Stand: 15.11.2017 von © Gold.de Redaktion / AB 18 Kommentare

Friedrich & Weik im Interview mit Gold.de
 
Über die beiden Wirtschafts- und Finanzautoren Matthias Weik und Marc Friedrich muss man nicht mehr viel sagen. Ihre Publikationen landen regelmäßig in den Bestsellerlisten, außerdem sind sie oft gebuchte Vortragsredner sowie gefragte Experten bei Funk und Fernsehen. Zudem sind die beiden auch bekannt als Honorarberater der Friedrich & Weik Vermögenssicherung und Initiatoren des täglich handelbaren öffentlichen Sachwertfonds - dem “Friedrich & Weik Wertefonds”. Wir von Gold.de haben die beiden befragt.


Gold.de Interview Friedrich & Weik Friedrich & Weik: Bestsellerautoren, Vortragsredner, Sachwertexperten

Gold.de: Starten wir gleich in medias res. Ihre Buchtitel sind deutlich: „Sonst knallt´s - Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“, „Kapitalfehler - Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“. Darf man Sie als „Crash-Propheten“ bezeichnen?

Wir sind keine Crash-Propheten sondern Realisten. Als rational denkende Ökonomen und Realisten arbeiten wir rein faktenbasiert. Und wir sind nun mal aufgrund unserer gewonnenen Erkenntnisse überzeugt, dass Schulden auf Dauer nicht mit Schulden bezahlt werden können und Krisen nicht mit Gelddrucken gelöst werden können. Unser Finanzsystem hat eine mathematisch, begrenzte Lebensdauer und diese ist nachweislich 2008 abgelaufen und wird seitdem mit verzweifelten Maßnahmen am Leben erhalten. Es ist also lediglich eine Frage der Zeit, bis uns das alles um die Ohren fliegt, es sei denn Wirtschaft und Politik wird radikal neu gedacht. Dies sehen wir allerdings momentan weder in Deutschland, noch in Europa und schon gar nicht global.

Gold.de: Ob Wohlstandsniveau, Löhne oder Arbeitslosigkeit - die wirtschaftliche Situation in Deutschland ist so gut wie selten, von der Schere zwischen „Arm“ und „Reich“ einmal abgesehen: Hören Sie da nicht manchmal den Vorwurf, Stimmungsverderber zu sein?

Vorab: Wenn diese berühmte Kluft zwischen Arm und Reich nicht geschlossen wird, dann knallt´s. Und ja, man könnte wirklich meinen, dass alles Super laufe. Der Dax jagt – dank des vielen billigen Geldes - von einem Hoch zum anderen und Deutschland jubelt über Rekordbeschäftigung, Rekordsteuereinnahmen und Überschüsse. Dummerweise boomt jedoch nur der Teilzeit- und nicht der Vollzeitsektor, also der Niedriglohnsektor. Es ist ein Armutszeugnis, dass knapp 9 Millionen Menschen, das sind beinahe 25 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland, in prekären Arbeitssituationen sind. Zumeist werden eben diese Jobs nicht so attraktiv vergütet und Altersarmut ist vorprogrammiert. Obendrein zahlen diese Menschen kaum etwas in die Rentenkassen ein. Dies ist äußerst suboptimal bei einer alternden Gesellschaft. Für uns ist das eine gewaltige tickende Zeitbombe.

Die Zeiten haben sich geändert. Seit geraumer Zeit herrscht nicht mehr ausschließlich der ungezügelte Turbokapitalismus, sondern obendrein sind wir noch mit der Planwirtschaft der Notenbanken konfrontiert. Diese vertreten die Überzeugung, die Krise mit der Druckpresse nachhaltig zu lösen. Dies ist jedoch in der Praxis nicht möglich und wird in Zukunft verheerende Folgen haben. Unvorstellbare 2,188 Billionen Euro haben die Notenbanken der Euroländer mit ihren fragwürdigen und wirkungslosen Aufkaufprogrammen in die Märkte gepumpt.

Die EZB enteignet mit ihrer wahnwitzigen Notenbankpolitik die Sparer. Sei es in Form von Nullzinsen beim Sparkonto, sei es auf dem Umweg über den dramatischen Renditeschwund bei Staatsanleihen, Lebensversicherungen und anderen einst „mündelsicheren“ Anlageformen. Was sich da in Luft auflöst? Unser Wohlstand und die Altersrücklagen von ein bis zwei Generationen!

Es ist also lediglich eine Frage der Zeit, bis uns das alles um die Ohren fliegt, es sei denn Wirtschaft und Politik wird radikal neu gedacht.

Ebenso treiben Nullzinsen – die uns noch lange erhalten bleiben werden – die vergleichsweise solide wirtschaftenden Genossenschaftsbanken und Sparkassen schleichend in den Ruin. Viele Kommunen müssen bluten, weil ihre tagesaktuellen Bankeinlagen meist so hoch sind, dass für sie Negativzinsen fällig werden. Erfolgreiche Unternehmen, die Teile ihrer Erlöse für künftige Investitionen zurücklegen wollen, werden ebenfalls mit Negativzinsen bestraft. Firmen, die eigentlich bankrottgehen müssten, stützt die EZB, indem sie inzwischen sogar Unternehmensanleihen aus Krisenstaaten aufkauft. Von dem Aufkauf von Staatsanleihen faktisch bankrotter Staaten wie beispielsweise Griechenland ganz zu schweigen. Dies ist nichts anderes als Konkursverschleppung. All das ist monetäre Planwirtschaft in Reinkultur und für uns volkswirtschaftlicher Wahnsinn! Sie führt jede Logik normaler Finanzmärkte ad absurdum. 

Jeder Leser sollte sich eine Frage stellen: Wenn es nicht mal die Wirtschaftslokomotive Deutschland in absoluten Rekordjahren schafft, seine Schulden zurück zu bezahlen, wer wenn nicht wir und wann wenn nicht jetzt, wie können wir es dann jemals von unseren EU-Partnern in Südeuropa erwarten? Zusammengefasst: Es ist weder Zeit für Pessimismus noch für Optimismus – es ist Zeit für Realismus.

Gold.de: Zwei weitere Zitate von Ihnen lauten „Eine winzige globale Finanzelite produziert derweil gigantische Blasen illusionären Reichtums und die Politik schaut tatenlos zu" und „Finanzkapitalismus ist schlicht und einfach schlechter Kapitalismus!“ Diese Sätze würde wahrscheinlich jeder unterschreiben. Haben Sie keine Bedenken, mit solchen Aussagen zu sehr in populistisches Fahrwasser zu geraten? Wie sieht Ihre Vision eines gerechten Kapitalismus, eines gerechten Finanzsystems aus?

Nein, die Fakten und vor allem die volkswirtschaftlichen Eckdaten zeigen dies ja auf. Wir haben schon all dies angeprangert, bevor die „Populisten“ am Start waren. Die Zahlen und Fakten an sich sind erstmal unpolitisch. Wenn sich jetzt Parteien verschiedener Spektren dieser bedienen, sind sie nicht falsch. Besser wäre es natürlich, wenn die Entscheider und Regierungen diese Wahrheiten endlich akzeptieren würden und nicht ständig ignorieren und alles schön reden. Das stärkt diese Kräfte, sie sind damit aber näher an der Realität als die etablierten Parteien.

Die sogenannten Paradiese Papers zeigen uns doch abermals auf, wohin die Reise geht. Anscheinend zahlen offensichtlich nur Idioten Steuern - also wir alle. Wer das nötige Kleingeld hat, kann Steuern entweder komplett vermeiden oder zumindest drastisch reduzieren. Das mag legal sein, aber es ist hochgradig asozial. Da darf man sich nicht wundern wenn die Wut gegen die da oben weiter zunimmt. 

Obendrein zerstört das gescheiterte Währungsexperiment Euro Europa und unseren Wohlstand. Um nicht falsch verstanden zu werden: Wir bekennen uns ausdrücklich zu Europa. Allerdings ist eine Rückkehr zu nationalen Währungen mit freien Wechselkursen, eventuell auch Wechselkursen, die lediglich innerhalb vereinbarter Bandbreiten schwanken dürfen, unabdingbar. Südeuropa ist pleite und innerhalb des Zins- und Währungskorsetts der EZB werden diese Staaten auch niemals auf die Beine kommen und gesunden. Noch einmal: Sämtliche Währungsunionen der Geschichte sind gescheitert! Warum das ausgerechnet bei einer Währungsunion von 19 unterschiedlich wirtschaftlich starken, europäischen Staaten anders sein sollte, das konnte uns bis heute niemand einleuchtend erklären. 

Wer den Devisenhandel der reinen Spekulation entziehen will, muss diesen regulieren. Währungspolitik ist eben dies: Politik – eine hoheitliche Aufgabe des Staates. Weshalb der Devisenhandel über die Zentralbanken, die Weltbank oder andere öffentlich- rechtliche Institutionen abgewickelt werden muss. Nicht über Börsen. Des Weiteren fordern wir, dass alle Steuern abgeschafft werden, bis auf eine, die Konsumsteuer.

Des Weiteren fordern wir, dass alle Steuern abgeschafft werden, bis auf eine, die Konsumsteuer.

Wir fordern eine strikte Regulierung der Finanzmärkte. Gravierende Änderungen in der Finanzbranche sind unverzichtbar. Die bisherigen Regeln in Basel I – III sind tausende von Seiten dick, die kein Mensch versteht oder überblickt. Selbst Experten müssen sich wochenlang erst einlesen. Alle fünf Jahre verdoppelt sich das Volumen der Regulierungen und wird dadurch immer komplexer und intransparenter. Das ist ein gravierendes Problem! Denn damit entzieht sich die Finanzwelt der demokratischen Kontrolle. Wie sollen Bürger und Politiker ein System hinterfragen bzw. wieder Vertrauen schenken, das sie nicht verstehen? Wir brauchen die Banken und Versicherungen. Ja, aber vor allem benötigen die Banken uns! Nicht nur als Retter, sondern als Kunden!

Wir fordern auf globaler Ebene:  Eine weltweite Wiederbelebung des Trennbankensystems (Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken), welches lange hervorragend funktioniert und Banker optimal davon abgehalten hat, mit fremdem Geld, was meint: mit Kundengeldern - zu zocken. Banken, die bereits als systemrelevant gelten, müssen eine Sondersteuer bezahlen, da sie einen klaren Vorteil gegenüber kleineren Banken haben, nämlich den, dass sie notfalls vom Steuerzahler gerettet werden. Diese Sondersteuer kann als Versicherungsgebühr verstanden werden. Langfristiges Ziel ist es, dass Banken wieder auf eine gesunde Größe zurück schrumpfen, damit sie das gesamte Finanzsystem nicht mehr in den Abgrund stürzen können.

Das Thema Haftung der Manager muss wesentlich größer geschrieben werden. Und mit Haftung meinen wir persönliche Haftung. Dementsprechend fordern wir ein Ende der vom Arbeitgeber bezahlten sogenannten Managerhaftpflichtversicherungen. Schluss mit der vollkommen realitätsfernen Bezahlung bei Topmanagern und Investmentbankern in der Finanzbranche. Wir sprechen uns dafür aus, dass der Topverdiener maximal das 20-Fache inklusive Boni dessen verdienen darf, das derjenige mit dem niedrigsten Gehalt im Unternehmen erhält. Dadurch würden alle gleichermaßen am Erfolg partizipieren. Wenn der Boss viel Geld verdienen möchte, muss er zunächst dafür Sorge tragen, dass seine Angestellten gut verdienen.

Eine der wichtigsten Forderungen und die Quintessenz aus den letzten Krisen: Wie aufgezeigt, darf die Finanzwelt nicht liberalisiert und dereguliert werden. Sie kann sich selbst weder kontrollieren noch maßregeln. Durch die bislang geltende prozyklische Kontrolle verstärkten sich die Zyklen, vor allem die spekulativen. Dadurch wurden die Finanzinstitute zu groß, zu komplex und damit systemgefährdend. Dies löste immer und immer wieder existenzielle Krisen aus. Was die Finanzwelt braucht, sind permanente Kontrolle und Regulierungen. 

Wir fordern eine permanente, antizyklische Kapitalmarktkontrolle! Und zwar nicht larifari, wie es beispielsweise die US-Aufsichtsbehörde SEC und die deutsche BaFin machen, sondern knallhart. Am besten wäre, wenn Finanzinstitute verpflichtet werden, tagtäglich Rechenschaft abzulegen. Wer jetzt aufschreit, »das geht doch nicht«, dem entgegnen wir: Doch, das geht sehr wohl! Die Credit Suisse beispielsweise muss bereits seit Februar 2016 täglich der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) Rechenschaft ablegen. Der Vorteil einer antizyklischen Kontrolle ist, dass sie nicht nur dann aktiv wird, wenn die Kuh bereits auf dem Eis ist. Sie ist permanent aktiv, auch in guten Zeiten. Nur so können Krisen frühzeitig erkannt und verhindert werden. Sobald ein Institut die festgelegten Grenzen verletzt, wird es hart bestraft und gegebenenfalls sogar dichtgemacht – basta! Dann tritt die unabhängige Notenbank an, um die Insolvenz abzuwickeln und die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.

Gold.de: Letztens sind wir in einem ausführlichen Artikel der Frage nachgegangen, warum Deutschland weltweit die höchste pro Kopf Gold Nachfrage hat, und ob es in Deutschland, im Vergleich zu anderen Ländern, eine überdurchschnittlich hohe Angst gibt vor Vermögensvernichtung, Enteignung und Inflation. Deckt sich das mit Ihrer Erfahrung aus Gesprächen mit Anlegern? Sehen Sie solche Zukunftsängste eher zu- oder eher abnehmen? Was halten Sie von dem im angelsächsischen Raum oft benutzten Begriff der “German Angst”?

Ja, absolut. Bei unseren Vorträgen und bei unserer Honorarberatung sehen wir eine gesunde Affinität für Edelmetalle und bewerten dies positiv. Umso länger der monetäre Amok Lauf der EZB anhält, umso höher sollte der Anteil in den Geldmetallen sein. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Jedoch wurden die Deutschen vermögenstechnisch in den letzten 100 Jahren zwei Mal erheblich rasiert, was den Menschen im angelsächsischen Raum in dieser Größenordnung nicht widerfahren ist. Aus diesem Grunde sind viele Deutsche erheblich weitsichtiger bei Investments geworden. Wer heute beispielsweise noch in Staatsanleihen investiert, dem ist nicht mehr zu helfen. Warum? Wenn Deutschland als Exportweltmeister mit Rekordüberschüssen und Rekordsteuereinnahmen keinen Cent seiner Schulden zurückbezahlt, wie können wir es dann von Ländern wie Griechenland, Spanien, Italien, aber auch den USA oder Japan jemals erwarten?

Bei unseren Vorträgen und bei unserer Honorarberatung sehen wir eine gesunde Affinität für Edelmetalle und bewerten dies positiv.

Wir hoffen immer noch, dass die Eliten aus Politik und Wirtschaft endlich erkennen, dass es zielführender ist, das System kontrolliert herunterzufahren. Sollten die Eliten nicht zu dieser Erkenntnis kommen, dann wird es auf allen Seiten sehr viele Verlierer geben. Wir sehen ja, dass keine Partei den notwendigen Wandel herbeiführt. In Anbetracht dessen ist es zielführend, Gold zu erwerben. Gold ist eine Lebensversicherung und kein Investment. Sie kaufen Gold in der Hoffnung, dass Sie es niemals benötigen, genauso wie Ihre Krankenversicherung. Wenn Sie es jedoch wirklich benötigen, dann sind Sie froh, dass Sie es haben. Die German Angst ist eher German Cleverness. Gold ist Geld und wird es auch bleiben. Wir haben seit 1971 kein goldgedecktes Geldsystem mehr. Trotzdem besitzen alle Notenbanken der Welt Goldreserven. Solange dies so ist, können wir unseren Mitbürgern nur gratulieren.

Gold.de: Ein Zitat aus der Inhaltsbeschreibung von „Jetzt knallt´s“ lautet „Die Bestsellerautoren zeigen auf, warum die EU und der Euro scheitern werden“. Heißt das, dass Sie gegen den europäischen Gedanken und gegen den Euro sind?

Wir sind überzeugte Europäer und überzeugte Demokraten. Jedoch läuft einiges schief in der EU. Der Euro hat sein Ziel verfehlt und er funktioniert einfach nicht. Es war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, unterschiedlich starke Volkswirtschaften wie Deutschland und Österreich mit schwachen Volkswirtschaften wie Portugal und Griechenland in eine Währung zu zwängen. Dass dies nicht funktioniert, sehen wir seit Jahren live und in Farbe. Unser Wirtschaftsmotor brummt weil der Euro viel zu billig für uns ist. Anstatt die Völker Europas zu einen trennt der Euro sie. Wir alle sind gegenwärtig Zeuge, wie das ehrbare Friedensprojekt EU und das Währungsexperiment Euro grandios scheitern wird. Währungsunionen haben langfristig noch nie funktioniert und werden es auch zukünftig nicht.

Es war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, unterschiedlich starke Volkswirtschaften wie Deutschland und Österreich mit schwachen Volkswirtschaften wie Portugal und Griechenland in eine Währung zu zwängen.

Es ist volkswirtschaftlicher Suizid, schwache und starke Länder in ein Währungskorsett zu zwängen. Umso länger wir an diesem Wahnsinn festhalten, umso größer werden die Kollateralschäden monetär, gesellschaftlich und politisch. Spätestens seit der Flüchtlingskrise ist es für jedermann endgültig offensichtlich, dass innerhalb der EU mehr gegeneinander anstatt miteinander gearbeitet wird. Auch heute sind die Positionen zwischen vielen Ländern in dieser Causa nach wie vor unvereinbar. Während sich die deutsche Wirtschaft nach der Finanzkrise erholt hat, ist der Sachverhalt in Südeuropa bekanntlich ein anderer. Den Ländern geht es heute mit dem Euro wesentlich schlechter als unter ihren eigenen Währungen. Der Euro ist zu schwach für Deutschland und zu stark für die Südschiene Europas. 

Folglich sollten wir uns nicht wundern, wenn populistische Kräfte in vielen Ländern weiter auf dem Vormarsch sind und aus der EU und der Eurozone austreten wollen. Niemals werden die Länder Südeuropas innerhalb der Eurozone wirtschaftlich auf einen grünen Zweig kommen. Trotzdem können sich diese Länder so günstig wie nie zuvor verschulden. Dies bedeutet, dass die Länder praktisch mit billigem Geld dafür belohnt werden, dass es ihnen wirtschaftlich gesehen immer schlechter geht. Das ist volkswirtschaftlicher Wahnsinn und alles andere als nachhaltig.

Gold.de: Draghi-Bashing gehört in Wirtschaftskreisen aktuell zum guten Ton. Nullzins- bzw. Minuszinspolitik, Anleihekäufe, Verschuldung, Geldentwertung, Geldschwemme - derartige Kritiken sind oft zu hören. Auch Sie kritisieren die Planwirtschaft der Notenbanken als verantwortungslos. Und es stimmt ja im Prinzip, dass wir alle die Zeche für die Krisenländer im Mittelmeerraum bezahlen. Aber ist es nicht in jeder Gemeinschaft so, dass der „Starke“ dem „Schwachen“ hilft, unabhängig davon, wie diese Art der Alimentierung nun aussehen mag? Salopp gefragt: Wird auch die Bundesrepublik Deutschland scheitern, weil die Bürger Bayerns und Baden-Württembergs im Rahmen des Länderfinanzausgleichs zahlen müssen für Berlin, Bremen, NRW oder Mecklenburg-Vorpommern?

Wenn man den Menschen klar kommuniziert hätte, dass man eine Transferunion auf europäischer Ebene einführen möchte, und die Leute im Rahmen einer Volksabstimmung gefragt hätte, ob sie dies wollen, wäre das alles kein Problem. Der Euro wurde uns aber unter der Prämisse „kein Land haftet für die Schulden der Anderen“ (Teil des Maastricht-Vertrages) von der CDU verkauft. Wir erleben Gesetzesbrüche am laufenden Band von oberster Stelle, die nicht geahndet werden. Wir sollen aber schön immer regelkonform leben und wehe wenn nicht.

Damit schaffen wir genau diesen Nährboden für Separatisten und extreme Parteien. Ferner hat die CDU behauptet: Eine Überschuldung eines Euro-Teilnehmerstaates kann von daher von vornherein ausgeschlossen werden. Bei Griechenland, Portugal und Italien sind wir uns in dieser Causa heute jedoch nicht mehr so sicher. Des Weiteren können wir uns auch nicht vorstellen, dass die Bürger Bayerns, Baden-Württembergs und Hessens auf Dauer ganz Europa über Wasser halten können. Ein Scheitern der Bundesrepublik Deutschland sehen wir jedoch nicht. Allerdings werden wir den Wohlstand den wir momentan haben in Zukunft nicht mehr halten können. Katalonien zeigt jedoch deutlich auf, was auch mitten in der EU geschehen kann, wenn man Regionen zu sehr schröpft

Gold.de: Was passiert, wenn die EZB die Zinsen wieder anhebt, Anleihenkäufe zurückfährt, die Geldruckmaschine stoppt, und die schwachen Mittelmeerstaaten sich tatsächlich erholen? Haben Sie dann unrecht gehabt?

Das wird nicht passieren. Seit Jahren waren wir mit unseren Prognosen immer Exoten - wir haben die Nullzinsen und Negativzinsen prognostiziert, wir haben Aufkaufprogramme und deren Ausweitung in Aussicht gestellt und all das ist passiert. Wir werden keine markanten Zinserhöhungen mehr erleben. Die EZB ist in einer Zwickmühle. Wenn die Zinsen steigen, wird das Wirtschaftswachstum abgewürgt und die Börsen einbrechen und vor allem werden etliche Länder im Süden Europas erhebliche Refinanzierungsprobleme haben und eher früher als später die Bücher auf den Tisch legen und in die Insolvenz schlittern. Alleine aus dem letzten Grund, wird die Insolvenzverschleppung in der Eurozone weitergehen.

Wenn das alles sich zum Guten wandelt, dann haben wir uns gerne geirrt und wir sind unglaublich dankbar, dass es zu keinem Crash gekommen ist. Leider sehen wir dieses Szenario jedoch bei null Prozent. Denn mittlerweile haben wir auch noch die Digitalisierung und die Industrie 4.0 auf der Agenda. In den nächsten zwei Dekaden werden so viele Arbeitsplätze verloren gehen, dass es spätestens dann in Europa crashed, weil die Politik nicht vorbereitet ist.

Gold.de: Was passiert, wenn der „finale Kollaps“ (Buch-Untertitel) kommt und sie recht haben? Wie genau sieht dieser Crash aus, und was bedeutet dies für Otto Normalbürger?

Für uns ist nicht die Frage ob er kommt sondern lediglich wann. Die Notenbanken waren sehr erfolgreich in den letzten Jahren diesen mit enormen Geldmengen in die Zukunft zu verschieben. Aber sie haben dem kommenden Crash auch noch mehr Wucht gegeben. Wie genau der Crash aussieht, und insbesondere was der Auslöser sein wird, kann niemand sagen. Dies kann alles Mögliche sein. Der Black Swan hat viele Gesichter. Jedoch ist die Vergangenheit ein guter Ratgeber. Sollte der Euro unkontrolliert zusammenbrechen werden Besitzer von Papierwerten erhebliche Verluste erleiden. Wir dürfen nicht vergessen: nicht der Staat geht Pleite, sondern die Bürger. So war es immer und so wird es immer sein.

In Deutschland lagen die Verluste nach der Währungsreform von 1948 zwischen 81 und 93,5 Prozent. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen, dass man in Krisenzeiten mit Papierwerten schlechter fährt als mit Sachwerten. Mit Gold konnte man sein Vermögen effektiv schützen. Immobilien, Wiesen, Ackerland und Wald haben zwar ebenfalls an Wert verloren, aber sie wurden bei weitem nicht so massiv entwertet wie Papierwerte.

Trotz allem muss man auch bei Sachwerten differenzieren und genau hinschauen. Das Allheilmittel oder die Standardformel für alle gibt es nicht. Wir erstellen für unsere Kunden in der Honorarberatung maßgeschneiderte Strategien zur Vermögenssicherung, um bestmöglich aufgestellt zu sein. Jeder hat eine andere Vision, andere individuelle Ansprüche, eine andere Lebenssituation und andere Erwartungen betreffs möglicher Krisenszenarien. Jeder benötigt daher eine für sich persönlich maßgeschneiderte Lösung. Des Weiteren ist es wichtig, sein Vermögen auf möglichst viele Standbeine zu verteilen. Umso stabiler wird sein Fundament. Und umso resistenter wird es in der Krise gegen den Angriff der Inflations-Killerviren sein.

Gold.de: Sachwerte haben seit Jahren Konjunktur. Sie sind ebenfalls Initiatoren eines Sachwerte-Fonds, den „Friedrich & Weik Wertefonds“. Können Sie das Konzept kurz vorstellen, was zeichnet Ihren Fonds aus, und welche Rolle spielt Gold dabei?

Sachwerte haben sich seit Jahrhunderten bewährt, können nicht wertlos werden und die Kaufkraft real, also nach Abzug der Inflation, erhalten. Daher investiert der Friedrich & Weik Wertefonds breit diversifiziert in Sachwerte wie Aktien und Gold sowie zukünftig auch in weitere Sachwerte wie zum Beispiel: Immobilien, Wald, Ackerland und Diamanten. Gold ist und bleibt Geld oberster Güte. Darum bildet Gold einen Kern unseres Wertefonds. Bis zu 30 Prozent des Fondsvermögens wird daher in physische Goldbarren investiert.

Gold.de: Ob Aktien Sachwerte sind oder nicht, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen.

Aktien haben in einem klug diversifizierten und ausgewogenen Sachwerte-Portfolio ihre grundsätzliche Berechtigung – sofern einige qualitative Kriterien erfüllt sind. Aktien sind Beteiligungen an Unternehmen, ohne deren produktive und innovative Tätigkeit wäre wirtschaftlicher Fortschritt unmöglich. Und die so genannte „Realwirtschaft“ erzeugt eben dies: reale Werte. Waren und Dienstleistungen, die wir alle mittelbar oder unmittelbar benötigen. Als besonders wertbeständig und gleichzeitig attraktiv hat sich die Investition in Aktien von Unternehmen erwiesen, die Ziel einer Übernahme sind. Unsere Fondsmanager analysieren die Unternehmen mit der Brille eines potentiellen Käufers, daher spielen Unternehmenswert und -substanz eine zentrale Rolle, so dass diese Aktiengesellschaften ebenfalls Sachwerte darstellen.

Gold.de: Aktuell haben wir bei den Preisen von Aktien und Immobilien Höchststände, und auch der Goldpreis ist trotz Korrekturen auf hohem Niveau. Ist da ein Investment in Aktien, Immobilien oder Gold momentan nicht riskant?

Sachwerte bieten historisch belegt den bestmöglichen Schutz vor Finanz- und Wirtschaftskrisen. Selbstverständlich können auch Sachwerte im Wert sinken – sie können jedoch niemals wertlos werden. Für den Friedrich & Weik Wertefonds haben wir bezüglich der Umsetzung des Investmentprozesses professionelle Fondsmanager für jede einzelne Anlageklasse mandatiert. Innerhalb ihrer jeweiligen Mandate betreiben die Fondsmanager durch die Steuerung der Investitionsquote sowie temporär eingesetzter Absicherungsinstrumente ein eigenes aktives Risikomanagement. Große Wertschwankungen auf Fondsebene sollten wir in Verbindung mit einer breiten Streuung der Vermögenswerte hierdurch vermeiden können.

Gold.de: Sind Sachwerte wirklich sicher? In der Geschichte gibt es Beispiele von Goldverboten oder Immobilien-Enteignungen. Wenn man solche Crash-Szenarien konsequent zu Ende denkt, dann kann man doch nur noch zum verbuddelten Goldbarren im Garten raten, oder?

Noch kann man in Deutschland anonym im Tafelgeschäft legal Geld aus dem System rausziehen und Sachwerte wie Edelmetalle und Diamanten kaufen. Auf nur ein Pferd zu setzen ist fahrlässig und eine heiße Wette. Wir würden streuen - wer streut rutscht nicht aus!

Gold.de: Was würde ein Schuldenschnitt im Euro-Raum für Sachwertbesitzer hierzulande bedeuten?

Das kann heute noch niemand sagen. Es ist davon auszugehen, dass auch Besitzer von Sachwerten in Form von Vermögensabgaben geschröpft werden. Eines muss klar sein. Die Krise muss jemand bezahlen und das sind wir Bürger. Nicht der Staat geht pleite, sondern seine Bürger. Wir sagen unseren Kunden immer: Wenn wir es  im Extremfall schaffen, weniger abzugeben wie der Rest vom Fest, sind wir die Gewinner.

Gold.de: Unsere Leser interessiert vor allem Ihre Meinung zu Gold als Geldanlage. Was raten Sie hier aktuell interessierten Anlegern, und wie sehen Sie die mittelfristige Zukunft bei Gold?

Gold und Silber in physischer Form gehören in jedes Anlagedepot als Wertspeicher gegen den Wahnsinn der EZB und der Politik. Es ist essentiell Edelmetalle physisch zu besitzen. Im Gegensatz zu anderen empfehlen wir hier deutlich mehr wie die üblichen 5-10 Prozent des Gesamtvermögens. Mittlerweile ist es ja bekannt, dass der Gold- und Silberpreis massiv manipuliert wird. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Der Tag der Wahrheit wird kommen. Spätestens dann wenn die Bürger anfangen für ihr Papiergold physisches Gold zu verlangen, dann wird es spannend.

Im Gegensatz zu anderen empfehlen wir hier deutlich mehr wie die üblichen 5-10 Prozent des Gesamtvermögens.

Noch kann man Edelmetalle völlig anonym im Tafelgeschäft erwerben. Dies ist eine unglaubliche Freiheit, welche die meisten erst zu schätzen wissen, wenn das Tafelgeschäft abgeschafft wurde. Ohne dass es jemand großartig bemerkt hat, hat die deutsche Regierung eine weitere EU-Richtlinie umgesetzt und die finanzielle Repression gegen uns Bürger weiter vorangetrieben. Mittlerweile sind Barzahlungen ab einer Höhe von 10.000 Euro nicht mehr anonym möglich. Offizielles Ziel ist es, dass Geldwäsche, Steuerhinterziehung und die Terrorismusfinanzierung bekämpft werden. Nicht nur Experten bezweifeln die Wirksamkeit dieser Maßnahme gegen den Terror. Von Seiten der EU wird sogar ein generelles Verbot, Bargeschäfte in Höhe von mehr als 5.000 Euro zu tätigen, diskutiert. Unser Bundesfinanzminister Schäuble kann sich diese Praxis vorstellen. 

Spätestens jetzt sollte uns allen klar sein, wohin die Reise geht. Das nächste Limit sind dann 5.000 Euro und dann die komplette Abschaffung des sogenannten Tafelgeschäftes. Deutschland ist noch eines der wenigen Länder in Europa, in dem man anonym Geld, noch vollkommen legal, aus dem Bankenkreislauf ziehen und beispielsweise Edelmetalle erwerben kann. Solange dieses Zeitfenster noch offen ist, sollte es man definitiv nützen.


Gold.de dankt Friedrich & Weik für das Interview

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Kommentare [18]
  • von Richard B. | 15.11.2017, 10:02 Antworten

    Endlich ein Interview mit den beiden. Ich habe mich schon gefragt, wann die hier mal was sagen. Brillant. Danke!

  • von Simon83 | 15.11.2017, 10:38 Antworten

    Richtig gut! Die beiden sind mir sympathisch weil sie Tacheles reden. Ihre Bücher werde ich ganz bestimmt lesen. Wird verbreitet!

  • von Graf von Henneberg | 15.11.2017, 12:33 Antworten

    Hervorragend - dieser Artikel.

  • von blo-rakane | 15.11.2017, 15:40 Antworten

    Super Artikel! Habe die ersten drei Bücher von den Autoren gelesen und kann sie nur weiter empfehlen. Es wird dem Leser wichtiges Basiswissen über Makro/Mikroökonomie vermittelt. Des weiteren werden „Kardinalfehler“ über das „Fiat-Money“ Geldsystem schonungslos aufgedeckt Die analytische „Wahrheit“ über das herrschende Geldsystem liegt sehr nahe an der „Wirklichkeit“.
    Was auch noch vernachlässigt wird, ist die „TARGET-2 saldo-Falle“ . Wäre ratsam ,den mündigen Gold.de-Leser zu dieser Problematik zu informieren . Aktuelle Forderungen der der Bundesbank aus TARGET2:Betrag: 848.443.481.571,63 Euro

  • von Markus Köhren | 15.11.2017, 17:25 Antworten

    Der letzte Abschnitt des Artikels sagt alles aus. Mein Leitspruch seit Jahrzehnten.""" Es ist nie zu spät Gold zu kaufen. Es sei denn, es ist zu spät!!!"""

  • von Sylvia Strobel | 15.11.2017, 22:56 Antworten

    Das beste was ich seit sehr langer Zeit gelesen habe. Wieso liest man sowas nicht bei FAZ, SZ und Co.?

  • von bling bling | 16.11.2017, 15:48 Antworten

    "Wer das nötige Kleingeld hat, kann Steuern entweder komplett vermeiden oder zumindest drastisch reduzieren. Das mag legal sein, aber es ist hochgradig asozial."

    man könnte meinen, das soll zu illegalem handeln bewegen.


    "Sie kaufen Gold in der Hoffnung, dass Sie es niemals benötigen, genauso wie Ihre Krankenversicherung. Wenn Sie es jedoch wirklich benötigen, dann sind Sie froh, dass Sie es haben."

    nein. jeder sollte wissen, dass er, spätestens im alter, die kv großartig in anspruch nehmen wird.


    man sollte den ost-soli endlich beenden und den eu-soli einführen. soviel zum thema zusammenführung.


    "Selbstverständlich können auch Sachwerte im Wert sinken – sie können jedoch niemals wertlos werden."

    doch. die versicherungen, steuern und laufende kosten können den wert komplett auffressen und sogar ins minus jagen.


    "Wir sagen unseren Kunden immer: Wenn wir es im Extremfall schaffen, weniger abzugeben wie der Rest vom Fest, sind wir die Gewinner."

    das ist genau die monopoli-denke, die den eliten vorgeworfen wird. es scheint, sie wollen sicherheitshalber selber elitär sein, als am ende auf der falschen seite zu stehen.

    ansonsten interessanter artikel.

  • von Klaus | 17.11.2017, 11:02 Antworten

    Wer behauptet das Sachanlagen niemals wertlos werden, der irrt oder spricht vorsätzlich die Unwahrheit.
    Man schaue nur auf einige kapitale Pleiten der letzten Jahre, bei denen Aktionäre und Anleihegläubiger sogar komplett (Praktiker Baumärkte) leer aus gegangen sind. Also Totalverlust erlitten haben. Auch Immobilien (Gebäude wie Grundstücke) machen da keine Ausnahme.

    • von Graf von Henneberg | 17.11.2017, 12:24 Antworten

      Sachwerte sind: Edelmetalle, Acker, Wald, evtl. noch Edelsteine und bebaute Grundstücke - mehr gibt es nicht. Damit kommt man durch Krisen - natürlich nicht mit einem Hektar oder einer Unze.
      Aktien und Anlehen sind bedrucktes Papier, genau wie Papier-Geld und im Ernstfall wertlos.

      • von Mr. Green | 19.11.2017, 22:14 Antworten

        Zu den Sachwerten würde ich noch Medikamente, Waffen, Munition und Genussmittel wie Tabak, Kaffee und Tee zählen. Vorallem die drei erst genannten sind in der Krise wie sie auf uns zukommt vielleicht unbezahlbar!

        • von SH | 19.11.2017, 22:31 Antworten

          Und nicht zu vergessen einen Landcruiser mit 10 Kanister Sprit, Notstromaggregat , nebst 3 Säcken Reis und ein paar Sauerstoffflaschen. Weil wenn es dann soweit ist, will man ja nicht nur zu Hause rumhängen. Oder?

  • von SusanneV | 18.11.2017, 23:35 Antworten

    Die beiden sprechen mir aus den Herzen!

  • von Doreau | 19.11.2017, 00:59 Antworten

    Hmm, ein Euro-Crash-Szenario würde ich allerdings so nicht prophezeien. Klar ist wohl, das es für Südeuropa im Falle des Szenarios bitter wird, aber der Norden Europas würde von einem Crash ordentlich profitieren. Sollte man nicht unerwähnt lassen, wenn man schon mal Tacheles reden will. So herum wird es eher für Edelmetall düster aussehen, da Südeuropa keine Nachfrage mehr haben wird.
    Von den Mega-Schulden eines gewissen Herrn D.Trump mit seinen Aber-Billarden Papierdollars, reden wir wahrscheinlich noch vor dem Euro-Problem.
    Weil dessen Sklaven äh Bevölkerung hat schon heute keinen Bedarf bzw Geld mehr für Gold.

  • von Dr. Schmidt | 19.11.2017, 10:32 Antworten

    Naja. Zu hinterfragen bei den beiden ist halt, wie bei so vielen Ökonomen, der Primat des Ökonomischen. Denn nicht alle Fragen der Menschheit lassen sich auf Geld/Profit/Zahlungsbilanz reduzieren. Es gibt Ideen/Wertevorstellungen, die wichtiger sind (sein müssen) als Wirtschafts-Kennzahlen einer einzelnen Volkswirtschaft, oder kleinkarierte Nationalismen. Und das ist auch gut so.

    Man sollte nicht vergessen: Jede Idee einer "Gemeinschaft" kostet. Nämlich Geld-Transfer des Starken hin zum Schwachen. Deutschland "kostet", Versicherungen "kosten", die Ehe "kostet". Und natürlich "kostet" auch Europa.

    Es käme ja auch keiner auf die Idee, aus der Solidargemeinschaft der Versicherern auszutreten (weil andere mehr "kosten"?), sich von Partner/in zu trennen (nur weil er/sie weniger verdient?), Umweltschutz abzuschaffen (weil er "kostet"?) oder für ärmere Bundesländer den Austritt aus der Bundesrepublik Deutschland zu fordern (weil diese "kosten"?)…. - und dann deswegen auch noch irgendwelche haltlosen Crash Prophezeiungen an die Wand zu malen.

    Insofern ist das Argument "Es ist volkswirtschaftlicher Suizid, schwache und starke Länder in ein Währungskorsett zu zwängen" Unsinn. Es gibt in jeder Gemeinschaft IMMER einen stärkeren Wirtschaftsraum und einen schwächeren. Sonst dürfte man ja niemals eine gemeinsame Währung für einen irgendeinen Wirtschaftsraum machen.

    Dass man bei Einführung und Umsetzung des Euro unglücklich agiert hat und noch agiert, bestreite ich nicht. In der freien Wirtschaft hätte man die zuständige Werbeagentur sofort gewechselt. Der Euro ist aber grundsätzlich gut, der europäische Gedanke ist gut, alles andere ist Rückfall in die Kleinstaaterei des Mittelalter. Jedes Herzogtum seine eigene Münze? Das kann es ja wohl nicht sein.

    Was natürlich nicht die Frage ersetzt, wer genau für was zahlen soll. Aber das ist eine ganz andere Frage, nämlich eine Frage der Umverteilung. Somit eine politische Frage, und keine Frage des Euros.

    • von blo-rakane | 19.11.2017, 19:21 Antworten

      @Dr. Schmidt ,bitte nicht „Europa „,“EU“, „EURO „miteinander vermischen! Ich will , wie die Autoren Weik und Friedrich auch, mit dem € und die Flogen und dessen Auswirkung für die Mitglieder in der Euro-Zone aufzeigen.
      Bei der Gründung der Währungsunion € 1999 war und ist das Primärziel eine Inflationsrate von1,9% einzuhalten. Empirisch ist nachgewiesen , dass der Hauptkostentreiber für Inflation/ Deflation, die Lohnstückkosten sind. D.h., Löhne zum Verhältnis zur Produktivität ! Wer hohe P. hat muss entsprechend wie bei niedriger P. die Löhne anpassen.
      Deutschland hat seit Einführung des € (Index/absoluter Preis 1991= der 4 Länder 100) die Lohnstückkostenentwicklung bis 2015 auf 118 (Frankreich 132/Italien 140/Spanien 132) erhöht(bei genauer Einhaltung der 1,9% Inflationsrate+Produktivitätszuwachs bis 2015, hätte Deutschland auf 135 sein müssen) . D.h., Deutschland ist der Haupttreiber der Deflation in der €-Zone. Die Formel für die Einhaltung des Inflationsziel lautet Inflationsrate+Produktivitätszuwachs .
      Seit Einführung des € haben die reellen Löhne in D stagniert. Durch die ( von der Politik gesteuert) Lohnzurückhaltung in D.,hat D.die anderen Länder in der €-Zone nieder konkurriert, was sich in den Ungleichgewichten in den Leistungsbilanzsalden wieder spiegelt. Das bedeutet, wir haben eine zu große Lohnlücke in der €-Zone zu den anderen €-Staaten. Banal gesagt, D.und dessen Produkte sind zu billig für den € und die Südländer sind zu teuer für den €. Deswegen liegen die beiden Autoren mit ihrer Analyse sehr nahe an der Wirklichkeit.

  • von der Neukunde | 19.11.2017, 16:18 Antworten

    Wie immer, der Tenor zu o.g. "absolut realistischen Betrachtungsweise" aller Lesermeinungen, -ein für und wieder ! Sodann empfehle ich, -wenns unbedingt sein muss, noch ein wenig abzuwarten. Ist noch nicht so lange her die Bargeld-Anonymisierung auf 10.000,- ! Sobald das ganze auf 5.000,- festgezurrt wird, -wissen wir alle Bescheid !

  • von Karl P. | 19.11.2017, 18:04 Antworten

    »„Friedrich & Weik Wertefonds“ … Darum bildet Gold einen Kern unseres Wertefonds. Bis zu 30 Prozent des Fondsvermögens wird daher in physische Goldbarren investiert.«

    Mir ist nicht klar, warum man für Investment in Gold 1,60% jährliche Fond-Verwaltungskosten und bei Wertsteigerung auch noch 7,5% Erfolgsprovision an den Fondsverwalter abdrücken soll. Das spart man sich doch, wenn man die Goldbarren selbst kauft (und wenn man wirklich keine Wertsachen im Haus oder Schließfach haben möchte, gibt es Gold-ETFs mit wesentlich geringeren Kosten). Mit Diamanten ist es auch nicht viel anders (nur, dass ich als Privatperson die beim Erwerb fälligen 19% MWSt dagegenrechnen muss, die aber nur einmalig anfallen). Wald und Ackerland könnte interessant sein, eine sorgfältige Auswahl (die mir als Nichtmillionär-Einzelanleger nicht möglich ist) wäre ich auch bereit, mit Verwaltungsgebühr und Erfolgsprovision zu honorieren. Davon ist aber im Fondsbestand derzeit nichts zu sehen, und bei einem Fondsvolumen von 10,75 Mio (Stand 29.9.2017 laut eBase) ist wohl auch kaum etwas in diese Richtung machbar. Außerdem hat der Fonds seit Auflage (2.1.2017) eine "Performance" von minus 3,54 Prozent (Stand heute laut eBase). Der Fonds scheint mir also keine effiziente Geldanlage zu sein (und das mickrige seit Auflage eingesammelte Fondsvermögen scheint mir dies zu bestätigen).

  • von Der Nasenbär | 24.11.2017, 21:14 Antworten

    Der ganze Exkurs nur um einen Fonds zu vermarkten?

    Ein Fonds mit einer 1,84% TER und einer zusätzlichen Gewinnbeteiligung von 7,5% pA. Ein Fonds der aktuell 40% Cash hält (welches ja auch den Fondskosten unterworfen ist), 18% in Gold investiert ist (welches man an sich doch besser physisch halten sollte), 13% in Minenaktien und zu 29% in weiteren Aktien investiert ist.

    Da fühle ich mich mit meinem aktuellen Portfolio aus 40% Aktien, 10% Edelmetallen, 10% weiteren Rohstoffen, 15% Immobilien, 15% Anleihen und 10% Cash mit einer nivellierten TER von 0,34% irgendwie besser aufgehoben.

    Wenn dann der Crash kommt habe ich ja noch meine beiden Häuser und die Äcker in meinem Dorf. ;-)

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