch. Doch letzterer hat seit Mitte des Jahres 2014 stark an Außenwert verloren, vor allem gegenüber dem amerikanischen Dollar. Für die internationalen Goldminenbetreiber in Australien ist das ein wahrer Segen. Nicht nur sinken dadurch die konzernweiten Gesamtbetriebskosten je geförderter Unze Gold (All-in sustaining costs - AISC), die in deren Bilanzen meist in US-Dollar verrechnet werden. Gleichsam wurde damit auch der Goldpreis in australischen Dollar (AUD) in die Höhe getrieben. Derzeit notiert Gold in Australien zwischen 1.730 und 1.745 AUD. Das sind nur rund 70 Dollar weniger als die im Jahr 2011 erreichten historischen Rekordniveaus. Dazu kommt, dass man sich auch in Australien an dem branchenweiten Trend beteiligt hat, die AISC der bergbaulichen Operationen deutlich zu straffen. Diese Umstände zusammengenommen führen bei den australischen Goldminenbetreibern dieser Tage zu erheblichen Gewinnmargen von teilweise mehr als 700 AUD pro geförderter Unze Gold. Um die Gewinne aus diesen günstigen Rahmenbedingungen zu maximieren, werden deshalb die bestehenden Produktionsanlagen voll ausgelastet sowie neue Kapazitäten hinzugefügt. Kein Wunder also, dass die Goldproduktion der vergangenen 12 Monate auf das höchste Niveau seit 15 Jahren gestiegen ist.

"Unterschiedliche Strategien" um Goldproduktion zu erhöhen

Wie das Branchenportal Mining Weekly unter Berufung auf eine Erhebung der Beraterfirma Surbiton Associates (SA) am vergangenen Montag berichtete, ist die gesamte australische Goldförderung im Finanzjahr 2015/16, das am 30. Juni endete, auf insgesamt 9,38 Millionen Unzen (Moz) oder rund 292 Tonnen angeschwollen. Das seien zwar nur sieben Tonnen mehr als im Jahr davor, dennoch komme dies einem 15-Jahreshoch bei der Goldproduktion gleich, hieß es. Allein im letzten Quartal hätten die Goldminenbetreiber 74 Tonnen Gold aus australischen Minen geholt. Das übers Jahr geförderte Gold habe einen Gegenwert von rund 16,2 Milliarden AUD (12,24 Milliarden US-Dollar oder 10.94 Milliarden Euro). Dem Nachrichtenportal The Australian zufolge sagte SA-Direktorin Sandra Close:

"Eindeutig wollen viele Unternehmen den Vorteil der aktuellen (Gold-) Preise nutzen und bedienen sich unterschiedlicher Strategien um ihren Goldausstoß zu erhöhen".

Manche Goldminenbetreiber etwa würden bereits still gelegte Goldminen aufpolieren und dabei Anlagen wieder in Betrieb nehmen, die sich zuvor nicht mehr gelohnt hätten, sagte Close. Andere wiederum würden Golderze aus vormaligen Minen, deren Aufbereitungsanlagen nicht mehr betriebsbereit seien, "fremdbehandeln" lassen. Auf diese Weise kämen vor allem vormals "stecken gebliebene" Goldvorkommen doch noch auf den Markt, hieß es. Aber auch bei den laufenden Goldminen, deren Goldproduktion zu keinem Zeitpunkt zum Erliegen gekommen war, würden "Effizienzprogramme" umgesetzt, um die Leistung sowohl bei der Gewinnung der Erze als auch bei deren Aufbereitung zu maximieren, erklärte die Branchenkennerin.

Überlebenswichtig: Exploration muss mit Goldproduktion mithalten

Doch während die erhöhte Goldförderung für ein Umsatzplus sorge und damit die finanzielle Position der australischen Goldminenbetreiber verbessere, schlug SA-Direktorin Close aber auch umgehend mahnende Töne an. Sie rief die gesamte Industrie auf, sich nicht nur auf den Goldausstoß zu konzentrieren, sondern zugleich einen Teil der höheren Erträge in die Exploration neuer Goldvorkommen zu stecken. Sie hoffe, so Close, dass der höhere Goldpreis in australischen Dollar sich auch in höheren Budgets zur Exploration niederschlagen werde. Denn Investitionen in Exploration seien für ein Bergbauunternehmen genauso überlebenswichtig wie die Forschungs- und Entwicklungsausgaben eines anderen Industriesektors, gab Close zu bedenken und fügte hinzu:

"Dies ist absolut unerlässlich für das langfristige Überleben der Industrie".

Man dürfe nicht vergessen, so Close weiter, dass man sich einer jährlichen Goldproduktion von 300 Tonnen annähere. Deshalb müssten auch jedes Jahr ähnliche Mengen an Gold neu entdeckt werden. Nur so könne man verfügbare Goldvorkommen und die dafür benötigten betrieblichen Mittel auf dem selben Niveau halten, sagte Close.

Du hast eine Meinung dazu? Her damit!
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen siehst du?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf GOLD.DE gespeichert wird. Du kannst deine Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Mir ist bekannt, dass Kommentare, die beleidigend oder diffamierend sind, oder Werbung für Dritte enthalten, nicht erwünscht sind. Hier findest du unsere Datenschutzerklärung.

Copyright © 2009-2019 by GOLD.DE – Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Handcrafted with in "Schwäbisch Sibirien", Germany