Stand: 08.04.2014 von 1 Kommentare

Griechenland bereitet seine Rückkehr an die Finanzmärkte vor - doch obwohl die Situation des Krisenlandes dramatischer ist als noch im Jahr 2010, ist das Interesse auf Investorenseite groß. Verantwortlich dafür dürfte wohl das Versprechen der deutschen Bundesregierung sein, die eine weitere Beteiligung von Privatanlegern an der Rettung von Krisen-Staaten ausgeschlossen hatte.

Seit Tagen feiert sich die griechische Regierung, die geplante Rückkehr an die Kapitalmärkte wird als Befreiungsschlag verstanden. Doch was steckt hinter der griechischen Wunderheilung? Aus Sicht von "Spiegel Online " ist die vermeintliche Gesundung des Pleitelandes schlicht "dubios", denn die Ausgangssituation des Landes ist teilweise schlechter als 2010, als das erste Rettungspaket geschnürt wurde. Damals waren die jährlichen Renditen der griechischen Staatsanleihen auf über 13 Prozent gestiegen - Griechenland wurde daraufhin von den Finanzmärkten abgekoppelt.

Bis Ende Juni dieses Jahres soll Griechenland nun dorthin zurück kehren. Denn viele Investoren wollen griechische Staatsanleihen kaufen; die Staatspapiere liegen derzeit bei einer Rendite von 6,1 Prozent, also auf dem tiefsten Wert seit März 2010. "Spiegel Online" nennt viele Fakten, die den Eindruck erwecken, dass von einem Comeback Griechenlands keine Rede sein kann: Das Bruttoinlandsprodukt ist von rund 230 auf etwa 180 Milliarden Euro geschrumpft, Tendenz weiter fallend. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen nicht von ihrem derzeitigen Niveau bei 27 Prozent fallen, vor der Krise lag die Arbeitslosigkeit noch bei der Hälfte. Die Staatsverschuldung ist trotz Schuldenschnitt von 120 auf 177 Prozent des Bruttoinlandsprodukts explodiert. Die Griechen haben von 2010 bis 2014 ihren Schuldenstand von 300 auf 320 Milliarden Euro erhöht - und das, obwohl ihnen im Jahr 2012 etwa 100 Milliarden Euro erlassen wurden.

"Spiegel Online" weist allerdings darauf hin, dass Griechenland ein massives Sparprogramm auf den Weg gebracht hatte und dabei ist, die Strukturen in Wirtschaft und Verwaltung zu lockern. Trotzdem zweifelt das Nachrichtenportal die Erfolgsgeschichte Griechenlands an - der wiederholt bemühte Verweis auf einen Primärüberschuss im Haushalt des Jahres 2013 dürfte sich als Mogelpackung herausstellen. Der Verdacht: Zum Jahresende wurden offene Zahlungen einfach nicht beglichen, um den Haushalt nicht weiter zu belastet. Für Anleger macht das Investment in Griechenland trotzdem Sinn: Sie profitieren von hohen Renditen, zudem sind die Papiere praktisch mit einer deutschen Staatsgarantie ausgestattet. Denn Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich hatte 2012 versprochen, dass private Investoren kein zweites Mal für Griechenland zur Kasse gebeten werden.

Prominente Investoren warnen vor Zusammenbruch der chinesischen Wirtschaft

Die Schweizer Finanzzeitung "Cash " blickt nach China und geht den zunehmenden Crash-Warnungen auf den Grund. Denn nachdem China jahrelang der Renditebringer schlechthin auch für deutsche Anleger war und viele Investoren ihr Geld von Gold in chinesische Fonds oder Unternehmenspapiere gesteckt hatten, nehmen nun die Stimmen zu, die einen Kollaps der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt warnen. So weist beispielsweise Bestseller-Autor Gordon Chang auf den Immobiliensektor, eine hohe private Verschuldung und die grassierende Korruption in China hin.

Auch Star-Investor George Soros, der mit seinen Prognosen wiederholt die Finanzmärkte ins Taumeln brachte, sieht die Volksrepublik vor einem unlösbaren Dilemma. Das flaue Wachstum könne nicht dauerhaft künstlich angefacht werden, erklärt Soros. Von zweistelligen Zuwachsraten werden sich Investoren wohl verabschieden müssen, sogar die Regierung rechnet nur noch mit einem bescheidenen Wachstum von 7,5 Prozent - der Finanzzeitung "Cash" zufolge hatte die chinesische Wirtschaft zuletzt vor 20 Jahren eine Wachstumsrate auf diesem Niveau.

Die vermeintliche Lösung - Binnenkonsum statt Exportstärke - werde China nicht verkraften, glauben zumindest die Kritiker wie Bestseller-Autor Gordon Chang. Er befürchtet einen scharfen Konjunktureinbruch und Pleiten. Schon jetzt müssen große Immobilienfirmen gestützt werden, gleich zwei Firmenanleihen sind geplatzt. Manche Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Schulden von Verbrauchern und Privatunternehmen schon jetzt doppelt so groß sind wie die Wirtschaftsleistung des Landes. "Cash" rechnet vor, dass der Schuldenberg sogar bei 20 Billionen Dollar liegen könnte, wenn die Regierung, Kommunen, Staatsfirmen und Schattenbanken mit eingerechnet werden. Ein weiteres Indiz für einen möglichen Crash: Der Immobilienmarkt zeigt erste Überhitzungserscheinungen.

Zieht China andere Volkswirtschaften mit in die Krise?

Und China ist nicht das einzige Problem der Finanzmärkte - einem Bericht des Schweizer Finanzportals "finews.ch " gehen zahlreiche Investoren von einem baldigen Crash der Aktienmärkte aus. Nach bekannten Investoren wie Jeremy Grantham oder Marc Faber hat sich nun ein weiterer Anleger zu Wort gemeldet, dessen Wort in der Welt der Aktien großes Gewicht besitzt: Warren Buffett soll sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge auf einen Rückschlag bei den Kursen wappnen. Buffet betrachtet die Entwicklung der Aktienkurse im Verhältnis zur BIP-Entwicklung - und hier wird derzeit ein starkes Verkaufssignal ausgesendet. Ein Kurssturz am Aktienmarkt könnte demnach jederzeit bevorstehen. Der sogenannte "Warren-Buffett-Indicator" steht derzeit bei 115,1 Prozent - der Marktwert der Unternehmen übersteigt demnach den Wert der amerikanischen Wirtschaftsleistung um 15 Prozent. Alle Werte jenseits von 100 Prozent werden als schädlich angesehen, vor dem Platzen der US-Immobilienblase im Jahr 2007 wurde eine Ratio von 135 Prozent festgestellt.

Andere Investoren wie Jeremy Grantham, der Mitgründer und Chef-Stratege des US-Investmenthauses GMO, haben bereits das Investment von Kundengeldern in Aktien eingestellt. Dem Bericht zufolge liegt die Ursache in den wackeligen Aktienkursen bei der US-Notenbank Fed und anderen Zentralbanken in der Welt, die alle verfügbaren Schulden aufgenommen und es dann in ihre Bilanzen gesteckt haben.

Der Aufschwung in Europa kommt, aber schwächer als dringend nötig

Neueste Zahlen aus Europa lassen zwar den Schluss zu, dass die Eurozone die Krise hinter sich lässt - der Aufschwung verläuft allerdings im Schneckentempo, Impulse für den Arbeitsmarkt sind einem Bericht der Tageszeitung "DIE WELT " zufolge nicht zu erwarten. Sowohl der Internationale Währungsfonds (IWF ) als auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD ) erwarten laut der Tageszeitung, dass der Wirtschaftsraum in diesem Jahr nur um magere ein Prozent wachsen wird. Nachdem die Wirtschaft in der Euro-Zone geschrumpft ist, sind diese Zahlen durchaus als Lichtblick zu verstehen.

Doch die Staatsschuldenkrise lastet weiterhin auf dem Euro-Raum. "In den kommenden zwei Jahren wird das Wachstum in der Euro-Zone sehr schwach sein", heißt es bei der OECD. Sogar Länder wie Belgien und Finnland weisen inzwischen eine abnehmende Kreditfähigkeit aus. Die Krise hat das langfristige Wachstumspotenzial der Euro-Zone halbiert. Insbesondere in den Krisenländern soll das Wachstum eher schwächlich bleiben. Das prognostizierte Wachstum reicht für eine langfristige Lösung nicht aus.

Geschwächt wird die Wirtschaft in der Eurozone nicht zuletzt durch die Probleme der Schwellenländer - die einstigen Wachstumsmotoren haben selbst mit erheblichen strukturellen Problemen zu kämpfen, die Währungen vieler Schwellenlänger stehen unter Druck. Außerdem lastet die unzureichende Kreditvergabepraxis der Banken in Europa auf der wirtschaftlichen Entwicklung.

Manipulation auf dem Silbermarkt: Auffällige Marktbewegungen zu später Stunde

Die Manipulationsvorwürfe auf dem Edelmetallmarkt reißen nicht ab - und sie betreffen längst nicht nur den Goldmarkt, auch der Silberpreis steht unter Manipulationsverdacht. Der Silberexperte Thorsten Schulte erklärt im Gespräch mit dem Münchner Edelmetallhändler "pro aurum ", warum er von einem Eingriff in den Terminmarkt ausgeht. Er nennt ein konkretes Beispiel aus dem Mai 2013, wo es unmittelbar nach Mitternacht bis 0.15 Uhr zum Verkauf von über 14 Millionen Silberunzen kam - üblicherweise ist die Nacht jedoch die umsatzschwächste Zeit. "Wer am Wochenende zuvor zu der Erkenntnis gekommen war, er müsse sein Silberinvestment abstoßen, wäre doch mit dem Klammerbeutel gepudert gewesen, dies unmittelbar nach Mitternacht in diesem umsatzschwachen Markt zu tun", sagt Thorsten Schulte.

Trotzdem hält er dem weißen Metall auch weiterhin die Treue hält: "Gold wird gehortet, Silber wird verbraucht. Während die Industrie beim Gold jährlich nur rund 10 Prozent nachfragt, kommt die Industrie bei Silber auf 45 bis 50 Prozent. Silber spielt in vielen Zukunftstechnologien eine Rolle", erklärt Thorsten Schulte. Er rechnet in den kommenden ein bis zwei Jahren mit einem Silberpreis von 30 bis 40 Dollar pro Unze, nicht zuletzt weil sich das fundamentale Umfeld stark verbessert hat - denn wenn die Weltwirtschaft sich wie erwartet wiederholt, glänzt auch Silber.

Goldhändler: Edelmetall wagt 2014 ein kleines Comeback

Nach den stärksten Verlusten seit über 20 Jahren präsentiert sich der Goldpreis im Jahr 2014 stabil, allerdings waren auch in den vergangenen Wochen leichte Rückschläge zu verkraften. Das Internet-Portal "Börse Online " hat daher drei Rohstoffexperten nach ihren Gold-Prognosen gefragt. Thorsten Polleit, Chefökonom der Degussa Goldhandel, hält den Goldpreis nicht für überteuert zu sein im Vergleich zu anderen Vermögensanlagen. Er erinnert daran, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht überwunden ist. Zudem könnte es mit dem vermeintlichen Aufschwung könnte es schon in der zweiten Jahreshälfte vorbei sein. Polleit geht daher von merklich höheren Notierungen für Gold und Silber aus.

Thorsten Proettel, Rohstoffanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), erwartet hingegen sinkende Notierungen auf Dollar-Basis und geht von einem Stand bis zum Jahresende bei der 1200-USD-Marke aus. In Folge einer Aufwertung des US-Dollars werde sich dieser Abschwung jedoch nicht auf den Euro-Preis für Gold auswirken. Für Proettel lasten vor allem die Diskussionen um den Beginn der Zinswende in den USA auf dem Wert des Goldes. Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank, sieht den Goldpreis bis Jahresende bei 1400 US-Dollar pro Feinunze und begründet dies mit einer stärkeren Investmentnachfrage bei gleichzeitig robuster physischer Nachfrage aus Asien.

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Kommentare [1]
  • von Mr.Silver | 22.04.2014, 17:50 Antworten

    Wenn ich das immer lese.
    Manipulation am Terminmarkt.
    Jeder Future definiert die Menge , Beschaffenheit, und den Standort der Ware. Ein Leerverkauf kann nur stattfinden, wenn auch jemand die Kaufposition einnimmt. An den Terminbörsen werden ein paar Namen verteilt. Silberjünger und Goldbugs. Das zeigt natürlich einen gewissen Spot. Ich sagt nur der Silberjunge muss sich wohl einen anderen Job suchen, weil Ihm die Abonenten ausgehen. Wer was lernen will ließt mal etwas über Anodenschlamm. Da erfahren Sie dann wieviel Nebenprodukt Silber bei der Kupfererzeugung anfällt.
    Ich behaupte mal so ungefähr 25 %. Also pro 1000 Tonnen Kupfer ca 250 Tonnen Silber. Da die Chinesen Kupfer wirklich brauchen und die Aufträge für Kupfer immer größer werden gibt es auch beiläufig viel Silber. Dieses wird schnell auf Termin verkauft. Na ja und 500 Tonnen Silber sind für einen Kupfererzeuger keine Menge.
    Silber ist seit 2011 short und da die Kupfererzeuger sich früher mit 5 Dollar pro Unze zufriedengeben mussten, werden Sie jetzt bei 19 Dollar nicht zögern sich über Future ( 5000 Unzen = 1 Kontrakt) diesen hohen Preis so lange wie möglich zu sichern.

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