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Stand: 16.11.2021 von Jörg Bernhard
An der "Inflationsfront" will einfach keine Ruhe einkehren. Obwohl die US-Notenbank Fed ständig betont, dass die beschleunigte Teuerung ein temporäres Phänomen sei, tendieren die Konsumentenpreise immer weiter nach oben.
Höchste US-Inflation seit über drei Jahrzehnten

Energiekosten erweisen sich als Preistreiber

In der vergangenen Woche wurde für den Monat Oktober eine US-Inflationsrate in Höhe von 6,2 Prozent p.a. gemeldet. Damit wurde sowohl der Vormonatswert (5,4 Prozent) als auch der Erwartungswert der Analysten (5,8 Prozent) deutlich übertroffen. Noch schneller hat sich der US-Dollar letztmals im November 1990 entwertet – also vor mehr als 30 Jahren. Auch die Kerninflation fiel im vergangenen Monat mit 4,6 Prozent p.a. höher als erwartet aus.

Besonders stark ging es mit den Energiekosten nach oben. Nachdem im Vormonat eine jährliche Teuerung um 24,8 Prozent registriert worden war, lag der Wert im Oktober auf 30,0 Prozent, wobei sich vor allem Benzin (+49,6 Prozent p.a.) als besonders starker Preistreiber erwiesen hat.

Einen Tag vor der Bekanntgabe der Konsumentenpreise erfuhren die Investoren, dass sich die Produzentenpreise gegenüber dem Vorjahresniveau sogar um 8,6 Prozent verteuert haben, was vor allem auf die Verknappung vieler Rohstoffe und Bauteile sowie die erhöhte Transport- und Logistikkosten zurückzuführen war. Überdurchschnittlich starke Zuwächse gab es mit 26,4 Prozent aber auch bei Gebrauchtfahrzeugen (Autos und LKWs) und mit 9,8 Prozent bei Neufahrzeugen zu beobachten.

Inflation weltweit auf dem Vormarsch

Obwohl die Verantwortlichen der weltweit wichtigsten Notenbanken nicht müde werden, die sich beschleunigende Geldentwertung als temporäres Phänomen einzuordnen, das in erster Linie auf die corona-bedingten Verwerfungen zurückzuführen sei, sollte man sich über eines völlig im Klaren sein:

Ohne dieses Beschwichtigen wären die Finanzmärkte höchstwahrscheinlich in erhebliche stärkere Turbulenzen geraten. Dass man mit ungedeckten Fiat-Währungen immer weniger Ware und Dienstleistungen eintauschen kann, ist mittlerweile weltweit zu beobachten.

Allein in der vergangenen Handelswoche meldeten insgesamt sechs G20-Staaten eine steigende Inflationsrate. Dies traf auf Mexiko (6,24 Prozent p.a.), China (1,5 Prozent p.a.), Deutschland (4,5 Prozent p.a.), Brasilien (10,67 Prozent p.a.), USA (6,2 Prozent p.a.) und Indien (4,48 Prozent p.a.) zu. Aktuelle Daten zur aktuellen Entwicklung der Konsumentenpreise in den 20 wichtigsten Volkswirtschaften entnehmen Sie bitte der Tabelle.

Aktuelle Inflationsraten G20 Staaten

Ausblick für die laufende Woche

Die internationalen Aktienmärkte befinden sich derzeit eher im Risk-On-Modus. Der Aufwärtsdrang von Aktien, Rohstoffen, Immobilien und Kryptowährungen ist hierfür der beste Beweis.

Und selbst Gold überzeugt durch einen herbstlichen Höhenflug.

Doch während die Konsumentenpreise diesseits und jenseits des Atlantiks auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten geklettert sind, ist der Inflationsschutz Gold von seinem Allzeithoch noch ein gutes Stück entfernt. An den Finanzmärkten wird mit Blick auf das Timing von Investments häufig auf saisonale Verläufe verwiesen.

Besonders interessant: Gold erzielte in der Vergangenheit vor allem von November bis Februar überdurchschnittliche hohe Wertsteigerungen. In diesem Jahr könnte sich ein Einstieg aber auch aus einem anderen Grund als lohnenswert erweisen, schließlich lieferte das gelbe Edelmetall mit dem Überwinden der langfristigen 200-Tage-Linie und dem Ausbruch aus der mehrjährigen Keil-Formation noch zwei weitere Argumente zum Goldkauf.

Wer der vorprogrammierten Geldentwertung entgehen möchte und über einen ausgesprochen langfristigen Anlagehorizont verfügt, sollte Gold stets als kaufenswert ansehen. Wer regelmäßig Geld in Gold eintauscht, dürfte daher in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten höchstwahrscheinlich viel Freude mit dem "Krisenschutz für die Ewigkeit" haben.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"