Stand: 15.11.2016  1 Kommentare

Laut Angaben des World Gold Council haben sich die Goldbestände der Staaten im September 2016 um netto 12,5 Tonnen erhöht. Die größten Zukäufe entfielen erwartungsgemäß auf die Zentralbank Russlands, während die Türkei die größten Verkäufe meldete. Seit Jahresbeginn addieren sich die Nettokäufe auf 271,1 Tonnen: ein deutlicher Rückgang gegenüber 407,7 im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres.

Top 20 der staatlichen Goldreserven im August 2016

Platz Land Goldreserven (Tonnen) Goldanteil an Gesamtreserven
1. USA 8.135,5 75,6 %
2. Deutschland 3.377,9 70,1 %
3. IWF 2.814,0 k. A.
4. Italien 2.451,8 69,1 %
5. Frankreich 2.435,8 65,4 %
6. China 1.838,5 2,4 %
7. Russland 1.542,7 16,5 %
8. Schweiz 1.040,0 6,4 %
9. Japan 765,2 2,6 %
10. Niederlande 612,5 64,5 %
11. Indien 557,8 6,4 %
12. EZB 5,4,8 27,6 %
13. Türkei 442,1 16,0 %
14. Taiwan 423,6 4,0 %
15. Portugal 382,5 62,4 %
16. Saudi-Arabien 322,9 2,4 %
17. Vereinigtes Königreich 310,3 9,1 %
18. Libanon 286,8 24,2 %
19. Spanien 281,6 18,1 %
20. Österreich 280,0 45,5 %

Russische Goldreserven steigen auf über 1.540 Tonnen

Russland hat seine Goldreserven im September 2016 um 16,55 Tonnen erhöht und hält nun 1.542,7 Tonnen des Edelmetalls. Damit steht Russland im internationalen Vergleich nach wie vor auf dem 7. Platz hinter China und vor der Schweiz. Die akkumulierten russischen Käufe seit Jahresbeginn erreichten 128, 1 Tonnen. Das entspricht fast der Hälfte aller staatlichen Goldkäufe in diesem Zeitraum.

Der Goldanteil an den russischen Gesamtreserven steigt ebenfalls kontinuierlich und lag im September bei 16,5 Prozent. Laut Informationen des World Gold Council plant Russland, im Jahr 2016 insgesamt 200 Tonnen Gold kaufen. Um dieses Volumen zu erreichen, müsste die Zentralbank ihre Bestände im letzten Quartal des Jahres um knapp 24 Tonnen pro Monat erhöhen.

Chinas Goldkäufe verhalten

China hat seine Goldreserven im September um 4,98 Tonnen erhöht und hält nun 1.838,5 Tonnen oder 2,4 Prozent der Gesamtreserven in Gold. Das Volumen der Käufe war für chinesische Verhältnisse zum dritten Mal in Folge eher gering.  Im internationalen Vergleich steht China nach Frankreich und vor Russland nach wie vor auf dem 6. Platz.

Kasachstan erhöht Goldreserven

Mit 4,14 Tonnen hat Kasachstan im September fast ebenso viel Gold gekauft wie China. Das Land in Zentralasien hält nach fast vier Jahren ununterbrochener Zukäufe 248,2 Tonnen oder 33,6 Prozent der Gesamtreserven in Gold. Wie Russland und China nutzt Kasachstan Gold vor allem als Mittel der Diversifikation im Devisen-Mix.

Türkische Goldverkäufe gehen weiter

Die Türkei hat sich im September von 13,45 Tonnen Gold getrennt und hält nun 442,1 Tonnen oder 16,1 Prozent der Gesamtreserven in Gold. Allerdings ist bei den Veränderungen der türkischen Bestände nicht klar zu sagen, ob es sich um Zentralbankgold im eigentlichen Sinne oder um abgezogene Einlagen der Geschäftsbanken handelt, die in der Türkei auch in Form von Gold deponiert werden können. Seit Jahresbeginn haben sich die türkischen Bestände inklusive der Einlagen deutlich um 73,39 Tonnen reduziert.

Deutsche Goldreserven minimal gesunken

Die Goldreserven Deutschlands haben sich im September 2016 um 0,31 Tonnen reduziert. Ein geringer Teil der deutschen Reserven wird in jedem Jahr dazu verwendet, die Euro-Gedenkmünzen in Gold zu prägen. Im Jahr 2016 sind dies der „Goldeuro 2016“ sowie die erste Ausgabe einer neuen Goldmünzenserie mit dem Namen „Heimische Vögel“.

Gemessen am Volumen der Goldreserven von aktuell 3.377,9 fallen die zur Prägung der Goldmünzen benötigten Mengen nicht ins Gewicht. Deutschland liegt im internationalen Vergleich seit Jahren konstant auf dem 2. Platz. Nur die USA halten mit 8.135,5 Tonnen noch mehr Gold als Deutschland.

Weitere Goldkäufe und Goldverkäufe im September

Die weiteren gemeldeten Goldkäufe und Goldverkäufe der Zentralbanken erreichten im September nur ein sehr geringes Volumen. Weißrussland kaufte 0,54 Tonnen, Frankreich 0,6 Tonnen, Taiwan 0,93 Tonnen und die Ukraine 0,62 Tonnen Gold. Aserbaidschan trennte sich von 10,3 Tonnen, Mexiko und die Mongolei von jeweils 0,17 Tonnen und Suriname mit 0,2 Tonnen Gold.

Staatliche Goldkäufe seit Jahresbeginn

Alle gemeldeten Käufe und Verkäufe zusammengerechnet ergibt sich ein Nettozufluss in den staatlichen Sektor von 12,5 Tonnen und von 271,1 Tonnen seit Jahresbeginn. Das entspricht zwar einem Rückgang um rund 34 Prozent, allerdings darf bei diesem Vergleich der Goldpreisanstieg dieses Jahres nicht außer Acht gelassen werden.

Die Experten beim World Gold Council gehen davon aus, dass viele Zentralbanken eine abwartende Haltung einnehmen und auf günstigere Kurse hoffen. Sollte diese Einschätzung zutreffen, dürfte inzwischen wieder deutlich gefallene Goldpreis die entsprechenden Kaufanreize schaffen.

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Kommentare [1]
  • von Atze | 16.11.2016, 12:29 Antworten

    Hallo zusammen,
    wer kann mir bitte mal die Spalte "Goldanteil an Gesamtreserven" erklären?
    MfG

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