Stand: 15.01.2013 von © Gold.de Redaktion 0 Kommentare

EUR/USD

Juni 2013: 1,3500                
Hoch: 1,3900                     
Tief: 1,2700

Wir erwarten, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar analog der letzten beiden Monate auch in 2013 aufwertet. Die Staatsverschuldung der USA ist gemessen am Bruttoinlandprodukt mittlerweile mit etwas über 100 % ca. 15 % höher als der europäische Durchschnitt. Zwar werden die Stützungsmaßnahmen der Federal Reserve in 2013 aller Voraussicht nach etwas zurück gefahren (Quantitative Easing - Stützung der Wirtschaft bei niedrigen Zinsen), jedoch versicherte Ben Bernanke die Federal Funds Rate sogar über das Jahr 2013 auf dem unverändert niedrigen Niveau belassen zu wollen.

Auch bauen viele Länder bzw. Zentralbanken USD-Positionen ihrer Devisenportfolios zur weiteren Diversifikation ab. Das für 2013 prognostizierte weltweite Wachstum sollte dem exportorientierten Europa zu Gute kommen. Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank hat in der vergangenen Notenbanksitzung beteuert, den Leitzins nicht weiter senken zu wollen, was auf eine Entspannung in 2013 deutet. Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten von Amerika spricht somit auch das höhere Zinsniveau für den Euro.


Gold

Ø 1.710,50 $/oz  
Hoch: 1.980 $/oz               
Tief: 1.500 $/oz

Bei Erstellung dieser Prognose steht Gold zwischen den Fronten: der fragwürdige Kompromiss zum US Haushalt auf der einen Seite, sowie erste Anzeichen einer Einschränkung der geldpolitischen Maßnahmen seitens Federal Reserve Bank auf der anderen. Letztere könnte nun früher als allgemein angenommen erfolgen. Dabei war günstig verfügbares Kapital einer der wesentlichen Gründe für den Bullentrend der letzten Zeit. Die Marktteilnehmer werden daher sämtliche Gerüchte, Zahlen und Daten, die eine eventuelle Veränderung der Geldpolitik andeuten könnten, gut im Auge behalten.

Obwohl Inflation aktuell keine größere Gefahr darstellt, behalten Anleger dieses Thema doch im Hinterkopf. Da die zur Verfügung gestellte Liquidität die Realwirtschaft nicht erreicht und lediglich innerhalb des Finanzsystems verbleibt, nimmt die Inflation trotz bisheriger und aktueller geldpolitischer Maßnahmen nicht zu. Dies belastet das Wachstum. Sollte die Weltwirtschaft jedoch wieder anziehen, wird es die Nachfrage nach Kapital und somit die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erhöhen. Während dies zunächst höhere Inflationsraten implizieren würde (pro Gold), würde es zudem den Weg für höhere Zinsen freimachen und eine Wende in der Niedrigzinspolitik einleiten (kontra Gold).

Solange wir uns in einem Umfeld negativer Realzinsen bewegen, wird Gold jedenfalls in den Portfolios der Investoren weiterhin berücksichtigt werden. Doch wird es zunehmend wahrscheinlicher, dass das Metall Marktanteile an andere Anlageklassen verliert. Die Zentralbanken werden voraussichtlich weiter diversifizieren und sich Alternativen zum US Dollar suchen.

In der Schmuckindustrie fand Gold zuletzt geringere Unterstützung als in der Vergangenheit. Die Kombination aus schwacher Rupie und erhöhten Einfuhrzöllen in Indien dämpfte die Nachfrage im Jahr 2012 - zusätzlich zu der ohnehin zunehmenden Volatilität des Goldpreises. Preisschwankungen sind typisch für Investmentmärkte, doch Verbraucher des physischen Materials sind nicht nur preissensitiv, sondern reagieren auch empfindlich auf Volatilität. Während aus Indien aus diesen Gründen keine herausragend positiven Impulse abzusehen sind, erwarten wir, dass Chinas Bedarf ein stabiler und unterstützender Faktor darstellen wird. Es ist jedoch offen, zu welchen Teilen diese Nachfrage aus dem Anlagebereich, beziehungsweise der Schmuckindustrie kommen wird.

Silber

Ø 31,50 $/oz                       
Hoch: 35,00 $/oz               
Tief: 29,00 $/oz

Bei aktuell sehr guter Verfügbarkeit - wenn nicht sogar einem leichten Überhang -, ist Silber stark abhängig von der Nachfrageseite des Marktes.  Während das Metall die Entwicklungen im Gold traditionell überzeichnet, würde bei einer Steigerung des globalen Wachstums der Produktionsbedarf einen Impuls setzen. Das Kaufinteresse aus der Photovoltaikindustrie - einer der jüngsten Nachfragetreiber - wird jedoch gedämpft durch die Konsolidierungsphase des Sektors, der in einem fundamentalen Überangebot begründet liegt.

Die schwindende Nachfrage aus dem Bereich der Photographie erreicht nach einem rückläufigen Jahrzehnt so langsam seinen Boden. Die verbleibende Nachfrage kommt hier aus der Medizinindustrie und spielt heute eine untergeordnete Rolle im Gesamtbild. Während die industrieseitige Nachfrage nicht in der Lage ist, den angesammelten Überhang aufzufangen, wird der Bedarf im Investmentbereich weiterhin eine entscheidende Rolle spielen. Sofern Investoren auch Gold kaufen, bleiben sie auch dem Silber als Käufer treu.

Platin

Ø 1.690 $/oz                       
Hoch: 2.000 $/oz               
Tief: 1.550 $/oz

Südafrika wird die Preisentwicklung in den Platinmärkten in 2013 dominieren. Offen ist lediglich, in welchem Maße potentielle Streiks, eine Erhöhung der Elektrizitätspreise, Elektrizitätsstörungen und allgemeine Instabilität bereits eingepreist wurden. Weitere Eskalationen, die mit Unterbrechungen der Produktion einhergehen, erhöhen stets die Wahrscheinlichkeit erneuter Streiks.  Ein Höchstpreis bei solch begründeten Preisentwicklungen ist schwerlich vorherzusagen, vor allem da eine Preisrally auch spekulative Käufer anlocken könnte. Steigende Kosten werden auf die Profitabilität der Minen drücken und einen Boden für den Preis bilden, da sie die Produktion zunehmend unrentabel werden lassen.

Nichtsdestotrotz ist ein Aufschwung für Platin aus rein fundamentaler Sicht ebenfalls limitiert: Der größte Konsument, die Automobilindustrie, scheint ausreichend versorgt und abgesichert - vor allem vor dem Hintergrund der eher gedämpften PKW Produktion in Europa und den USA. Die Automobilnachfrage aus den Schwellenländern zieht Benziner den Dieselfahrzeugen deutlich vor und ist somit eher ein Faktor für Palladium. Zudem ist der Trend zu kraftstoffsparenden Wagen, die einen geringeren PGM Anteil haben, weiterhin intakt. Die gedämpfte Nachfrage im Hinterkopf, empfinden wir ein fundamentales Defizit als unwahrscheinlich. Die Nachfrage aus der Schmuckindustrie reagiert traditionell preissensibel. Vor allem China und Indien haben zuletzt vermehrt günstige Gelegenheiten zum Kauf genutzt und wir erwarten, dass sich dieses Verhalten im Schmuckbereich fortsetzen wird.

Palladium

Ø 700 $/oz                          
Hoch: 800 $/oz                  
Tief: 550 $/oz

Wir erwarten, dass Palladium den großen Bruder Platin in 2013 und 2014 im relativen Vergleich übertreffen wird. Aufgrund von Russlands dezimierten Beständen, die dem Land die Möglichkeit nehmen, in Perioden starker Preisentwicklung zu verkaufen, wird Südafrika als Topproduzent in den Vordergrund treten. Somit unterliegt Palladium denselben Risiken wie Platin - und es stellt sich dieselbe Frage: Inwiefern wurde dieser Faktor bereits im Preis berücksichtigt?

Die Nachfrage aus der Automobilindustrie ist weiterhin vielversprechend, was sich in dem intakten Wachstum bei benzinbetriebenen PKWs in Schwellenländern widerspiegelt. Sogar bei Dieselfahrzeugen finden sich erste Anzeichen dafür, dass sie ein unterstützender Faktor für das Metall werden. Die Substitution von Platin durch das günstigere Palladium steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch wenn man die Entwicklung über 2013 - und wohl auch noch 2014 - hinaus betrachtet, entwickelt sich hier ganz deutlich eine zusätzliche Nachfragequelle.

Rhodium, Ruthenium, Iridium

Bei den „kleinen" PGMs ist die Nachfragesituation weiterhin auf einem relativ schwachen Niveau. Da es hier - anders als bei den vier börsengehandelten Edelmetallen - wenig bis keinen Einfluss von der Investment Seite gibt, ist die physische Angebot- und Nachfragesituation die wichtigste Basis, um Prognosen treffen zu können. Die Anwendungen sind bei allen Metallen sehr überschaubar, wobei die Autoabgaskatalysatoren bei Rhodium und die magnetische Datenspeicherindustrie bei Ruthenium eine starke Dominanz besitzen. Bei Iridium sind die Anwendungen relativ breit gefächert und die Abhängigkeit einer einzelnen Applikation ist hier weit weniger gegeben.

Im Rhodium sollte der Preis zwischen 900 $/oz und 1.000 $/oz gute Unterstützung finden. Hier hängt sicher viel davon ab, ob die japanische Autoindustrie sich positiver entwickeln wird und dadurch die Nachfrage angekurbelt wird. Da es in 2012 zu einem geringeren physischen Angebot der südafrikanischen Minen gekommen ist, gibt es auch momentan keine Anzeichen dafür, dass es im 1. Halbjahr 2013 zu entscheidenden Veränderungen bezüglich der Angebots/Nachfragesituation kommen wird. Deshalb sehen wir die Preisrange auch verhältnismäßig eng, bei 950 $/oz bis 1.250 $/oz. Auch wenn es im Rhodium Möglichkeiten eines physischen Investments über einen ETF gibt, so sind die gehandelten Mengen bisher nicht so groß, dass sie einen entscheidenden Einfluss auf die Preisbewegungen gehabt haben.

Bei Ruthenium sehen wir das Marktumfeld weiterhin unverändert. Die Nachfrage aus der Elektronikindustrie (Festplattenspeicher) ist, aufgrund von technischen Veränderungen in der Anwendung, nach wie vor fallend. Andere Anwendungsgebiete, wie z.B. die Elektrochemie können dies nicht oder nur zum Teil kompensieren. Der Preis sollte sich in den kommenden sechs Monaten zwischen 60 $/oz und 85 $/oz bewegen.

Iridium hat in den vergangenen beiden Jahren ein relativ großes Kaufinteresse von der Elektronikindustrie gesehen. Hier insbesondere für Tiegel zur Herstellung von LEDs. Da es sich hier nicht um einen Verbrauch handelt, sondern  um ein „Werkzeug" für die Herstellung eines Endprodukts, gibt es hier keine nachhaltigen Käufe, da die Kapazitäten nur einmalig aufgebaut werden müssen. Auch aufgrund des Preises, der in der Nähe des historischen Höchstpreises liegt, wird die Nachfrage geringer ausfallen und der Druck aus dem Refining entsprechend hoch sein. Der Preis sollte im nächsten Halbjahr zwischen 850 $/oz und 1.050 $/oz handeln.



©Heraeus Metallhandelsgesellschaft mbH
Sonia Hellwig / Florian Richardt
www.heraeus-edelmetallhandel.de
edelmetallhandel(at)heraeus.com

Heraeus ist ein weltweit tätiges Edelmetall- und Technologieunternehmen mit Sitz in Hanau bei Frankfurt. Mit Hilfe von vier Edelmetallhandelseinheiten in Hanau, Hongkong, New York und Shanghai unterstützt die Heraeus Metallhandelsgesellschaft Kunden dabei, Risiken in Bezug auf physische Beschaffung, Preisschwankungen und Finanzierung professionell zu managen. Des weiteren bietet Heraeus Anlegern über Banken, Sparkassen und führende Edelmetallhändler den Bezug der Heraeus Edelmetallbarren an.

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