Stand: 16.12.2015  0 Kommentare

In Indien soll erstmals eine Goldbörse für den physischen Handel von Gold und Silber ins Leben gerufen werden. Der Schritt könnte mitunter helfen, endlich eine einheitliche Preisfindung auf dem Subkontinent zu gewährleisten.

Indien ist, nach China, der zweitgrößte Goldkonsument der Welt. Rund eintausend Tonnen wird das Land in diesem Jahr importieren. Doch einen richtigen Überblick über den regen Goldhandel auf dem Subkontinent hat bislang niemand. Das führt zu teils unklaren Preisstrukturen, Wucher, schwarzen Geschäften und großem Frust. Doch jetzt ist endlich Abhilfe in Sicht. Vergangene Woche hat der Indische Wirtschaftsminister Shaktikanta Das die Schaffung einer physischen Goldbörse angeregt, mit der die Preisfindung reguliert werden könnte. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag (08.10.15) berichtete, könnte es bereits in sechs Monaten soweit sein.

Goldbörse soll Transparenz schaffen

Den Angaben zufolge haben Vertreter des Indischen Edelmetall- und Juwelierverbands (India Bullion and Jewellers Association - IBJA) mit Sitz in Mumbai bereits die ersten sondierenden Gespräche mit führenden Persönlichkeiten aus der Industrie aufgenommen. Wie es aus dem Umfeld der Gesprächsteilnehmer hieß, soll die neu zu gründende Goldbörse bereits Mitte nächsten Jahres ihren Betrieb aufnehmen. Ein Sprecher des IBJA sagte gegenüber Reuters:

"Wir planen die Einführung der Börse in sechs Monaten".

Gegenstand der Gespräche seien derzeit die Struktur und die Eigentumsverhältnisse der Goldbörse, so der Sprecher weiter. Bisher gehe man davon aus, dass voraussichtlich mit zwei oder drei Auslieferzentren für Gold und Silber begonnen werde. Ziel der Goldbörse sei es, mehr Transparenz im indischen Goldhandel zu schaffen, damit eine bessere behördliche Aufsicht gewährleistet werden könne. Aufgrund der Dimension des indischen Goldhandels kommt es nicht selten zu größeren Geldbewegungen in Bar. Diese zu regulieren ist nicht nur schwierig, sondern zum Teil schlicht unmöglich.

Eine Börse für physische Edelmetalle wie Gold und Silber wäre nach Auffassung des IBJA ein geeignetes Instrument zur Regulierung des bis dato oft undurchsichtigen Handels. Zwar gibt es in Indien bereits zwei Rohstoffbörsen, die auch Terminkontrakte für Gold anbieten, eine Plattform für den physischen Handel mit Gold gibt es indes noch nicht.

Einheitliche Preisfindung für Gold und Silber

Die neue Goldbörse soll demnach eine regulierte Plattform werden, auf der Juweliere, Goldhändler, Veredler und auch Banken mit physischen Edelmetallen handeln können. Gerade kleine Juweliere und Goldhändler in Indien sähen sich laut IBJA nicht selten mit überteuerten Rohstoffen konfrontiert. Der Vizepräsident des Verbandes, Kumar Jain, sagte:

"Manchmal müssen wir heftige Aufgelder bezahlen. Das wird auf einer börslichen Plattform nicht passieren, da Nachfrage und Angebot transparent werden".

Wenn in sechs Monaten tatsächlich eine zweckbestimmte physische Goldbörse aus der Taufe gehoben wird, könnte es in Indien erstmals zu einer einheitlichen Preisfindung für Gold und Silber kommen. Allerdings sind bis dahin noch einige Hürden zu nehmen. Allen voran die Investorenfrage. In Indien ist es einem Hauptinvestor nicht erlaubt, mehr als 26 Prozent der Anteile an einer Rohstoffbörse zu halten. Also muss nach mehreren Partnern gesucht werden. Interessenten gibt es offenbar genug. Aber mindestens ebensoviele legale Stolpersteine.

Vor allem indische Banken sollen sich für eine Beteiligung an der neuen Goldbörse interessieren. Doch denen ist es derzeit noch untersagt, an Rohstoffbörsen mit Terminkontrakten zu handeln. Um also in den nächsten sechs Monaten eine Goldbörse auf die Beine zu stellen, müssten demzufolge vorab noch ein paar Gesetze angepasst werden. Die Chancen dafür stehen allerdings nicht schlecht. Denn letzten Endes wird es ja der indische Staat selbst sein, der am meisten von einer eigenen Goldbörse profitieren wird können.

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