Stand: 04.06.2019 von Jörg Bernhard 2 Kommentare

Am vergangenen Dienstag präsentierte die Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG ihre jährlich erscheinende Goldpreisstudie „In Gold we Trust“. Der Titel der weltweit hochangesehenen Analyse lautet diesmal: „Gold im Zeitalter der Vertrauenserosion“

Erstmals auch in chinesischer Sprache erschienen

Mittlerweile haben die beiden Autoren Ronald-Peter Stöferle und Mark J. Valek zum 13. Mal den Goldpreis und die ihn beeinflussenden Faktoren, Umgebungsvariablen und seine Perspektiven akribisch untersucht.

Wie in jedem Jahr ist der Goldpreis-Report "in gold we trust" in einer Kompaktversion und in einer ausführlichen Variante (Extended Version) erhältlich. Mit einem Volumen von fast 100 Seiten bzw. über 320 Seiten erhalten interessierte Anleger erneut erheblich mehr wissenswertes Research über die Finanzmärkte im Allgemeinen und den Krisenschutz Gold im Besonderen als im Vorjahr.

Besonders interessant: Dank zahlreicher Sponsoren bieten die Macher der Studie beide Werke auf der Internetseite der Incrementum AG zum kostenlosen Download an.

In diesem Jahr haben laut Stöferle 15 Mitarbeiter an dem Projekt mitgewirkt. Ungefähr 16.000 Arbeitsstunden haben den Report „In Gold we Trust“ bereichert und veredelt. Erstmals wurde die Studie nicht nur auf Deutsch und Englisch, sondern auch in chinesischer Sprache (Mandarin) veröffentlicht.

Eingeteilt in 19 Kapitel informiert die XXL-Fassung den Anleger akribisch über alles, was für eine Analyse und Bewertung des Goldpreises wichtig ist. Geliefert werden aber auch historische Langfristdaten, interessante Zitate, Grafiken und Cartoons, um das Wesen und die Besonderheiten der Alternativwährung Gold besser zu verstehen. Zwei besonders interessante und aussagekräftige Grafiken finden Sie am Ende dieses Artikels.

Rezession im Anmarsch

Stöferle und Valek sehen die US-Wirtschaft am Rande einer Rezession und gehören mit dieser Meinung somit der Gattung der Contrarians an. Die meisten Volkswirte rechnen laut einer Bloomberg-Umfrage im kommenden Jahr nämlich nicht mit einer Wirtschaftsschwäche.

Als besonders problematisch wird dabei der Umstand gewertet, dass das Haushaltsdefizit der vergangenen drei Jahre trotz wirtschaftlichen Wachstums und rekordhoher Steuereinnahmen angestiegen ist. Aber dies stellt lediglich ein Argument für ein Goldinvestment dar.

Die Studie ist gespickt mit Gründen, warum Anleger Gold als stabile Ankerwährung in stürmischen Zeiten nutzen sollten, schließlich vertrauen auch Notenbanken verstärkt auf dessen Fähigkeiten und Eigenschaften (siehe Grafik unten).

Auch in der diesjährigen XXL-Version von „In Gold we Trust“ finden sich interessante Exklusiv-Interviews. So wurden zum Beispiel mit der Rohstoff-Investorenlegende Jim Rogers, dem in der Goldszene bekannten Blogger FOFOA und Barry Downs, dem Schwiegersohn des 2006 verstorbenen US-Notenbankers und Erfinders der Vermögenspyramide John Exter exklusive Hintergrundgespräche geführt – mit interessanten Erkenntnissen. Wer noch auf der Suche nach einer Urlaubslektüre mit substanziellem Nutzwert ist, dürfte hier fündig werden.  

Goldreserven - Notenbanken

Bullen_und_Bärenmärkte 1920 - 2019

Ausblick für die laufende Woche

Im Wonnemonat Mai bewegte sich der Goldpreis in einer Tradingrange von lediglich 40 Dollar seitwärts und verbuchte einen Monatsgewinn von 1,4 Prozent – von „Sell in May and go away“ keine Spur.

Gefragt waren im vergangenen Monat mit dem Dollar und dem Bitcoin zwei andere häufig als „sichere Häfen“ bezeichnete Anlagen. Nach wie vor sprechen jedoch einige Aspekte für den Sachwert Gold. So entfällt zum Beispiel beim Besitz von Goldbarren und Goldmünzen ganz klar das Kontrahentenrisiko. Außerdem hat Gold während seiner Existenz – und das sind immerhin mehrere tausend Jahre noch nie einen Totalverlust erlitten.

Gegenüber dem von vielen Kapitalmarktbeobachtern als „digitales Gold“ bezeichneten Bitcoin hat das gelbe einen großen Vorteil: seine attraktive (weil niedrige) Kursschwankungsintensität (Volatilität). Dessen historische 250-Tage-Volatilität zeigt derzeit einen Wert von 8,3 Prozent an, während das Pendant auf den Bitcoin mit über 69 Prozent ein um den Faktor acht höheres Risiko derzeit anzeigt. Dadurch disqualifiziert sich die mit großem Abstand wichtigste Kryptowährung als Investment mit Schutzfunktion fast schon selbst.

In den kommenden Handelstagen dürften die Akteure an den Finanzmärkten die anstehende Datenflut vom US-Arbeitsmarkt genau im Auge behalten. Anzeichen von Schwäche dürften den Dollar belasten und dem Goldpreis zumindest zu einer stabilen Tendenz verhelfen. Und Stabilität dürfte genau das sein, was viele Anleger in Zeiten einer allgemein zu beobachtenden Erosion des Vertrauens suchen.

Incrementum: Neue „In Gold we Trust“-Studie jetzt erhältlich
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [2]
  • von Goldmann | 14.06.2019, 09:12 Antworten

    Da ich Gold unter 1000 € gekauft habe......sind es heute bei 1200 € satte 20% mehr!! Also 5% Gewinn pro Jahr.
    Bei Nullzinspolitik.....
    Ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht.

  • von Eric Meiners | 06.06.2019, 13:30 Antworten

    Gold ist ehrlich gesagt unter meinen Top 3 Anlagefavoriten 2019. Besonders wenn bald die lang prophezeite Krise kommt wird sich zeigen, wie viel so ein Speckpolster aus Goldmünzen abfedern kann. Ich sag nur 2008 - Da hat Gold viele Millionen gerettet. Dabei ist mir besonders wichtig das Gold physisch zu kaufen. Ich dachte zuerst das wäre viel teuer, aber dann habe ich einen Blogartikel gelesen, der mich wirklich überzeugt hat. Wenn man online die Preise vergleicht, kann man sich für Barren und Anlagemünzen einen Preis von nur ein paar Euro über Spotkurs sichern. Viel effektiver als zum Beispiel bei der Bank zu kaufen.

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