Stand: 28.12.2016 von © Gold.de Redaktion MA/SH 0 Kommentare

Archäologen haben in der brandenburgischen Stadt Altlandsberg einen bedeutenden Münzschatz aus dem Mittelalter gehoben. Mit 7.450 Silber- und Goldmünzen handelt es sich um den größten Fund seiner Art in Brandenburg. Am vergangenen Mittwoch ist der Münzschatz der Öffentlichkeit präsentiert worden.

Bei planmäßigen Ausgrabungen auf dem Gelände des ehemaligen Schlossgutes der Stadt Altlandsberg sind Archäologen auf den bislang größten Münzschatz gestoßen, der jemals in Brandenburg gefunden worden ist. Die insgesamt 7.450 Silber- und Goldmünzen wurden in der Zeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert geschlagen und waren offenbar in einem gut erhaltenen spätmittelalterlichen Keramikgefäß ans Tageslicht gebracht worden. Der Fundort selbst gehörte im 15. Jahrhundert noch zum unmittelbaren Vorfeld der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung von Altlandsberg. Vieles deutet darauf hin, dass der Münzschatz dort um das Jahr 1432 im Verlauf der Hussitenkriege versteckt worden sein könnte.

Münzschatz von Altlandsberg

Wie das brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur am vergangenen Mittwoch (21.12.16) via Pressemitteilung bekannt gab, wurde der bedeutende Münzschatz aus Silber- und Goldmünzen bereits am 07. November gehoben, aber erst jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Demnach befanden sich in dem geborgenen Keramikgefäß 13 Prager und Meißner Silbergroschen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, 11 rheinische Goldgulden aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts sowie mehr als 7.000 silberne Hohlpfennige aus dem 13. und 14. Jahrhundert mit einem Gewicht von jeweils rund 0,3 Gramm.

Der gesamte Münzschatz von Altlandsberg soll ein Gesamtgewicht von 2,35 Kilogramm aufweisen, hieß es. Allerdings könne man über den Münzschatz bislang nur vorläufige Aussagen treffen, da noch nicht alle Münzen bestimmt seien, sagte der Direktor des Archäologischen Museums von Brandenburg, Franz Schopper und ergänzte: "Es deutet sich jedoch bereits an, dass die jüngsten Münzen spätestens in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts geprägt wurden". Für eine endgültige Interpretation müsse jedoch die Bearbeitung aller Münzen abgewartet werden, so Schopper.

Während des Einfalls der Hussiten versteckt

Unterdessen würdigte die brandenburgische Kulturministerin Martina Münch den Fund als den "bedeutendsten Münzschatz im Land Brandenburg". Nicht nur sei er der größte derartige Fund in Brandenburg - "da er aus einer planmäßigen Ausgrabung stammt, ist er insbesondere für die historische Forschung im Land von außerordentlicher Bedeutung", betonte Münch. Münzfunde seien für Archäologen und Kunsthistoriker eine wichtige Forschungsquelle. Sie würden "Einblicke in wirtschaftliche Verhältnisse, ökonomische Verbindungen, politisches Selbstverständnis sowie technische und künstlerische Fähigkeiten der jeweiligen Zeit" geben, so Münch.

Den ersten Befunden nach muss der jetzt gefundene Münzschatz rund 600 Jahre lang unentdeckt im Erdreich gelegen haben. Den Archäologen zufolge könnten die darin enthaltenen Silber- und Goldmünzen im Jahr 1432 zur Zeit des Einfalls der Hussiten in die damalige Mark Brandenburg am heutigen Fundort verborgen worden sein - und zwar um die wertvollen Geldstücke vor einer möglichen und am Ende tatsächlich stattgefundenen Plünderung zu bewahren. Damals wurde die Stadt Altlandsberg von den Hussiten belagert und schließlich auch zerstört. "Wenn sich die bisher vermutete Verbergungszeit um 1430 bestätigt, könnte es sich tatsächlich um einen Vorgang im Zusammenhang mit dem Zug der Hussiten in die Mark Brandenburg handeln", resümierte Museumsdirektor Schopper unter Verweis auf die noch vorläufigen Erkenntnisse.

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