Stand: 15.04.2017 von © Gold.de Redaktion EH/SH 0 Kommentare

Der Goldpreis ist weiterhin deutlich auf dem Weg nach oben. Zuletzt sorgten zunehmende geopolitische Spannungen und die bevorstehende Präsidentschaftswahl in Frankreich dafür, dass Investoren verstärkt Gold gekauft haben. Der Aufwärtstrend bei der Notierung des Edelmetalls dürfte sich weiter beschleunigen.

US-Luftangriff in Syrien und Nordkorea Konflikt: Gold steigt auf 5- Monats-Hoch

Auf Fünf-Monats-Hochs ist die Goldpreisentwicklung nach oben geschossen: Nach dem überraschenden US-Luftangriff auf Syrien sorgen zunehmende geopolitische Spannungen, vor allem zwischen den USA und Nordkorea dafür, dass Investoren verstärkt Gold kaufen. Zudem drängt der Westen Russland dazu, gemeinsam an einer Ablösung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zu arbeiten, was Russland klar ablehnt. Vielmehr sagte der russische Präsident Vladimir Putin zuletzt, dass der Giftgasangriff in Syrien von den Gegnern al-Assads durchgeführt worden sei.

Wegen der zunehmenden geopolitischen Spannungen verkaufen Investoren den Dollar, weshalb er weiter im Rückwärtsgang ist. Zudem sinken die Zinsen für US-Anleihen deutlich. So sind jene für zehnjährige US-Anleihen auf 2,29 Prozent gesunken. Das ist das niedrigste Niveau seit Mitte November. Entsprechend schießt der Goldpreis nach oben und notiert deutlich über der 200-Tage-Linie von rund 1.262 Dollar. Damit hellt sich das charttechnische Bild weiter auf.

Vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich werden Investoren nervös

Für verstärkte Goldkäufe sorgen zudem die Vorgänge in Frankreich vor der Präsidentschaftswahl am 23. April. So sind die Umfragewerte für den Linksaußenkandidaten Jean-Luc Mélenchon nach seinem hervorragenden Abschneiden bei der jüngsten Fernsehdebatte auf 18 Prozent nach oben geschossen. Obwohl es damit weiterhin unwahrscheinlich erscheint, dass er in die Stichwahl am 7. Mai einzieht, weil Marine Le Pen, die Chefin des rechtsgerichteten Front National, und der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron mit 24 Prozent für die erste Runde gleichauf liegen, werden etliche Investoren, gerade am Anleihenmarkt, zusehends nervös. So war der Zinsaufschlag für zweijährige französische Anleihen im Vergleich zu deutschen bis auf 55 Basispunkte (0,55 Prozentpunkte) geklettert, ehe er etwas gesunken ist – das war das höchste Niveau seit Mitte 2012, also dem Höhepunkt der Schuldenkrise in der Euro-Zone.

Mélenchon will die Probleme Frankreichs mit viel mehr Schulden "lösen"

Mélenchon ist ein großer Fan des ehemaligen venezuelischen Revolutionsführers Hugo Chavez, und von Kubas Fidel Castro und kritisiert die Globalisierung und den seiner Ansicht nach westlichen Militarismus scharf. Er lehnt die Sparbemühungen der EU klar ab und will die Probleme Frankreichs vielmehr mit einem auf Pump finanzierten Konjunkturprogramm von 100 Mrd. Euro "lösen". Dabei hat Frankreich bereits horrende Schulden von 2,16 Billionen Euro – das sind 97,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Ohne das massive Gelddrucken der EZB stünden die Zinsen für zehnjährige französische Anleihen angesichts der massiven Verschuldung nicht wie derzeit bei rund einem Prozent, sondern eher bei rund zehn Prozent und mehr. Mélenchon ist also quasi wie Marine Le Pen, nur nicht von ganz rechts im Parteienspektrum, sondern von ganz links. Sollte Mélenchon weiter an Zuspruch gewinnen, könnte bei Investoren die Sorge zunehmen, dass seine Anhänger bei der Stichwahl am 7. Mai für Le Pen stimmen könnten, womit ihr Rückstand zu Macron deutlich geringer sein dürfte, als die 20 Prozentpunkte, die die Wahlforscher derzeit vorhersagen. Sie sehen Macron bei rund 60 Prozent, vor Le Pen mit rund 40 Prozent.

Weitere Kapitalflucht in Gold durch politische Unsicherheit?

Der Aufwärtstrend beim Goldpreis dürfte sich beschleunigen. Das Risiko ist groß, dass sich die Spannungen zwischen den USA, Nordkorea, Syrien und Russland weiter verschärfen. Das dürfte weiterhin dafür sorgen, dass Investoren in US-Anleihen flüchten, weshalb die Zinsen weiter sinken dürften. Gleichzeitig dürfte der Dollar im Rückwärtsgang bleiben, zumal US-Präsident Donald Trump zuletzt selbst gesagt hat, dass seine "phänomenale" Steuerreform erst am Jahresende verabschiedet werden dürfte, womit die dringend notwendigen Impulse für die schwächelnde Wirtschaft weiter ausbleiben werden. In einem Umfeld hoher politischer Unsicherheit, bei gleichzeitig sinkendem Dollar und sinkenden US-Zinsen, dürfte der Goldpreis deutlich klettern und schon bald die Marke von 1.300 Dollar je Unze in Angriff nehmen.

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