Stand: 13.06.2017 von Jörg Bernhard 1 Kommentare

In der abgelaufenen Handelswoche scheiterte der Goldpreis zwar an der Marke von 1.300 Dollar, auf lange Sicht sehen die Perspektiven aber weiterhin relativ gut aus. Zu diesem Fazit gelangt auch die Anfang Juni veröffentlichte Goldpreisstudie „In Gold we Trust“ der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG.

Neue "In Gold we Trust"-Studie veröffentlicht

Am 1. Juni stellte die Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz ihre aktuelle Goldstudie „In Gold we Trust“ vor.

In der Finanzwelt gilt die Publikation als „regelrechtes Unikat mit Seltenheitswert“ und ist auf der Website von Incrementum in einer Kompaktversion (28 Seiten) und einer Komplettversion (179 Seiten) kostenlos abrufbar - wahlweise auf Deutsch oder auf Englisch.

Allein die Version des Vorjahres hatte mehr als 1,5 Millionen Abrufe. Mittlerweile zum elften Mal haben die beiden Fondsmanager Ronald-Peter Stöferle und Mark J. Valek bei Gold die aktuellen Marktgegebenheiten und Einflussfaktoren gründlich unter die Lupe genommen.

Die daraus erzielten Erkenntnisse haben sie auf zwölf Kapitel verteilt. Auf unterhaltsame Weise und angereichert mit historischen Daten, interessanten Zitaten und Grafiken bieten die Informationen vor allem eines: einen enorm hohen Nutzwert.

Gold - Kurs Goldpreis Heute 1 Jahr in US-Dollar

Stöferle und Valek sind der Meinung, dass wir aktuell in einem „Zeitalter eines fortgeschrittenen monetären Surrealismus“ leben, dessen wahre Kosten sich noch offenbaren werden. Den Finanzmärkten bescheinigen sie trotz der global anhaltenden „liquidity supernova“ eine angespannte Ruhe.

Durch die Schwemme von Zentralbankgeldern und einer Sintflut neuer Schulden wurde nach Ansicht der Autoren die Illusion einer sorglosen Gegenwart auf Kosten einer fragilen Zukunft geschaffen. Ein knappes Jahrzehnt von  Null- und Negativzinspolitik habe sämtliche Risikoprämien atomisiert.

Mit Blick auf die Marktlage greifen sie unter anderem die These des US-Analysten Jesse Felder auf, dass wir derzeit in einer „Everything-Bubble“ leben. Während zur Jahrtausendwende Technologieaktien maßlos überteuert waren und 2008 bei US-Immobilienkrediten die Blase platzte, attestieren die beiden Autoren derzeit vor allem dem Anleihensektor und erneut dem Immobiliensektor den Charakter einer Blase.

Trotz der aktuell guten Stimmung stufen sie die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Rezession als relativ hoch ein und liefern hierfür fünf Hinweise: Steigende Zinsen, die unnatürliche Vermögenspreisinflation, die Verschuldung der Konsumenten bzw. Verlangsamung der Kreditausweitung, die Dauer des derzeitigen Aufschwungs und die stagnierenden Steuereinnahmen.

Bei der Frage, wie es mit der Goldpreisentwicklung weitergeht, räumen Stöferle und Valek ein, dass das Erreichen ihres vor knapp zwei Jahren ausgerufenen Kursziels zum jetzigen Zeitpunkt relativ unwahrscheinlich sei. Damals prognostizierten sie für Juni 2018 einen Goldpreis von 2.300 Dollar.

In der aktuellen Studie stellen sie insgesamt vier unterschiedliche Szenarien und dazugehörigen Gold-Preisspannen vor. Für den Fall, dass das Experiment der Notenbanken gelingen sollte, liegt diese bei 700 bis 1.000 Dollar. Sollte hingegen das Gegenteil der Fall sein und das Worst-Case-Szenario eintreten, taxieren sie das Potenzial des Goldpreises auf 1.800 bis 5.000 US-Dollar.

Ebenfalls interessant: Auf Seite 172 der Komplettversion führen die beiden Autoren sieben Fälle auf, wann man kein Gold im Portfolio braucht. Von diesen Bedingungen scheinen derzeit aber die wenigsten erfüllt zu sein.

Hier finden Sie ausführliche Informationen zur Goldstudie „In Gold we Trust“

Ausblick für die laufende Woche

Nachdem die Europäische Zentralbank am vergangenen Donnerstag nicht mehr von der Möglichkeit noch tieferer Leitzinsen gesprochen hat und damit einen ersten leichten Hinweis auf ein bevorstehendes Ende der ultraexpansiven Geldpolitik in Aussicht gestellt hat, erwarten die Investoren nun mit Spannung die für Dienstag und Mittwoch anberaumte zweitägige Fed-Sitzung.

Goldpreis in US-Dollar

Ein erneutes Anheben der US-Leitzinsen scheint bereits ausgemacht zu sein. Das vom Terminbörsenbetreiber entwickelte FedWatch-Tool zeigt auf Basis der Fed-Fund-Futures nämlich eine Wahrscheinlichkeit von über 98 Prozent an, dass am Mittwochabend eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte verkündet wird.

Die seit Dezember 2015 durchgeführten drei Zinserhöhungen hat der Goldpreis übrigens ausgesprochen gut verarbeitet, schließlich übertrifft er das damalige Goldpreisniveau aktuell um über 18 Prozent.

Incrementum-Fondsmanager vertrauen weiter auf Gold
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt. Derzeit schreibt er vor allem für diverse Börsenportale und Edelmetallhändler.
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Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
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Kommentare [1]
  • von Goldmann | 15.06.2017, 21:03 Antworten

    Das Vertrauen zum Papiergeld ist weg.
    Die Drucker laufen Tag und Nacht.
    Gold kann nicht enttäuschen.

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