Stand: 31.01.2015  1 Kommentare

Die neue Regierung in Griechenland stellt sich offen gegen Pläne, die Cassandra Goldmine auf der Halbinsel Halkidiki wieder zu eröffnen. Damit steht eines der größten ausländischen Investitionsprojekte in Griechenland auf der Kippe. 

Wenn es nach der neuen Regierung in Griechenland geht, wird die Cassandra Goldmine auf der griechischen Halbinsel Halkidiki nicht wieder eröffnet. Damit könnte eines der größten ausländischen Investitionsprojekte in Griechenland auf Eis gelegt werden.

Griechenland stellt sich gegen Goldmine

"Wir sind absolut dagegen, und wir werden prüfen, welche Schritte wir einleiten", sagte der neue griechische Energieminister Panagiotis Lafazanis mit Bezug auf die Cassandra Goldmine laut einem Bericht des Nachrichtenportals The Globe and Mail vom Freitag (30.01.15). Ob das Investitionsprojekt des kanadischen Minenbetreibers Eldorado Gold tatsächlich gekippt wird, steht damit zwar noch nicht endgültig fest, doch die Äußerungen des griechischen Energieministers untermauern zusätzlich die Ankündigungen der neuen Regierung, viele der geplanten Privatisierungen der Vorgängerregierung auf Eis zu legen, wie Reuters am Mittwoch (28.01.15) berichtete. Das hat bereits zu Befürchtungen auf den Finanzmärkten geführt, Griechenland werde die Interessen ausländischer Investoren nicht verteidigen. Laut Reuters sind die Aktienkurse an der Athener Börse in den ersten drei Tagen nach den Parlamentswahlen vom vergangenen Sonntag bereits um neun Prozent eingebrochen. 

Griechenland könnte führender Goldproduzent werden

Die Cassandra Goldmine wird derzeit von dem kanadischen Minenbetreiber Eldorado Gold mit Sitz in Vancouver auf die Förderung von Gold und anderen Metallen vorbereitet. Eldorado Gold hatte die Schürfrechte an der Goldmine im Jahr 2012 für 2,5 Milliarden Dollar erworben. Eine weitere Milliarde wollte das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren in das Projekt investieren. Dann sollten auf einer Fläche von insgesamt rund 320 Quadratkilometern hauptsächlich Gold, aber auch Silber, Blei, Zink und Kupfer in großen Mengen aus dem Boden geholt werden, wie Gold.de im vergangenen November berichtete. Demnach hätte die Goldmine geschätzte 5.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze geschaffen. Griechenland könnte nach Angaben der Minenbetreiber somit zu einem führenden Goldproduzenten in Europa avancieren. 

Goldmine beschäftigt die Justiz

Die Cassandra Mine hat bereits eine kontroverse Geschichte hinter sich. Im Jahr 2003 wurde die Mine auf gerichtlichen Beschluss hin geschlossen, denn sie stelle eine Gefahr für die Umwelt dar. Im selben Jahr verkaufte der griechische Staat die Rechte an der Goldmine für gerade mal 11 Millionen Euro an das griechische Unternehmen Hellas Gold. Dennoch blieb die Mine dicht. Einige Jahre darauf wurde Hellas Gold von European Goldfields übernommen. Letztere wiederum verkauften die Cassandra-Rechte an Eldorado Gold für 2,5 Milliarden Dollar. Der krasse Preisunterschied und die Betreiberpolitik der Vorgänger beschäftigt noch heute die Gerichte bis hin zum Europäischen Gerichtshof. Auch die EU-Kommission hatte festgestellt, dass die Minenrechte damals unter Marktwert an Hellas Gold verkauft wurden, ohne dass eine unabhängige Wertermittlung oder eine öffentliche Ausschreibung vorgenommen wurde. (Mehr hier).

Nach wie vor ermittelt in dem Fall die Europäische Kommission. Energieminister Lafazanis sagte, dass seine Regierung erst handeln werde, wenn die Europäische Kommission gegen Ende des Jahres entscheiden werde, ob die Transaktionen bezüglich der Cassandra Goldmine Wettbewerbsregeln verletzt hätten.

"Wir werden auf die Entscheidung der EU-Wettbewerbskommission warten, und dann werden wir entscheiden, welche Schritte einzuleiten sind", sagte Lafazanis.

Mit den Äußerungen des griechischen Energieministers steht die Realisierung der Cassandra Goldmine, eines der größten ausländischen Investitionsprojekte von Griechenland, mindestens bis Ende des Jahres auf der Kippe.

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Kommentare [1]
  • von Ein deutscher Bewohner | 01.02.2015, 12:50 Antworten

    Wenn sich die Griechen nicht mit Demokratie auskennen, wer bitte schön dann?
    Etwa Goldmann Sachs?
    Etwa Draghi?
    Etwa Amerika?
    Etwa die EU?
    Wie immer, wenn's um Macht und das große Geld geht, lässt sich beobachten, wie Staaten Ressourcen, die zum Volkseigentum zählen, regelrecht verschleudern.
    Dem Ausverkauf eines Volkes will wohl Lafazanis ein Ende bereiten.
    Ein mutiger Mann, vielleicht der letzte in Europa!
    Solange jemand über TTIP verhandelt, rückt wahre Demokratie für den Rest der EU in unerreichbare Ferne.
    Ein Grieche macht vor, was eine Merkel nicht mal ansatzweise dürfte, ohne ihre amerikanischen Vorgesetzten gegen sich aufzubringen.
    Bleibt zu hoffen, dass Lafazanis keinem Verkehrsunfall oder Attentat zum Opfer fällt.

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