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Stand: 31.08.2026 von Jörg Bernhard
Die Deutschen bleiben Gold treu und besitzen inzwischen so viel davon wie nie zuvor. Laut der im Auftrag der Reisebank von der CFin der Steinbeis-Hochschule erstellten Studie „Goldinvestments 2026“ halten deutsche Privathaushalte insgesamt 9.173 Tonnen Gold. Gleichzeitig ist der Wert des Goldvermögens durch den starken Preisanstieg auf ein Rekordniveau geklettert.
Gold: Deutsche besitzen fast dreimal so viel wie die Bundesbank

Die eigentliche Dimension wird beim Vergleich mit der Deutschen Bundesbank deutlich. Von den 9.173 Tonnen privatem Goldbesitz entfallen 5.464 Tonnen auf Barren und Münzen. Das sind 235 Tonnen mehr als bei der vorherigen Erhebung 2024. Allein diese physischen Anlagebestände übertreffen damit die rund 3.350 Tonnen Goldreserven der Bundesbank deutlich. Insgesamt verfügen deutsche Privathaushalte sogar über fast dreimal so viel Gold wie die Notenbank. Rund 10,7 Prozent der weltweiten privaten Goldinvestments befinden sich laut Studie in deutscher Hand.

Gesamter Goldbesetz und Goldbesitz zu Anlagezwecken 2026Quelle: Reisebank

Goldvermögen der Deutschen steigt auf Rekordwert

Noch spektakulärer fällt die Entwicklung in Euro aus. Barren, Münzen und goldbezogene Wertpapiere der Privathaushalte haben zusammen einen Wert von rund 907 Milliarden Euro. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Zuwachs von etwa 540 Milliarden Euro. Hinzu kommt Goldschmuck im Wert von 532 Milliarden Euro. Das gesamte private Goldvermögen überschreitet damit erstmals 1,4 Billionen Euro. Zusammen mit den Goldreserven der Bundesbank nähert sich der Wert der deutschen Goldbestände sogar 1,9 Billionen Euro.

Allerdings sollten Anleger diese enorme Steigerung richtig einordnen. Hauptverantwortlich ist nicht ein entsprechend starker Anstieg der gehaltenen Goldmenge, sondern die Preisentwicklung. Für die Berechnungen wurde der LBMA-Goldpreis vom 10. März 2026 von 4.457,35 Euro je Feinunze beziehungsweise 143,31 Euro je Gramm verwendet. Durch die Verteuerung erhöhte sich der Goldanteil am gesamten Vermögen deutscher Privathaushalte von 2,8 Prozent im Jahr 2024 auf 6,1 Prozent.

Gold ist dabei keineswegs eine Nischenanlage: 55 Prozent der Bundesbürger besitzen das Edelmetall in Form von Schmuck, Barren und Münzen oder goldbezogenen Wertpapieren. Als wichtigste Motive nennen 39 Prozent den langfristigen Werterhalt und 32 Prozent den Schutz vor Inflation.

Mehr als 70 Prozent der Befragten sorgen sich weiterhin vor steigender Inflation.

Junge Anleger halten überraschend viel Gold

Interessante Veränderungen zeigt die Studie beim Kaufverhalten. In den vergangenen zwölf Monaten erwarben 15 Prozent der Befragten Gold, gegenüber 17 Prozent bei der Erhebung 2024. Die Käufer investierten jedoch höhere Beträge. Während 2024 ein Viertel der Kaufbeträge oberhalb von 2.500 Euro lag, beträgt diese Schwelle 2026 bereits mehr als 4.500 Euro.

Überraschend ist vor allem die Altersstruktur:

  • Unter 34-Jährige halten durchschnittlich mehr als 20 Prozent ihres Vermögens in Gold.
  • Bei den über 45-Jährigen sind es weniger als 15 Prozent.

Gold scheint damit gerade bei jüngeren Anlegern eine größere Rolle zu spielen, als häufig angenommen wird.

Auch hohe Goldpreise bewegen offenbar nur wenige Besitzer zum Ausstieg. Lediglich 13 Prozent verkauften innerhalb der vergangenen zwölf Monate Gold, nach 17 Prozent im Jahr 2024. Anders ausgedrückt: 87 Prozent hielten an ihren Beständen fest. Die Zufriedenheit der Goldkäufer liegt mit 92 Prozent ebenfalls auf hohem Niveau.

Goldanlage: Wissenslücken bei der Besteuerung

Neben den Rekordwerten deckt die Untersuchung allerdings ein Defizit auf, das für Privatanleger unmittelbar relevant ist: Vielen Deutschen sind die steuerlichen Regeln für Gold nicht ausreichend bekannt. So wissen zahlreiche Anleger nicht, dass Gewinne beim Verkauf von physischem Gold nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr in Deutschland grundsätzlich steuerfrei sind.

Die Ergebnisse beruhen auf einer repräsentativen Online-Befragung von 2.000 Erwachsenen im ersten Quartal 2026. Die Untersuchung wurde bereits zum neunten Mal durchgeführt. Damit zeigt die Studie nicht nur eine Momentaufnahme: Gold bleibt in Deutschland tief in der privaten Vermögensanlage verankert – wobei der starke Preisanstieg seinen Stellenwert zuletzt zusätzlich erheblich vergrößert hat.

Ausblick für die laufende Woche

Auf kurze Sicht löste am Freitag die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole (Wyoming) eine massive Verkaufswelle aus und reduzierte den Monatsgewinn im August von über 14 Prozent auf 9,9 Prozent (21.08.26; 11.30 Uhr). In dieser Woche (Dienstag) erfahren die Investoren, wie sich im August die Inflation in der Eurozone entwickelt hat. Weil sich Brent-Rohöl auf Jahressicht um mehr als 33 Prozent verteuert hat, gilt ein Anstieg der Teuerungsrate als relativ wahrscheinlich. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich diese gegenüber dem Vormonat von 2,9 auf 3,3 Prozent p.a. beschleunigt haben.

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

In den USA dürften sich die Marktakteure vor allem für die anstehende Datenflut vom US-Arbeitsmarkt stark interessieren. Als absolutes Highlight gilt wie gewohnt der Monatsbericht des US-Arbeitsministeriums.

Zur Erinnerung: Vor vier Wochen löste der unerwartete Rückgang bei den neu geschaffenen Stellen (minus 23.000) eine regelrechte Gold-Rallye aus. Analysten prognostizieren für August einen Stellenzuwachs um 58.000. Sollten diese Erwartungen enttäuscht werden, könnte der Goldpreis wieder nach oben drehen oder zumindest seine aktuelle Talfahrt stoppen.

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Stand: 31.08.2026
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von Georg | 31.08.2026, 13:56 Uhr Antworten

Es war die richtige Entscheidung in Gold investiert zu haben. Fühle mich immer wieder bestätigt.

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