| GOLD | 4.332,79 $/oz | 3.754,90 €/oz | 120,72 €/g | 120.723 €/kg |
| SILBER | 67,82 $/oz | 58,79 €/oz | 1,89 €/g | 1.890,14 €/kg |
Besonders viel Aufmerksamkeit sorgte dabei eine Rede von Premierminister Narendra Modi am 10. Mai. Modi appellierte öffentlich an die Bevölkerung, für die Dauer eines Jahres möglichst auf Goldkäufe zu verzichten. Vor allem größere Anschaffungen für Hochzeiten oder private Vermögensbildung sollten nach Möglichkeit verschoben werden.
Der Hintergrund dieser ungewöhnlichen Maßnahme liegt vor allem in der angespannten wirtschaftlichen Lage des Landes. Indien gehört weltweit zu den größten Importeuren von Rohöl und ist deshalb besonders stark von den Verwerfungen im Nahen Osten betroffen. Die weitgehende Blockade der Straße von Hormus hat die Energiepreise deutlich steigen lassen und belastet die indische Handelsbilanz massiv.
Zusätzlich schwächelt die indische Rupie. Die Landeswährung verlor gegenüber dem Dollar deutlich an Wert und erreichte zuletzt sogar Rekordtiefs. Gleichzeitig flossen hohe Summen ausländischen Kapitals aus dem Land ab. Genau hier sieht die Regierung ein Problem:
Goldimporte verschärfen den Druck zusätzlich, weil sie enorme Mengen an Dollar binden.
Gold gilt nach Rohöl und Elektronikprodukte nämlich als drittgrößter Posten auf Indiens Importrechnung. Jedes Jahr importiert das Land rund 600 bis 800 Tonnen Gold – fast ausschließlich aus dem Ausland. Die Regierung hofft deshalb, durch niedrigere Goldimporte die Handelsbilanz zu stabilisieren, die Devisenreserven zu schonen und mehr Spielraum für wichtige Energieimporte zu schaffen. Aus diesem Grund wurden die Importzölle auf Gold von 6 auf 15 Prozent mehr als verdoppelt. Goldkäufe werden dadurch für die Bevölkerung deutlich teurer.
Starke Outperformance in Rupien
Quelle: goldprice.org, Stand: 18.05.2026
Ob diese Maßnahmen tatsächlich funktionieren, bleibt allerdings fraglich. Denn Gold besitzt in Indien eine enorme kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung. Für hunderte Millionen Menschen ist das Edelmetall weit mehr als nur ein Investment. Besonders in ländlichen Regionen gilt Gold seit Generationen als wichtigste Form der Vermögenssicherung.
Viele Familien vertrauen dem Edelmetall mehr als Banken oder staatlichen Vorsorgesystemen.
Gold ist greifbar, weltweit akzeptiert und unabhängig vom Finanzsystem. In den vergangenen Jahren ging es mit dem Goldpreis in indischen Rupien deutlich stärker nach oben als in Dollar gerechnet (siehe Grafik).
Vor allem Hochzeiten spielen dabei eine zentrale Rolle. Goldschmuck gilt in Indien traditionell als Symbol von Wohlstand, Sicherheit und familiärer Absicherung. Häufig stellt der Schmuck einer Braut gleichzeitig einen wichtigen Teil des Familienvermögens dar. Über Jahrzehnte hinweg entstand dadurch ein gewaltiger privater Goldbestand. Schätzungen von Morgan Stanley zufolge besitzen indische Haushalte inzwischen ungefähr 34.600 Tonnen Gold. Das entspräche auf Basis aktueller Marktpreise einem Wert von mehr als fünf Billionen Dollar.
Wichtig zu wissen: Am Samstag hat Indien den Import von Silber kurzfristig mit sofortiger Wirkung deutlich verschärft. Laut einer neuen Regierungsverordnung dürfen zahlreiche Silberprodukte ab sofort nur noch mit behördlicher Genehmigung eingeführt werden. Die Regierung des weltweit größten Silberkonsumenten will damit die hohen Einfuhren von Gold und Silber reduzieren und zugleich die heimische Rupie stabilisieren.
Grundsätzlich bezweifeln aber viele Analysten, dass die Bevölkerung tatsächlich langfristig auf Gold verzichten wird. Hohe Preise könnten die Nachfrage zwar kurzfristig bremsen. Gleichzeitig steigt jedoch aufgrund der erhöhten Importzölle das Risiko von Schmuggel und Schwarzmärkten.
Die Entwicklungen in Indien zeigen zudem, dass Regierungen weltweit zunehmend versuchen könnten, Kapitalströme stärker zu kontrollieren oder bestimmte Anlageformen unattraktiver zu machen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wächst häufig die Versuchung politischer Eingriffe.
Auch in Europa nehmen Debatten über zusätzliche Besteuerungen oder strengere Regulierungen alternativer Vermögenswerte zu. Besonders das „digitale Gold“ Bitcoin steht dabei immer häufiger im Fokus linker Politiker und Regulierungsbehörden.
Bemerkenswert wirkt in diesem Zusammenhang auch das Verhalten der indischen Zentralbank selbst. Laut Daten des World Gold Council stockte die Reserve Bank of India ihre eigenen Goldreserven sowohl im März 2006 als auch im Dezember 2025 jeweils um 200 Kilogramm auf. Kritiker sehen darin einen Widerspruch: Während die Bevölkerung zum Goldverzicht aufgefordert wird, kauft der Staat selbst weiterhin Edelmetalle hinzu – frei nach dem Motto: Wasser predigen und Wein trinken.
Langeweile dürfte in den kommenden Tagen aller Voraussicht nach eher nicht aufkommen, schließlich stehen zahlreiche Reden von US-Notenbankern sowie das Fed-Protokoll (Mittwochabend) auf der Agenda. Gestiegene Inflationssorgen haben die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung noch in diesem Jahr laut FedWatch-Tool des US-Terminbörsenbetreibers CME Group in Richtung null Prozent fallen lassen.
Mit über 54 Prozent gilt eine Zinserhöhung hingegen als deutlich wahrscheinlicher. Außerdem dürften sich die Marktakteure für die revidierten Zahlen zum Konjunkturausblick der Philadelphia Fed stark interessieren. Laut vorläufigen Daten sank der Frühindikator auf 48,2 Punkte und markierte damit den schwächsten Wert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1952.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
In konjunkturell schwachen und unsicheren Zeiten dürfte der Kauf bzw. der Besitz von Gold keine schlechte Idee sein – selbst, wenn Investoren sich derzeit von gestiegenen Zinsen bei Anleihen offensichtlich stärker begeistern lassen.
Besonders viel Aufmerksamkeit sorgte dabei eine Rede von Premierminister Narendra Modi am 10. Mai. Modi appellierte öffentlich an die Bevölkerung, für die Dauer eines Jahres möglichst auf Goldkäufe zu verzichten. Vor allem größere Anschaffungen für Hochzeiten oder private Vermögensbildung sollten nach Möglichkeit verschoben werden.
Langeweile dürfte in den kommenden Tagen aller Voraussicht nach eher nicht aufkommen, schließlich stehen zahlreiche Reden von US-Notenbankern sowie das Fed-Protokoll (Mittwochabend) auf der Agenda. Gestiegene Inflationssorgen haben die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung noch in diesem Jahr laut FedWatch-Tool des US-Terminbörsenbetreibers CME Group in Richtung null Prozent fallen lassen.
Mit über 54 Prozent gilt eine Zinserhöhung hingegen als deutlich wahrscheinlicher. Außerdem dürften sich die Marktakteure für die revidierten Zahlen zum Konjunkturausblick der Philadelphia Fed stark interessieren. Laut vorläufigen Daten sank der Frühindikator auf 48,2 Punkte und markierte damit den schwächsten Wert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1952.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
In konjunkturell schwachen und unsicheren Zeiten dürfte der Kauf bzw. der Besitz von Gold keine schlechte Idee sein – selbst, wenn Investoren sich derzeit von gestiegenen Zinsen bei Anleihen offensichtlich stärker begeistern lassen.