Stand: 08.05.2014  0 Kommentare

Das auf maritime Bergungsarbeiten spezialisierte Unternehmen Odyssey Marine hat am 15. April 2014 28 kg Gold mit einem aktuellen Marktwert von etwa 1,3 Millionen US-Dollar aus einem Schiffswrack vor US-amerikanischen Atlantikküste geborgen. Weiteres Gold im Wert von vielen Millionen Dollars soll sich noch auf dem Meeresgrund befinden.

SS Central America

Das Dampfschiff SS Central America war im Jahr 1857 etwa 260 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats South Carolina in einen Wirbelsturm geraten und auf Grund gelaufen. Die Tragödie kostete nicht nur 425 Menschen das Leben, sondern hatte auch erhebliche finanzielle Konsequenzen. An Bord befanden sich 21 Tonnen Gold in Form von frisch geprägter Goldbarren, Goldmünzen und Rohgold aus den Minen Kaliforniens.

Der Verlust dieses Goldes verursachte Historikern zufolge eine Bankenpanik in New York, aus der sich die Finanz- und Wirtschaftskrise dieses Jahres 1857 entwickelte. Der Goldwert lag damals bei 760.000 Dollar, ein winziger Bruchteil des nominalen Werts in der US-Währung des Jahres 2014.

Goldener Zankapfel

Die erste Bergungsaktion fand bereits vor einem guten Vierteljahrhundert statt. Entdeckt wurde das versunkene Dampfschiff im Jahr 1988 von einem Team unter der Leitung des Ingenieurs Tommy Thompson aus Ohio. In den Jahren 1989 bis 1991 holten die Schatzsucher insgesamt etwa zwei Tonnen Gold aus der Tiefe. Das Edelmetall entwickelte sich schnell zu einem juristisch heiß umkämpftem goldenen Zankapfel.

Gläubiger und Investoren, darunter 39 verschiedene Versicherungsgesellschaften, ein Orden katholischer Mönche und ein Ölmillionär aus Texas meldeten Besitzansprüche an. Die Columbia University, die Thompson Sonaraufnahmen von einem Objekt zur Verfügung gestellt hatte, das sich später als die SS Central America erwies, war ebenfalls im Chor der fordernden Stimmen vor Gericht zu finden.

Tommy Thompson soll der Verkauf eines Teils des Goldes 52 Millionen Dollar eingebracht haben. An seine insgesamt 251 Investoren zahlte der Ingenieur jedoch keinen Cent aus. "Ich denke, er war von Beginn an unehrlich", urteilt John G. McCoy, einer der Investoren, die Thompson ab 2005 schließlich verklagten. Seitdem er es im Jahr 2012 versäumte, zu einem Gerichtstermin zu erscheinen, befindet sich Thompson auf der Flucht.

Zuversichtliches Bergungsunternehmen

Nachdem sich die juristischen Wogen schließlich geglättet hatten, gewann Odyssey Marine Exploration Inc. aus Tampa, Florida, im März 2014 die Ausschreibung für eine neue Bergungsoperation in dem 2,2 Kilometer unter der Meeresoberfläche dahinrottenden Wrack des goldbeladenen Schiffs.

Von Beginn an gab sich Mark Gordon, Präsident von Odyssey Marine, zuversichtlich: "Wir wissen, dass nur etwa 5 Prozent des Wracks bisher durchsucht worden sind", so seine Einschätzung. Den Gesamtwert des verbliebenen Goldes schätzte er im März gegenüber Investoren auf etwa 85 Millionen Dollar.

Versunkene Doppeladler

Gemessen an dieser Gesamtsumme nimmt sich der bisher geborgene Teil des Goldschatzes mit einem Wert von ca. 1,3 Millionen US-Dollar geradezu bescheiden aus. Gordon und sein Team bargen unter anderem fünf Goldbarren mit Gewichten zwischen 96,5 und 313,5 Feinunzen sowie zwei Double Eagles (US-amerikanische Goldmünzen mit einem Nennwert von 20 Dollar).

Gordon vermutet, dass es sich bei einem Großteil des verbleibenden Goldes im Wrack um weitere Double Eagles handelt. Der numismatische Wert dieser historischen Goldmünzen liegt erheblich über dem reinen Edelmetallwert.

Auch für Odyssey Marine könnte sich das Bergungsunternehmen als sehr lukrativ erweisen. Bei einem substanziellen Fund erhält das Unternehmen 80 Prozent des Goldes bis die Kosten gedeckt sind und vom darüber hinausgehenden Teil immerhin noch 45 Prozent.

Quellen: Bloomberg, Reuters, New York Times

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