Stand: 27.11.2014 von © Gold.de Redaktion MA/SH 0 Kommentare

Eine Goldmine auf der griechischen Halbinsel Halkidiki soll tausenden Griechen Arbeit bringen. Doch in der schmucken Touristenregion scheiden sich die Geister.

2,5 Milliarden Dollar hat sich der kanadische Minenbetreiber Eldorado Gold die Schürfrechte an der Cassandra Mine auf der griechischen Halbinsel Halkidiki kosten lassen. Eine weitere Milliarde will das Unternehmen mit Sitz in Vancouver in den nächsten fünf Jahren in das Projekt investieren. Dann soll hauptsächlich Gold, aber auch Silber, Blei, Zink und Kupfer in großen Mengen aus dem Boden geholt werden. 

Gold aus Griechenland: 5.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze 

Nach Angaben der Minenbetreiber könnte Griechenland damit zu einem der führenden Goldproduzenten Europas avancieren. Auch die geschätzten 5.000 direkten und indirekten Arbeitsplätze als Konsequenz der Investitionen könnte das krisengeschüttelte Land gut gebrauchen. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote in Griechenland bei 27 Prozent. 

Charakter der gesamten Region verändert sich

Doch unumstritten ist das Milliardenprojekt keineswegs. Sowohl Anwohner in der Region als auch Wissenschaftler schlagen Alarm und warnen vor den möglichen Folgen für die mit historischen, kulturellen und archäologischen Stätten und Bauwerken reichen Region, die noch zu weiten Teilen einer einzigartigen Natur überlassen bleibt und deshalb ein Touristenmagnet ist.  So hat sich beispielsweise der Umweltausschuss der Aristoteles-Universität in Thessaloniki der Sache angenommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass das Projekt "den Charakter der gesamten Region radikal verändern wird". 

Förderfelder werden ausgeweitet 

Eldorado Gold hat die Rechte auf die Cassandra Mine 2012 erworben und kann auf insgesamt rund 320 Quadratkilometern Metalle fördern. Das entspricht in etwa einem Zehntel der gesamten Fläche der Halkidiki-Halbinsel. Die geplante Ausweitung der Förderfelder beinhaltet auch den Bau einer Tagebaumine, einer Aufbereitungsanlage, drei Dämmen und verschiedenen Bergebecken. Dafür müssen rund zwei Quadratkilometer Wald abgeholzt und weitflächig trockengelegt werden. 

Wasserproblem für 40.000 Menschen

"Das Problem ist die Ausweitung der Felder - das wird die Umwelt nicht verkraften", sagt Kostas Katsifarakis, Professor an der  Aristoteles-Universität in Thessaloniki und Vorsitzender des dortigen Umweltausschusses. Die Trockenlegung des Gebiets werde den Aquifer von 500 Meter über dem Meer auf 100 Meter unter dem Meer senken. Da werde für 40.000 Menschen in der Region ein Wasserproblem geschaffen. 

Umweltstudie gebilligt 

Dem halten Unternehmensvertreter entgegen, dass den Umweltfragen sachgemäß begegnet werde und verweisen darauf, dass eine entsprechende Umweltfolgeabschätzung bereits von der Regierung abgesegnet worden sei. In der Cassandra Mine könnten Metalle in sicherer Weise gefördert werden, heißt es auf Unternehmerseite.

Kontroverse Geschichte

Die Cassandra Mine hat bereits eine kontroverse Geschichte hinter sich. Im Jahr 2003 wurde die Mine auf gerichtlichen Beschluss hin geschlossen, sie stelle eine Gefahr für die Umwelt dar.  Im selben Jahr verkaufte der Staat die Rechte an der Mine für gerade mal 11 Millionen Euro an das griechische Unternehmen Hellas Gold. Dennoch blieb die Mine dicht. Einige Jahre darauf wurde Hellas Gold von European Goldfields übernommen. Letztere wiederum verkauften die Cassandra-Rechte an Eldorado Gold für 2,5 Milliarden Dollar. Der krasse Preisunterschied und die Betreiberpolitik der Vorgänger beschäftigt noch heute die Gerichte bis hin zum Europäischen Gerichtshof. Auch die EU-Kommission hatte festgestellt, dass die Minenrechte unter Marktwert verkauft wurden, ohne dass eine unabhängige Wertermittlung oder eine öffentliche Ausschreibung vorgenommen wurde. (Mehr hier

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