Stand: 17.06.2013  0 Kommentare

Wie die Webseite mineweb.com am 15. Juni 2013 berichtete, rechnet die britische HSBC damit, dass die Nachfrage nach Platin das Angebot in diesem Jahr um 844.000 Feinunzen übersteigen wird. Dennoch hat die Bank ihre Aussicht auf den durchschnittlichen Platinpreis für dieses und das kommende Jahr gesenkt und nennt hierfür die hohe Volatilität des Goldpreises als Grund.

Platinpreise 2013 und 2014 von 1.580 und 1.725 US-Dollar geschätzt

Die HSCB senkt ihre Prognose für den Platinpreis 2013 um 7,6 % auf 1.580 Dollar je Feinunze. Für 2014 liegt der Ausblick mit 1.725 Dollar 4,17 % unter dem vorherigen Ausblick. "Platin wird stärker als wir erwartet hatten von den ausgeprägten Auf- und Abwärtsbewegungen beim Gold beeinflusst und das wird die Durchschnittspreise in diesem und im nächsten Jahr nach unten ziehen", begründet die Bank Ihre Anpassung der Prognose.

Keine Erhöhung der Fördermenge von Platin

Trotz des gesenkten Ausblicks überwiegen bei der Analyse der Fundamentaldaten durch die HSBC die Gründe für einen Kursanstieg beim Platin (ausgehend vom aktuellen Platinpreis von 1445,50 Dollar). Die voraussichtliche weltweite Fördermenge in diesem Jahr stellt mit 5,646 Millionen Feinunzen annähernd ein Nullwachstum gegenüber 2012 dar und liegt rund 6 % unter der letzten Prognose der britischen Bank.

Rückläufiges Angebot aus Südafrika erwartet

Nach Einschätzung der HSBC-Analystin Emma Townshend wirkt sich vor allem die schwierige Situation der Minenbetreiber in Südafrika belastend auf das Angebot aus. Südafrika ist der mit Abstand bedeutendste Förderer von Platin. Die Lohnforderungen der Bergbaugewerkschaften im zweistelligen Prozentbereich und die aufgrund niedriger Metallpreise angespannte finanzielle Situation der Unternehmen lassen harte Lohnkämpfe und Streiks und damit Produktionsausfälle wahrscheinlich werden.

Zugleich stelle der gewichtete Durchschnittspreis der Platinmetalle von 380.000 südafrikanischen Rand je kg (etwa 28.600 Euro) für die Minenbetreiber keinen Anreiz dar, die gegenwärtigen Kapazitäten aufrechtzuerhalten oder sogar eine Ausweitung zu erwägen. Emma Townshend geht von einem Rückgang des Fördervolumens in Südafrika um 8 % auf 4,066 Millionen Feinunzen aus. "Sollte dann die Nachfrage ansteigen, wären die Unternehmen nicht in der Lage, darauf zu reagieren, was entsprechend bullische Auswirkungen auf den Preis hätte", sagt die Analystin.

Stagnierende Fördermengen in anderen Ländern

Außerhalb Südafrikas rechnet die HSBC mit marginal steigenden oder stagnierenden Fördervolumen. So wird zum Beispiel Russland mit 765.000 Feinunzen in diesem Jahr voraussichtlich 1 % mehr Platin fördern als 2012, während Simbabwe mit 375.000 Feinunzen auf dem Wert des Vorjahres verharrt.

Stabile Nachfrage in der Automobilindustrie

Die Nachfrage nach Platin in der US-amerikanischen und chinesischen Automobilindustrie wird sich laut der HSBC in diesem Jahr voraussichtlich auf hohem Niveau geringfügig abschwächen, könne jedoch die mangelnde Nachfrage in Westeuropa weiterhin kompensieren. In China werde darüber hinaus die Popularität von Platinschmuck den Bedarf zusätzlich steigern. Eine sich erholende Nachfrage erwartet die HSBC auch von der Ölindustrie sowie von Glasproduzenten.

Investment-Nachfrage nach Platin nimmt zu

Von besonderer Bedeutung für Platin als Investment ist nach Einschätzung der HSBC der Mitte Mai gegründete südafrikanische Platin-ETF. Der Fonds kann schon jetzt ein Volumen von 371.000 Feinunzen auf sich vereinen. Die Bank erwartet für 2013 eine ETF-Nachfrage von insgesamt 600.000 Feinunzen, 140 % mehr als noch im Dezember 2012.

"Wir rechnen zwar nicht damit, dass sich die Akkumulation in diesem rasanten Tempo fortsetzt, glauben jedoch durchaus, dass Platin ETFs weiterhin von Investoren profitieren werden, die reale Werte (Edelmetalle, andere Rohstoffe, Land etc.) suchen. Eventuell werden Platin-ETFs auch einige Goldanleger anziehen", vermutet die HSBC.

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