Stand: 08.12.2020 von Jörg Bernhard
Die aktuelle Entwicklung haben die Autoren der jährlich erscheinenden Goldpreisstudie „In Gold we Trust“ zum Anlass genommen, eine Spezialausgabe zu veröffentlichen. Diese widmet sich ausschließlich einem Thema: der steigenden Inflationsgefahr.
In Gold we Trust-Special - zum Thema Inflation

Besorgniserregende Fakten en masse

Die mehr als 40 Seiten starke kostenlose Analyse ist in Englisch und auf Deutsch erhältlich und trägt den erklärungsbedürftigen Titel:

„Der Junge, der Wolf rief – Inflationäre Dekade voraus?“.

Das Leitmotiv stammt aus einer Fabel über einen Schafhirtenjungen, der zweimal scherzhaft „Wolf“ gerufen hat und beim dritten Mal von den anderen Dorfbewohnern ignoriert wurde – mit fatalen Folgen.

Ronald-Peter Stöferle und Mark J. Valek weisen damit einmal mehr auf diverse Fehlentwicklungen in der Finanzwelt hin und welche Folgen dies in den kommenden Jahren auf die Konsumentenpreise haben könnte (siehe Tabelle).

Aktuelles "In Gold we Trust-Special"

Titel der Studie: Der Junge, der Wolf rief: Inflationäre Dekade voraus
erschienen am: 1-Dez.-20
Autoren: Ronald-Peter-Stöferle und Mark J. Valek
Umfang: 44 Seiten
Internetseite: Download
Kosten: keine
Herausgeber: Incrementum AG

In ihrem aktuellen Update halten sie folgende Kernpunkte fest:

  • Geldpolitik und Fiskalpolitik bewegen sich derzeit in unerforschtem Gebiet, weil alle Regeln vernünftigen Finanzgebarens gebrochen erscheinen

  • In diesem Jahrzehnt droht – wie in den 70er-Jahren – eine Ära der Stagflation (stagnierende Wirtschaft plus Inflation)

  • Steigende Geld-Umlaufgeschwindigkeit könnte die Inflation beschleunigen

  • Es ist zu befürchten, dass wir uns in der ersten Phase eines „Crack-Up-Booms“ befinden

  • Weil ein neues Inflationsparadigma droht, sollten sich Anleger verstärkt Gedanken über Inflationsgefahren machen

Inflationszyklus im Blick

Das aktuelle Marktumfeld begünstigt nach Ansicht von Stöferle und Valek eine steigende Inflationsgefahr und höhere Goldpreise. Außerdem werden in der Expertise die drei Phasen des Inflationszyklus näher erläutert.

  • In der ersten Phase wird der Wirtschaft viel Geld zugeführt, was zu leicht steigenden Preisen führt. Stimmungstechnisch bleiben die Inflationserwartungen niedrig und die Geldnachfrage stabil.

  • Die zweite Phase ist durch einen allgemeinen Stimmungsumschwung in Form von steigenden Preisen und Inflationserwartungen gekennzeichnet.

  • Als besonders gefährlich ist die dritte Phase anzusehen, der sogenannte Crack-Up-Boom. Dieser ist von einer stark inflationären Tendenz gekennzeichnet. Sobald die Verbraucher davon ausgehen, dass die Kaufkraft einer Währung auf Dauer sinken wird, droht ein Einbruch der Geldnachfrage und damit auch ein Einbruch der Kaufkraft.

Die extreme Kreditausweitung im Jahr 2020 und die dadurch steigenden Preise bei Anleihen, Immobilien, Rohstoffen und Aktien deuten nach Ansicht der beiden Autoren darauf hin, dass wir bereits in die erste Phase des Crack-Up-Booms eingetreten sind.

Auf zahlreichen Seiten erfahren die Leser wichtige Zahlen und finden Grafiken zur gegenwärtigen Geldmengen- und Schuldenexplosion. Um sich gegen deren Folgen zu wappnen, raten Stöferle und Valek zu neuen Investmentstrategien.

In diesem Zusammenhang werden folgende Anlageklassen als aussichtsreich eingestuft:

  • Edelmetalle wie Gold und Silber, Minen-Aktien
  • Kryptowährungen (vor allem Bitcoin)
  • Rohstoffe
  • Immobilien
  • Währungspaare von Rohstoffproduzenten vs. Rohstoffimporteuren (z.B. CAD/JPY)
  • sowie „Value-Aktien“.

Ausblick für die laufende Woche

Das Thema „Inflation“ könnte auch in den kommenden Tagen für Diskussionen sorgen, schließlich werden China (Mittwoch), die USA (Donnerstag) und Deutschland (Freitag) ihre aktuellen Inflationsraten für den Monat November veröffentlichen.

Noch kann man die gegenwärtige Geldentwertung als unproblematisch bezeichnen.

Darauf verlassen, dass dies auf lange Sicht so bleiben wird, sollte man sich aber auf keinen Fall. Anleger, die in Aktien, Edelmetallen oder Bitcoin seit Längerem investiert sind, würden steigende Preise ohnehin kein größeres Problem darstellen, schließlich könnten sie diese durch üppige Vermögenszuwächse kompensieren.

Wer allerdings ohne nennenswerte Ersparnisse

„von der Hand in den Mund lebt“

und sich möglicherweise stark verschuldet hat, dem dürften deutlich höhere Inflationsraten erhebliche Probleme bereiten. Auch wenn man sich an den Gedanken gewöhnt hat, in einem Umfeld historisch niedriger Teuerungsraten zu leben, sollte man den drohenden Paradigmenwechsel sehr ernst nehmen.

Auf kurze Sicht mag die aktuelle Impfstoff-Hoffnung möglicherweise zu einer konjunkturellen Erholung führen, ob diese von nachhaltiger Natur sein wird und die damit einhergegangene Schuldenexplosion im Nachhinein rechtfertigt, bleibt abzuwarten.

Vor diesem Hintergrund sollten sich Anleger davor hüten, ihren Goldbesitz in riskantere Anlageklassen umzuschichten.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"