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Stand: 18.10.2021 von Hannes Zipfel
Nicht einmal zu Zeiten der Weltfinanzkrise war die Stimmung der Konsumenten in Deutschland so gedrückt wie jetzt. In dieser Woche veröffentlicht das Forschungsinstitut GfK die neuesten Daten zum viel beachteten Konsumklima-Index, der erneut rückläufig erwartet wird.
Inflation gefährdet Weihnachtsgeschäft

Dem Einzelhandel droht für das diesjährige Weihnachtsgeschäft eine ungünstige Kombination: große Lücken in den Regalen wegen Lieferengpässen und Kunden, denen deutliche Preissteigerungen die Kauflaune verderben.

Folgende Themen sind in dieser Woche ebenfalls von Bedeutung:

  1. Quartalsergebnisse großer US-Konzerne

  2. Inflationsschock bei den deutschen Erzeugerpreisen

Höhere Preise und weniger Auswahl

Der Handelsverband Deutschland (HDE), die Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels, warnte bereits im September vor ungewöhnlich niedrigen Lagerbeständen und anhaltenden Lieferengpässen. Besonders bei Spielzeug ist mit deutlich weniger Warenangebot zu rechnen.

Aber auch Unterhaltungselektronik, Werkzeuge und Weißware (Kühlschränke etc.) sind betroffen.

Ausgerechnet in diesen Warengruppen ist der Anteil des Weihnachtsgeschäfts am Gesamtjahresumsatz besonders hoch. In den Monaten November und Dezember erwirtschaftet der deutsche Einzelhandel 28 Prozent des Jahresumsatzes mit Spielzeug.

Bei der Unterhaltungselektronik liegt der Umsatzanteil bei gut einem Viertel und bei elektronischen Haushaltsgeräten bei knapp über 20 Prozent.

Luxusgüter, die in Europa gefertigt werden, sind weniger stark von Lieferengpässen betroffen.

Dazu gehören auch Uhren und Schmuck. Hier werden 24 Prozent der Ware im Weihnachtsgeschäft verkauft. Da sich die Unterbrechungen in den globalen Lieferketten aber mittlerweile auch in der Binnenlogistik Europas und Deutschlands bemerkbar machen, könnten lokal erzeugte Produkte in diesem Jahr zu den Gewinnern der Weihnachtssaison im Einzelhandel zählen (Quelle: Statista).

Für den am Donnerstag zur Veröffentlichung anstehenden GfK-Konsumklima-Index wird ein Stand von -1,6 Punkten erwartet, nach 0,3 Punkten im Vormonat.

In den fünf Jahren vor Ausbruch der Pandemie pendelte der Wert um die Marke von 10 Punkten. Der bis zur Corona-Krise niedrigste Werte wurde in der Finanzkrise im August 2008 mit 1,5 Punkten gemessen.

Als Hauptgrund für die schlechte Stimmung gaben die 2.000 Befragten zuletzt die starken Preissteigerungen vor allem bei den Energieträgern an.

Der Einzelhandel trägt ca. 16 Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei.

Wichtige Quartalszahlen voraus

Für die Edelmetallmärkte nicht ganz unwichtig sind die in dieser Woche anstehenden Unternehmens-Quartalszahlen aus den USA. Sie werden Aufschluss darüber geben, wie weit sich das Szenario einer Stagflation, also der Kombination aus wirtschaftlicher Stagnation und Inflation, bereits bei den Unternehmen bemerkbar macht.

Wenn durch geringere Gewinnmargen und Lieferprobleme die Erträge sinken, hat das auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Konjunktur und damit auch auf die Geldpolitik.

In der vergangenen Woche standen zunächst hauptsächlich Quartalsergebnisse großer US-Banken wie Wells Fargo, Bank of Amerika, Citigroup und JPMorgan auf der Agenda. Die Zahlen waren durchweg positiv und wurden getragen von der Wirtschaftserholung im ersten Halbjahr sowie von geringen Kreditausfällen als zuvor befürchtet.

So profitierten vor allem die Bank of America und Wells Fargo von der Auflösung von Rückstellungen für nicht eingetretene Zahlungsausfälle.

In dieser Woche berichten nun aber Unternehmen, die direkt von den aktuellen Problemen im Welthandel und der massiven Verteuerung von Rohstoffen und Vorprodukten betroffen sind. So zum Beispiel der Mischkonzern Honeywell, der Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson sowie der nach Nestlé weltweit zweitgrößte Konsumgüterkonzern Procter & Gamble.

Preissteigerungen lassen nicht nach

Bereits jetzt erreichen die Teuerungsraten auf allen Ebenen historische Rekorde. Dabei ist bei den Verbrauchern bisher nur ein Teil der Preissteigerungen angekommen. Abhängig von der Preissetzungsmacht geben die Unternehmen aus dem primären und dem sekundären Sektor die höheren Kosten entlang der Wertschöpfungskette an den Endverbraucher weiter.

Das gelingt nicht immer, weshalb Phasen mit hoher Inflation eben nicht positiv für die Gewinnentwicklung von Unternehmen sind. Monopolisten bilden hier eine Ausnahme.

Worauf sich die Verbraucher in Sachen Preisinflation noch einstellen können, lässt sich gut an der Entwicklung der Erzeugerpreise ablesen, die den Endverbraucherpreisen vorgelagert sind.

Mit +12,0 Prozent- auf Jahresbasis wurde im August bereits der größte Teuerungsschub bei den Erzeugern seit 45 Jahren gemessen. Am kommenden Mittwoch veröffentlicht das Statistische Bundesamt in Wiesbaden die Daten für den September. Die Prognose liegt bei nochmals höheren +12,7 Prozent-.

Das wäre der höchste Wert seit Januar 1975.

Von besonderem Interesse sind in dieser Woche auch die Daten vom chinesischen Immobilienmarkt am Mittwoch sowie die Einkaufsmanagerindizes für das deutsche verarbeitende Gewerbe sowie den deutschen Dienstleistungssektor am Freitag.

In der folgenden Übersicht finden Sie weitere wichtige Termine, die besonders für deutsche Anleger und den Edelmetallmarkt in der Kalenderwoche 42 relevant sind:

Wochentag Zeit (MESZ) Datenart Prognose Vorherig
Montag 9:55 Uhr USA: Kapazitätsauslastung (Sep.) 76,5 76,4
15:15 Uhr USA: Industrieproduktion (Sep. / Monat) 0,2 % 0,4 %
Dienstag 14:30 Uhr USA: Baugenehmigungen (Sep.) in Mio. 1,68 1,72
USA: Baubeginne (Sep.) in Mio. 1,62 1,615
Mittwoch 3:30 Uhr CHN: Immobilienpreise (Sep. / Jahr) - 4,2 %
CHN: Festsetzung des Leitzinses durch die Peoples Bank of China - 3,85 %
8:00 Uhr DE: Erzeugerpreisindex (Sep. / Jahr) 12,7 % 12,0 %
16:30 Uhr USA: Rohöllagerbestände in Mio. Barrel (Wochenvergleich) 0,702 6,088
20:00 Uhr USA: Konjunkturbericht der US-Notenbank „Beige Book“ - -
Donnerstag 8:00 Uhr DE: GfK Konsumklima-Index -1,6 0,3
14:30 Uhr USA: Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung 303K 293K
USA: Philadelphia-Fed Herstellungsindex 24,5 30,7
16:00 Uhr USA: Verkäufe bestehender Häuser in Mio. (Sep.) 6,06 5,88
Freitag 9:30 Uhr DE: Einkaufsmanager-Gesamtindex (Sep.) 54,0 55,5
Datenquelle: Thomson Reuters, Investing.com
Autor: Hannes Zipfel
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von Ilse schuldner | 22.10.2021, 07:16 Antworten

Wir stehen am Abgrund und brauchen einen snschub

von Kaloriker | 19.10.2021, 14:05 Antworten

Wenn die Pharmas Probleme haben führen wir eben eine Zwangsimpfung ein, wie bei dene Rindviehers (Stilmittel Realsatire).

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