Stand: 04.08.2013  0 Kommentare

Die am 31. Juli 2013 erschienene Ausgabe des Investment-Journals "Gold Investor" des World Gold Council (WGC) untersucht unter anderem den Einfluss von US-amerikanischen Zinsen auf den Goldpreis. Das Ergebnis der Analyse: Anders als zurzeit häufig in den Medien dargestellt, sind Nominalzinsen von 2,5 % bis 6,5 % beziehungsweise Realzinsen (Zinsen nach Abzug der Inflation) zwischen 0 % und 4 % keineswegs per se negativ für die Goldpreisentwicklung .

Jährlich 6 % bis 7 % Performance für Gold bei normalen Zinsen

Die Untersuchung des WGC kommt zu dem Ergebnis, dass bei normalem Zinsniveau (siehe oben)?

  • ?die Performance von Gold im Bereich des langjährigen Durchschnitts von 6 % bis 7 % liegt.
  • ?die Volatilität (Preisschwankungen) erheblich niedriger sind als in einem Umfeld mit sehr hohen oder sehr niedrigen Realzinsen.
  • ?die Korrelation von Gold und den globalen Aktienmärkten leicht negativ ist und dem langfristigen Wert von 0 nahekommt.

Erklärung: Die Korrelation gibt darüber Auskunft, ob sich verschiedene Anlageklassen (in der Tendenz)?

  • ?gleich entwickeln (hohe positive Korrelation).
  • ?unterschiedlich entwickeln (hohe negative Korrelation).
  • ?unabhängig voneinander entwickeln (keine Korrelation).

Eine Korrelation von (annähernd) 0 bedeutet also, das zwischen der Preisentwicklung von Gold und den globalen Aktienmärkten auch bei normalem Zinsniveau kein statistisch signifikanter Zusammenhang besteht. In einem theoretischen, perfekt ausbalancierten Portfolio haben alle enthaltenen Anlageklassen eine Korrelation von 0 und weisen dadurch das geringstmögliche Gesamtrisiko auf.

Gold erfüllt langfristig den Zweck der Diversifikation eines Aktiendepots also perfekt und bei normalem Zinsniveau immer noch auf sehr gute Weise.

Einfluss US-amerikanischer Realzinsen auf den Goldpreis lässt nach

Sowohl in geographischer Hinsicht als auch in Bezug auf die einzelnen Sektoren (Schmuck, Investment, Zentralbanken, ?) hat die Diversität des Goldmarkts in den letzten Jahren zugenommen und zu einem geringeren Einfluss der US-amerikanischen Zinsen geführt (beziehungsweise von Investoren, die Ihr Verhalten von der US-amerikanischen Zinsentwicklung abhängig machen).

Die verkürzte, aber im Moment weitverbreitete Interpretation der Goldpreisentwicklung als ausschließliche Folge geldpolitischer Entscheidungen in den USA, ist nach der Analyse des WGC allenfalls auf kurzfristige Sicht korrekt.

Schwellenländer gewinnen an Bedeutung für die Goldpreisentwicklung

Juan Carlos Artigas vom WGC sagt: "Der US-Investment-Markt für Gold übt infolge des Volumens der Transaktionen sicher eine starken Einfluss auf den Goldpreis aus und kann bis zu eine gewissen Grad das Kaufverhalten außerhalb der Vereinigten Staaten beeinflussen."

"Unsere Analyse zeigt jedoch, dass die Herstellung eines einfachen Zusammenhangs zwischen fallendem Goldpreis und steigenden Zinsen einer Übersimplifizierung der aktuell wirksamen Marktkräfte gleichkommt." Die langfristige Performance von Gold sei nicht ausschließlich vom Sentiment in den USA und dem Verhalten amerikanischer Investoren abhängig.

Insbesondere die Schwellenländer würden den langfristigen Blick auf Gold inzwischen entscheidend prägen. Zum Vergleich: Die vielbeachteten Gold-ETFs machen weniger als 10 % des Gesamtmarkts aus, während 70 % der jährlichen Nachfrage nach Gold aus China, Indien und anderen Schwellenländern kommt.

Goldkäufe der Zentralbanken, Angebotsrückgang langfristig bedeutsam

Neben der Nachfrage aus Schwellenländern gehören nach Einschätzung des WGC auch die konstanten Goldkäufe der Zentralbanken sowie ein voraussichtlich rückläufiges Angebot an gefördertem und recyceltem Gold zu den Faktoren, die die Goldpreisentwicklung langfristig beeinflussen werden.

Hier geht es zur Pressemitteilung des World Gold Council

Hier können Sie den vollständigen "Gold Investor" herunterladen.

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