Stand: 09.03.2016  2 Kommentare

Kanada hat den Ausverkauf seiner Goldreserven weiter vorangetrieben. Offiziell verfügt das Land jetzt nur noch über 77 Unzen Staatsgold.

Nun ist es offiziell. Das flächenmäßig zweitgrößte Land der Erde hat effektiv keine Goldreserven mehr. Auch im Februar wurden die Verkäufe der verbleibenden Goldbestände fortgesetzt. Einer offiziellen Mitteilung (siehe Anmerkung Nr. 1) des kanadischen Finanzministeriums zum Stand der internationalen Reserven des Landes vom 3. März 2016 zufolge hat sich die kanadische Regierung im vergangenen Februar von insgesamt 21.851 Unzen (oder 679,66 kg) Gold getrennt. Damit haben sich die offiziellen Goldreserven von Kanada jetzt auf vernachlässigbare 77 Unzen (oder knapp 2,4 kg) reduziert.

Kanada kann kein Gold mehr in Reserven aufweisen

Überraschend kommt die Nachricht unterdessen nicht. Bereits vor wenigen Wochen wurde an dieser Stelle berichtet, dass die Goldreserven von Kanada wahrscheinlich vor dem Ausverkauf stehen. Demzufolge nannte ein Sprecher des Finanzministeriums die schon seit Jahren anhaltenden, regelmäßigen kanadischen Goldverkäufe einen "normalen Geschäftsvorgang der Regierung". Doch diese Art von Geschäftsvorgang ist für Kanada jetzt endgültig Geschichte. Da die Bewertung der offiziellen Reserven des Landes laut Mitteilung jeweils auf die nächste Million auf- beziehungsweise abgerundet werden, findet sich unter der Kategorie "Gold" jetzt eine auffallende Null. Damit ist Kanada nun das einzige entwickelte Industrieland, das keinerlei Goldbestände in seinen internationalen Reserven mehr ausweisen kann.

Goldreserven nur noch "minderwertige" Goldmünzen

Einst hatten die Goldreserven des Landes einen Umfang von mehr als 1.000 Tonnen. Das war Mitte der 1960er Jahre, als deren damaliger Gegenwert rund 1.150.000.000 Dollar betrug. Beim heutigen Goldpreis würde man dafür aber mindestens 40 Milliarden Dollar bekommen. Doch Kanada begann schon in den 1980ern mit dem schrittweisen Verkauf seiner Goldreserven. Nach Angaben der Washington Post wurden die letzten verbleibenden Goldbarren der staatlichen Bestände bereits im Dezember des Jahres 2003 veräußert. Seither sollen sich die Goldbestände ausschließlich aus Goldmünzen zusammengesetzt haben. Das deckt sich mit den Angaben des kanadischen Finanzministeriums, welches in seinen jüngsten Mitteilungen immer nur von Goldmünzen gesprochen hatte. Zuletzt sollen sich nur noch "minderwertige" Goldmünzen aus den Jahren 1912, 1913 und 1914 in den Beständen befunden haben, hieß es weiter. Diese habe man nun eingeschmolzen und zu Marktpreisen verkauft.

Staatliche Goldreserven ein Relikt aus der Vergangenheit?

Derweil fielen die Reaktionen auf den Ausverkauf der kanadischen Goldreserven gemischt aus. Peter Schiff, der Geschäftsführer von Euro Pacific Capital, nannte den Ausverkauf des Staatsgoldes einen "großen Fehler der Zentralbank". Diesen Schritt werde man noch bereuen, sagte Schiff dem kanadischen Sender CTVNews. Denn die Welt stehe derzeit am Rande des Zusammenbruchs des US-Dollars. Irgendwann werde es wieder zu einem Goldstandard in der Welt kommen, und dann müsse Kanada das Gold wieder zu höheren Preisen zurückkaufen. Wörtlich sagte Schiff laut Bericht:

"Die Ironie ist, dass Kanada sein Gold zurückkaufen wird müssen".

Befürworter der kanadischen Goldverkäufe wie etwa der kanadische Ökonom Ian Lee halten staatliche Goldreserven dagegen für ein Relikt aus der Vergangenheit. Gold habe im heutigen Finanzsystem keinen Platz mehr, findet er. "Gold ist nicht liquide. Es liegt im Keller und verstaubt", sagte Lee gegenüber dem Sender. Für Kanada gebe es heute andere Möglichkeiten, Reichtum zu speichern, ist Lee überzeugt. Dem Nachrichtenticker MyInforms zufolge hat Kanada seine Reserven in jüngster Zeit hauptsächlich mit US-Dollar und britischen Pfund nachgefüllt.

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Kommentare [2]
  • von Das Gewissen | 27.04.2016, 10:09 Antworten

    super,
    Canada speichert nun seinen Reichtum in Dollar und Pfund, geht's noch. Wer speichert Vermögen in Geld, nur ein Depp, der von Wirtschaft und Geld überhaupt, aber auch überhaupt keine Ahnung hat.


  • von Roland | 09.03.2016, 12:26 Antworten

    Warum sollte Kanada auch Gold in Tresoren lagern, wenn es doch im Boden viel besser und sicherer aufgehoben ist und wer Gold fördern darf, da hat man die Finger drauf.

    Ich würde auch wie Kanada handeln.

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