Stand: 05.02.2015  0 Kommentare

Die Rolle von China als weltgrößter Goldimporteur war nur von kurzer Dauer. Im vergangenen Jahr hat Indien wieder mehr Gold importiert als das Reich der Mitte.

Indien hat sich den Titel als weltgrößter Goldkonsument wieder zurückgeholt. Erst im Jahr 2013 hatte China ein Rekordjahr verzeichnet und Indien den Rang des weltgrößten Konsumenten des gelben Edelmetalls abgelaufen. Damals hatte China rund 1.109 Tonnen des gelben Edelmetalls importiert, doppelt so viel wie im Jahr 2012 und so viel wie nie zuvor. Doch bereits ein Jahr später ist Indien wieder oben auf, wenngleich knapp, wie sich aus den Zahlen der in der vergangenen Woche veröffentlichen GFMS Gold Survey 2014 ergibt. 

Größter Goldimporteur bei sinkender Nachfrage

Nach den Angaben der jährlichen GFMS-Studie hat Indien in 2014 geschätzte 880 Tonnen Gold importiert, gegenüber den geschätzten 866 Tonnen, die nach China geflossen sind. Zwar ist der Unterschied gering, doch erstaunlich sind die Zahlen allemal. Denn laut Studie hat die globale Nachfrage nach Gold im vergangenen Jahr um 18,7 Prozent nachgelassen. Mitverantwortlich für die weltweit sinkende Nachfrage dürfte vor allem China sein, wo die Goldimporte in 2014 um knapp ein Drittel gegenüber dem Vorjahr gesunken sind. 

Nachfrage in Indien durch Schmuckindustrie befeuert

In Indien dagegen ist die Nachfrage nach Gold vor allem durch die Schmuckindustrie getragen worden. Laut Studie haben indische Goldschmiede die Rekordmenge von 690 Tonnen nachgefragt. Dieser Nachfrageschub sei vor allem in der zweiten Hälfte des Jahres verzeichnet worden, "als sich der Fachhandel wieder eindeckte nachdem die örtlichen Aufgelder nachgegeben hatten und der Goldpreis fiel", wie es in der Studie heißt.

120 Tonnen Gold nach Indien geschmuggelt

Der Nachfrageschub im dritten und vierten Quartal steht demnach in krassem Gegensatz zum ersten Halbjahr, als der Fachhandel aufgrund der hohen Aufgelder und der geringen Verfügbarkeit von Gold auf dem offiziellen Goldmarkt auf umfangreiche Käufe verzichtete. Erst als die indische Regierung Ende November Einfuhrbeschränkungen für Gold aufhob, verbesserte sich die Verfügbarkeit von Gold drastisch, zumal auch inoffiziell importiertes Gold auf den Markt gelangte. "Wir schätzen, dass durch grenzüberschreitenden Goldschmuggel im gesamten Jahr 2014 ein Aufkommen von etwa 120 Tonnen Gold entstanden ist, doch diese Schätzung muss noch geprüft werden", schreiben die Analysten von GFMS.

Größter Goldimporteur mit Nachholbedarf

Die Studie prognostiziert, dass der Goldpreis in 2015 seinen Tiefpunkt bei 1.170 Dollar pro Unze erreichen wird. Die Autoren schreiben: "Wir erwarten im Verlauf des Jahres frischen Nachholbedarf, was den Preis stützen wird und zunehmend den vorherrschenden Bärenmarkt umkehren wird. Vorerst wird aber der starke Dollar und die Unsicherheit über die Geldmengenpolitik dazu führen, dass Papiergeld weiterhin die Welt  regiert, und das wird im ersten Halbjahr weiter Druck auf Gold ausüben".

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"