| GOLD | 4.748,73 $/oz | 4.051,65 €/oz | 130,26 €/g | 130.264 €/kg |
| SILBER | 75,99 $/oz | 64,99 €/oz | 2,09 €/g | 2.089,48 €/kg |
Haupttreiber war ein kräftiger Anstieg der Energiepreise um 7,2 Prozent, der erstmals seit Ende 2023 wieder für spürbaren Inflationsdruck sorgte. Zugleich blieb die Dienstleistungsinflation stabil bei 3,2 Prozent, während die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel bei 2,5 Prozent verharrte. Die Lebensmittelpreise legten nur noch moderat zu. Auch der für die Geldpolitik wichtige harmonisierte Verbraucherpreisindex kletterte auf 2,8 Prozent und liegt damit weiterhin über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank.
Folgerichtig schlug die EZB zuletzt wieder einen deutlich vorsichtigeren Ton an und warnte vor einer erneut steigenden Inflation. Statt Zinssenkungen rückt damit wieder eine restriktivere Geldpolitik in den Fokus. Gleichzeitig bleibt die Notenbank datenabhängig, da die weitere Entwicklung stark vom Verlauf der Energiepreise abhängt. Eine ähnliche Stimmung kann man auch in den USA ausmachen. Dort haben die Chefs der Cleveland Fed (Beth Hammack) und der Chicago Fed (Austan Goolsbee) die Inflation als deutlich größeres Problem ausgemacht als den Arbeitsmarkt. Damit unterstrichen auch sie ihre Unterstützung für eine eher restriktive als lockere Geldpolitik

Quelle: TradingEconomics
Während Deutschland bereits mit einer merklichen Teuerungsbeschleunigung konfrontiert ist, zeichnet sich für die USA eine noch dramatischere Entwicklung ab. Am kommenden Freitag werden die amerikanischen Inflationsdaten für März veröffentlicht und Ökonomen rechnen gegenüber dem Vormonat mit einem Anstieg von 2,4 Prozent auf 3,3 Prozent p.a. (siehe Charts). Ein derartiger Sprung würde die Inflationsrate in den USA auf den höchsten Stand seit zwei Jahren beschleunigen und die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen durch die Fed dämpfen.
Die Kombination aus steigender Inflation und stabilen oder nur langsam sinkenden Nominalzinsen führt zu einem problematischen Phänomen: Der Realzins – also die Differenz zwischen Nominalzins und Inflationsrate – schmilzt dahin. Wer sein Geld derzeit auf Sparbüchern oder Festgeldkonten parkt, muss zusehen, wie die reale Kaufkraft seiner Ersparnisse schwindet. Bei einer Inflation von 2,7 Prozent und Sparzinsen, die häufig darunter liegen, erleiden Sparer faktisch einen Kaufkraftverlust.

In solchen Marktphasen rückte Gold in der Vergangenheit regelmäßig in den Fokus von Anlegern, die ihre Kaufkraft erhalten möchten. Das Edelmetall gilt seit Jahrhunderten als bewährter Inflationsschutz, da es im Gegensatz zu Papierwährungen nicht beliebig vermehrbar ist. Historisch betrachtet, konnte Gold über längere Zeiträume hinweg seinen realen Wert bewahren und damit sich damit als wirksames Wertaufbewahrungsmittel bewähren. Zeitweise gab es aber auch immer wieder Phasen, in denen Korrelationen nicht funktioniert haben. Aktuell könnte zum Beispiel das gelbe Metall – trotz aller Krisenherde – weiterhin durch Gewinnmitnahmen belastet oder durch nachlassende Goldkäufe der Zentralbanken gebremst werden, wenngleich Chinas Zentralbank im März zum 17. Mal in Folge als Goldkäufer in Erscheinung trat.
Langfristig dürfte Gold – wenn es um Inflationsschutz und Diversifikation geht – weiterhin ein zentraler Baustein vieler Portfolios bleiben.
An den Goldmärkten herrscht derzeit eine starke Verunsicherung hinsichtlich der weiteren Richtung des Goldpreises. Neue Impulse könnte das anstehende Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung (Mittwoch) liefern. Je restriktiver die Stimmung unter den Notenbankern ausgefallen war, desto schlechter für die Krisenwährung. Am Donnerstag und Freitag dürfte dann eine Flut aktueller Inflationsdaten für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Während die Kerninflation (ohne Energie) um 0,2 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent ansteigen soll, droht bei der jährlichen Teuerungsrate ein Anstieg um 0,9 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent.